Zugvögel verbinden Bayern und Burkina Faso
Lebensräume stärken, Zukunft sichern: LBV schützt gemeinsam mit Naturama wichtige Lebensräume für Zugvögel
Vögel, die von Europa nach Westafrika südlich der Sahara ziehen, sind beeindruckende Langstreckenzieher. Zu ihnen gehören Arten wie Gartenrotschwanz, Fitis, Trauerschnäpper und Turteltaube. Nach der Brutsaison fliegen sie in die Sudanzone südlich der Sahara. Auf ihrer Route erwarten sie enorme Herausforderungen. Gemeinsam mit unserem Partner Naturama setzen wir uns in Burkina Faso dafür ein, wichtige Lebensräume zu erhalten und wiederherzustellen. So schaffen wir eine Zukunft für Zugvögel – und für die Menschen, die mit ihnen dieselben Landschaften teilen.
Die Saharaüberquerung umfasst rund 2.000 Kilometer nahezu ohne Wasser, Nahrung oder Rastplätze, oft nonstop in einer Nacht. Auch im Mittelmeerraum drohen Gefahren wie illegale Jagd und der Verlust traditioneller Rastplätze. Südlich der Sahara verändert der Klimawandel die Landschaft rasant; Überweidung, Landwirtschaft, Holzeinschlag, Trockenperioden und Pestizide lassen Nahrung knapp werden.
Warum nehmen die Zugvogelbestände so rapide ab?
Viele Zugvögel finden heute auf ihren langen Reisen deutlich schlechtere Bedingungen vor als früher. In Deutschland verschwinden immer mehr geeignete Lebensräume – Wiesen, Moore, Hecken und insektenreiche Felder werden zu intensiv genutzten Agrarflächen oder Siedlungen. Dadurch fehlt es den Vögeln an Nahrung und sicheren Brutplätzen.
Auch entlang der Zugrouten verschlechtern sich die Bedingungen: Feuchtgebiete trocknen aus, Rastplätze gehen verloren, und in einigen Regionen werden Zugvögel weiterhin bejagt. Zusätzlich erschweren Klimaveränderungen den Zug, weil sich Wetterlagen verschieben und Nahrung zu anderen Zeiten verfügbar ist. Eine frühere Ankunft am Brutplatz führt zu einer ökologischen Diskrepanz zwischen Vögeln und ihren Insektenbeutetieren.
KURZ GESAGT:
Weniger Lebensraum, weniger Nahrung und Gefahren auf der Reise führen dazu, dass viele Zugvogelarten stark abnehmen.
Landwirtschaftliche Intensivierung in Burkina Faso
In Burkina Faso ist ein wichtiger Grund für die schlechten Überwinterungsbedingungen unserer Zugvögel die landwirtschaftliche Intensivierung: Wälder, Savannen und andere natürliche Lebensräume verschwinden, die landwirtschaftliche Intensivierung ist auf dem Vormarsch.
© Franz Bairlein
Kernidee: Wir schaffen gemeinsam grüne Inseln im Sahel für Vögel und Menschen
Wenn bayerische Zugvögel Burkina Faso und damit die Zone südlich der Sahara erreichen, brauchen sie Lebensräume, die ihnen Schutz und Nahrung bieten. Gleichzeitig brauchen die Menschen vor Ort Perspektiven. Unser Projekt verbindet beides – nachhaltig, partnerschaftlich und zukunftsorientiert.
Wir kooperieren mit unserem Partner Naturama www.naturama.bf. Naturama ist Partner im weltweiten BirdLife International Netzwerk.
Was wir konkret tun
Abschnitt 1: Aufforstung & Lebensräume
- Anlage von Baumschulen
- Pflanzung von Schatten- und Futterbäumen
- Schutz junger Bäume durch lokale Baumpatenschaften
- Schutz angestammter Habitate der Zugvögel
Abschnitt 2: Unterstützung der Bevölkerung
- Schulung von Frauen in nachhaltiger Landwirtschaft, z.B. Gemüseanbau
- Aufbau von Frauenkooperativen für Vermarktung
Abschnitt 3: Forschung & Bildung
- Vogelmonitoring mit moderner Technik durch lokale Fachkräfte
- digitale Lernpartnerschaften
- Austauschprogramme
- Vernetzung mit anderen Projektinitiativen, z.B. der Schweizer Vogelwarte
Mitmachen & Kontakt
Gemeinsam Zukunft pflanzen Jeder Baum, jede Schulung und jede Partnerschaft bringt uns einer grüneren Savanne näher – und schützt die Zugvögel, die jedes Jahr zwischen Bayern und Westafrika pendeln. Fragen zum Projekt beantwortet Ihnen Doris Thurau doris.thurau@lbv.de.
So können Sie uns unterstützen:
- Spenden für Baumschulen und Bildungsmaßnahmen
- Horchboxen für Vogelmonitoring
Wir danken unserem Großspender Dr. Moritz Kübel aus München ganz herzlich für seine großzügige finanzielle Unterstützung, ohne die das Projekt nicht möglich wäre!