Das Monitoring häufiger Brutvögel

Arbeiten Sie bei Deutschlands Monitoring der Brutvögel mit

Monitoring | © Henning Werth © Henning Werth
Deutschlandweites Monitoring der Brutvögel.

Sie erkennen die häufigen Vogelarten an Federkleid und Gesang? Sie haben zwischen März und Juni jeweils einmal im Monat 3-4 Stunden Zeit für einen 3 Kilometer langen Spaziergang? Sie wollen bei der wichtigen Aufgabe mithelfen, ein Vogelarten-Monitoring in Deutschland in die Praxis umzusetzen? Dann heißen wir Sie beim Monitoring häufiger Brutvögel herzlich willkommen!

Hintergründe zum Vogelmonitoring

Verändert sich Vogelbestände der Agrarlandschaft durch die zunehmende „Vermaisung“ im Folge der Energiewende? Wie stark rückläufig sind die Bestände der Feldlerche? Diese und ähnliche Fragen können nur beantwortet werden, wenn entsprechende Basisdaten auf breiter Fläche in systematischer Weise erhoben werden. Die Bereitstellung von Daten über unsere Vogelbestände ist sogar eine Verpflichtung aus der EU-Vogelschutzrichtlinie und anderer internationaler Abkommen. Auch im Bundesnaturschutzgesetz ist die „gezielte und fortlaufende Ermittlung, Beschreibung und Bewertung des Zustands von Natur und Landschaft…“ vorgeschrieben (§6 BNatSchG). Diese gezielte und fortlaufende Ermittlung -oder anders gesagt, das Monitoring - sind also unverzichtbare Grundlage unseres Wissens über die heimische Vogelwelt und auch für eine Effizienzkontrolle von Schutzgebieten und Maßnahmen im Artenschutz.

Dauerhaftes Monitoring von Vogelarten wird in Deutschland vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und in Bayern vom LBV und dem Landesamt für Umwelt (LfU) koordiniert. Verschiedene Vogelgruppen werden dabei mit unterschiedlichen Methoden in getrennten Modulen erfasst.

Monitoring häufiger Vogelarten in Bayern

Feldlerche im Gras | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Die Feldlerche braucht Schutz und Lebensraum.

Eines der Module konzentriert sich dabei auf die bei Vogelbeobachtern oft wenig attraktive „Normallandschaft“ und deren „häufige“ Vogelarten, die in der Vergangenheit meist wenig Beachtung fanden. Dies führte dazu, dass der Rückgang weit verbreiteter Arten, wie Feldlerche und Haussperling oft erst dann bemerkt wurde, als er schon weit fortgeschritten war. Das vom LBV in Bayern koordinierte „Monitoring häufiger Vogelarten“ schafft durch Zählung auf 1 km2 großen Dauerbeoachtungsflächen die Grundlagen, weitere Veränderungen schon in ihren Anfängen zu erkennen. Nur dann hat man eine Chance gegen negative Entwicklungen auch zeitnah wirksame Gegenmaßnahmen zu finden.

Für häufige Arten wurde 1989 begonnen, ein systematisches Vogelmonitoring aufzubauen. 2004 entstand daraus das methodisch überarbeitete "Monitoring häufiger Brutvogelarten". Deutschland wird dabei mit einem Netz von 2637, jeweils 1 km² großen Probeflächen überzogen, die einmalig vom Bundesamt für Statistik ausgewählt wurden und unveränderlich sind. Auf diesen Probeflächen werden alljährlich die Bestände aller Vogelarten nach bundesweit einheitlichen Methoden erhoben.

Die gewonnen Daten werden regelmäßig vom DDA veröffentlicht und dienen u.a. zur Errechnung von Nachhaltigkeitsindikatoren die einen wichtigen Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung darstellen und Bestandteil der Berichtspflichten im Rahmen der  EU-Vogelschutzrichtlinie sind.

Weitere Module des Vogelmonitorings

In weiteren Modulen des Monitorings werden andere Schwerpunkte gelegt. So gibt es z.B. auch ein Wasservogelmonitoring zur Erfassung rastender und durchziehender Arten unserer Gewässer und Feuchtgebiete. Im Rahmen internationaler Abkommen, wie der Convention on Migratory Species, hat Deutschland eine besondere Verantwortung für die wandernden Arten übernommen. Die seit Ende der 1960er Jahre laufenden Erfassungsprogramme sollen schrittweise verbessert und ihre Anpassung an internationale Verpflichtungen vorangetrieben werden. In einem weiteren Modul werden schwerpunktmäßig gefährdete und geschützte Brutvögel erfasst, was wiederum für die Erstellung der Roten Listen von großer Bedeutung ist. 

Warum Vögel?

Vögel sind die auffälligste, attraktivste und damit auch am besten untersuchte Artengruppe. Da die Durchführung dauerhafter Monitoring Programme nur mit Hilfe zahlreicher ehrenamtlicher Mitarbeiter möglich ist, hat das Monitoring von Vögeln damit die beste Grundlage für die Schaffung einer breiten und soliden Datenbasis. Allein in Deutschland leben diese Programme vom wertvollen Engagement mehrerer tausend Mitarbeiter.

Wie können Sie aktiv werden?

Wenn Sie Interesse an der Bearbeitung einer Dauerbeobachtungsfläche haben, dann prüfen Sie bitte auf den Internetseiten des DDA (Dachverband Deutscher Avifaunisten), wo in der Nähe Ihres Wohnorts noch solche Probeflächen frei sind. Einen ersten Überblick können Sie sich dort auch anhand einer Online Karte verschaffen. Nehmen Sie anschließend Kontakt mit uns auf, um weitere Informationen und genaueres Kartenmaterial zu bekommen. Einige der zum Kartieren nötigen Materialien können Sie auch am rechten Rand auf der LBV Monitoring-Seite downloaden (Kartieranleitung, Programminfos u.s.w.).

Wo kann ich weitere Details erfahren?

Auf der Seite des DDA gibt es allgemeine Informationen, Nachrichten zum Vogelmonitoring und eine jährliche Zusammenfassung wichtiger Ergebnisse in der Veröffentlichung "Vögel in Deutschland".

Auf der Seite des Bundesamts für Naturschutz (BfN) finden sich weitere Informationen zu den verschiedenen Modulen des Vogelmonitorings.

Zur vertiefenden Information über verschiedene Monitoringmethoden und -Programme ist auch das 2012 vom BfN herausgegebene Buch "Vogelmonitoring in Deutschland" (Sudfeldt et al. 2012, in der Serie Naturschutz und Biologische Vielfalt, Heft 119) sehr zu empfehlen. Hier finden Sie ein Bestellformular.

Weiterhin veröffentlicht die Arbeitsgemeinschaft seltene Brutvögel in Bayern (AGSB), alle paar Jahre eine Zusammenfassung von auf Plausibilität geprüften Beobachtungsdaten seltener Brutvogelarten in Bayern und stellt diese für Verbände und Behörden zur Verfügung.

Thomas Rödl

Ihre Fragen beantwortet Ihnen:

Dr. Thomas Rödl

0 91 74 / 47 75 - 74 36

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