Aufbruch gen Westen: Generls erster großer Ausflug und Treffen mit Luisa

Nun sind sie zusammen im Karwendel unterwegs

Generl im März 26  |© Christian Steiger © Christian Steiger
Einige Tage vor ihrem Verlassen der Berchtesgadener Alpen erreichten uns diese großartigen Bilder von Generl aus ihrem bisherigen Hauptaufenthaltsgebiet am Nordostrand der Berchtesgadener Alpen.

Generl hat Anfang April das erste Mal den Großraum der Berchtesgadener Alpen verlassen und ist westwärts gezogen. Sie hält sich nun im Karwendel auf und ist dort auf die schon länger in der Region verweilende Luisa getroffen.

 

Nachdem Generl – anders als die anderen Jungvögel bisher – sehr stetig in den Berchtesgadener Alpen unterwegs war (und sich auch innerhalb der Region relativ kleinräumig bewegt hat) hat sie anfang April 2026 erstmals ihr bisheriges Kerngebiet  verlassen. Die GPSDaten zeigen eine schrittweise Ausbreitung nach Westen. Ausgehend vom nordöstlichen Rand der Berchtesgadener Alpen flog sie durch die nördlichen Kalkalpen, streifte die bayerischen Voralpen, drehte südlich von Schloss Neuschwanstein Richtung Lechtaler Alpen und zog dann doch noch einen Bogen ostwärts übers Reintal und landete schließlich im nordöstlichen Karwendel. Ihre Route verlief auch über Hochlagen und Gebirgskämme, mit wiederholten Höhengewinnen über 2.000Meter – hier lassen sich gut aktive Thermik und Gratflüge nachvollziehen.

Im nördlichen Karwendel verdichten sich die GPSPunkte erneut, was auf eine aktive Nutzung dieses Raums hindeutet.

 

 

Treffen mit Luisa

Generl im März 26  |© Christian Steiger © Christian Steiger
Bartgeierfotos auf denen die Ringe so deutlich zu erkennen sind, sind eher selten. Man wird aber noch eine ganze Weile ihre Markierungen gut erkennen können.

Bereits vor Generls Ankunft hält sich hier bzw. in der Region schon seit vielen Monaten ihre  Auswilderungskollegin Luisa auf. Sie weist eine stabile Nutzung desselben Gebiets auf und zeigt wiederholte Rückkehr in identische Teilräume. Auch wenn man aufgrund ihres Alters natürlich noch nicht von einer klaren Etablierung sprechen kann, ist der stetige Aufenthalt in der Region schon bemerkenswert.

Ab dem 8. April zeigen die Telemetriedaten beider Vögel wiederholt räumlich und zeitlich eng überlappende Aufenthalte. Diese mehrfachen Überschneidungen belegen, dass sich Generl und Luisa dort erfreulicherweise getroffen haben.

Anscheinend fungiert das Karwendel inzwischen als Vernetzungsraum im ostalpinen Raum, denn auch Luisa war scheinbar mehrmals mit bisher unbestimmten Bartgeiern dort unterwegs. Noch gibt es dort keine Bartgeierreviere.

Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie es bei den beiden weitergeht und welche spannenden Entwicklungen ihr zweites Lebensjahr noch bereit hält.

 

 

Generl Ende März im Jennergebiet

Generl im Flug  |© Christian Steiger © Christian Steiger
Generl in voller Pracht von oben. Bald wird bei ihr die Mauser des Juvenilgefieders an den inneren Handschwingen starten.

Mitdiskutieren im LBV Forum

LBV Community Logo

Ob Sie Ihre Beobachtungen von der Webcam gerne teilen oder lediglich die bisher geschriebenen Kommentare lesen wollen: In unserem neuen Forum sind Sie richtig! Diskutieren Sie in der wachsenden Community und stellen Sie dem LBV-Team fragen!

Die letzten 12 Beiträge im Forum:

von David Schuhwerk,

Mehr aktuelle Beiträge zum Bartgeier

Newsletter

Der LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.  ist mit Freistellungsbescheid des Zentral-Finanzamtes Nürnberg, Steuer-Nr. 241/109/70060, als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt und gem. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftssteuer freigestellt. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Mehr zur Transparenz