Aufbruch gen Westen: Generls erster großer Ausflug und Treffen mit Luisa
Nun sind sie zusammen im Karwendel unterwegs
© Christian Steiger
Generl hat Anfang April das erste Mal den Großraum der Berchtesgadener Alpen verlassen und ist westwärts gezogen. Sie hält sich nun im Karwendel auf und ist dort auf die schon länger in der Region verweilende Luisa getroffen.
Nachdem Generl – anders als die anderen Jungvögel bisher – sehr stetig in den Berchtesgadener Alpen unterwegs war (und sich auch innerhalb der Region relativ kleinräumig bewegt hat) hat sie anfang April 2026 erstmals ihr bisheriges Kerngebiet verlassen. Die GPS‑Daten zeigen eine schrittweise Ausbreitung nach Westen. Ausgehend vom nordöstlichen Rand der Berchtesgadener Alpen flog sie durch die nördlichen Kalkalpen, streifte die bayerischen Voralpen, drehte südlich von Schloss Neuschwanstein Richtung Lechtaler Alpen und zog dann doch noch einen Bogen ostwärts übers Reintal und landete schließlich im nordöstlichen Karwendel. Ihre Route verlief auch über Hochlagen und Gebirgskämme, mit wiederholten Höhengewinnen über 2.000 Meter – hier lassen sich gut aktive Thermik‑ und Gratflüge nachvollziehen.
Im nördlichen Karwendel verdichten sich die GPS‑Punkte erneut, was auf eine aktive Nutzung dieses Raums hindeutet.
Treffen mit Luisa
© Christian Steiger
Bereits vor Generls Ankunft hält sich hier bzw. in der Region schon seit vielen Monaten ihre Auswilderungskollegin Luisa auf. Sie weist eine stabile Nutzung desselben Gebiets auf und zeigt wiederholte Rückkehr in identische Teilräume. Auch wenn man aufgrund ihres Alters natürlich noch nicht von einer klaren Etablierung sprechen kann, ist der stetige Aufenthalt in der Region schon bemerkenswert.
Ab dem 8. April zeigen die Telemetriedaten beider Vögel wiederholt räumlich und zeitlich eng überlappende Aufenthalte. Diese mehrfachen Überschneidungen belegen, dass sich Generl und Luisa dort erfreulicherweise getroffen haben.
Anscheinend fungiert das Karwendel inzwischen als Vernetzungsraum im ostalpinen Raum, denn auch Luisa war scheinbar mehrmals mit bisher unbestimmten Bartgeiern dort unterwegs. Noch gibt es dort keine Bartgeierreviere.
Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie es bei den beiden weitergeht und welche spannenden Entwicklungen ihr zweites Lebensjahr noch bereit hält.
Generl Ende März im Jennergebiet
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von David Schuhwerk,