Die Klimakrise bedroht das Überleben von Mensch und Natur

LBV ist aktiv für den Klimaschutz in Bayern

Die Klimakrise bedroht nicht nur uns Menschen, auch viele Tiere und Pflanzen werden verschwinden. Am Freitag, den 25.09.2020 ruft Fridays for Future wieder zum globalen Klimastreik auf und wir unterstützen sie dabei. Denn es ist dringend Zeit zu handeln!

Alpenschneehuhn im Sommerkleid | © Henning Werth © Henning Werth
Das Alpenschneehuhn wird - wenn der Klimawandel nicht gebremst wird - seinen Lebensraum zu 100 % verlieren

Deshalb setzen wir uns für die bayerische Natur ein und fördern ein stärkeres Bewusstsein und Verständnis der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und Klima. Wir unterstützen Maßnahmen, dass unsere Heimat auch unter veränderten Klimabedingungen naturnahe Lebensräume für Tiere und Pflanzen bietet und diese besser vernetzt werden. Wir erhalten Feuchtgebiete, Quellen und naturnahe Flussläufe, die wichtig für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt, für viele Arten und für eine Milderung der Auswirkungen der Klimakrise sind

Die Klimakrise ist eine existentielle Bedrohung

Vertrocknete Erde | © Dieter Hopf © Dieter Hopf

Katastrophale Ereignisse wie das Auftauen von Permafrostböden, unkontrollierte Brände in der Arktis und ein sprunghafter Anstieg des Schwunds von Gletschern, zeigen, dass bisherige Voraussagen zur Klimaentwicklung schon längst von der Realität eingeholt werden.

In wissenschaftlich zurückhaltender Weise sind die Klimamodelle oft eher zu konservativ, als dass sie jemals übertrieben hätten. Auch bei uns sind die Auswirkungen durch aufeinander folgende Sommer mit jeweils extremen Hitzewellen und Dürre, Ernteausfällen und Waldschäden für jeden deutlich spürbar und führten unmittelbar zu vielen Todesfällen.

2019 setzten Entwicklungen ein, die z.T. erst für das Ende des Jahrhunderts erwartet wurden. Klimawissenschaftler im Jahr 2019 werden nicht müde zu betonen, dass wir unbedingt die maximale globale Klimaerwärmung auf 1,5°C Durchschnittstemperatur begrenzen müssen.

Darüber steigt die Wahrscheinlichkeit von Kipppunkten, d.h. sich selbst verstärkende und unkontrollierbare Entwicklungen des Klimas. Bei einer Erwärmung von 2°C oder darüber (im Vergleich zur vorindustriellen Durchschnittstemperatur) besteht die Gefahr einer unkontrollierbaren Eskalation, die dann unaufhaltsam auf eine Erderhitzung von 4 Grad und mehr zusteuern würde, was unsere moderne Zivilisation und ein großer Teil der Pflanzen und Tiere nicht überleben würden.

Neueste Studien machen deutlich, dass konsequenter Klimaschutz innerhalb der nächsten 10 Jahre erfolgen muss, d.h. eine Umstellung auf klimaneutrale Gesellschaften. Nur dann haben auch unsere Lebensräume, Tiere und Pflanzen eine Überlebenschance.

Klimawandel bedroht 30 % der Arten in Deutschland

Bienenfresser auf Ast | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Bienenfresser sind vermehrt bei uns zu sehen

Hitzewellen, Stürme, Überschwemmungen, schmelzende Gletscher und Erdrutsche: Wir spüren schon längst die Auswirkungen der Klimakrise.

Klimazonen verschieben sich und mit ihnen die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Wärmeliebende Vogel- und Insektenarten wie der Bienenfresser und die Gottesanbeterin breiten sich aufgrund gestiegener Temperaturen nach Norden aus.

Es wird jedoch viel mehr Verlierer als Gewinner durch die Klimakrise geben. Kälteliebende Tiere wie das Schneehuhn werden bald keine Ausweichmöglichkeiten in kühleren Höhen mehr finden. Und Langstreckenzieher unter den Zugvögeln wie der Trauerschnäpper sind in ihrem Bestand bedroht, da sie sich schlechter an die Klimaveränderungen anpassen können.

Um den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen, fordern wir mehr Anstrengungen im Natur- und Klimaschutz. Sollten wir die Erderwärmung nicht auf 1,5 Grad begrenzen können, werden allein in Deutschland bis zu 30 Prozent der Tier- und Pflanzenarten das nicht überstehen.

Einige Arten werden in andere Gebiete ausweichen

Der Studie nach wird das Klima im Verlauf des 21. Jahrhunderts viele Vogelarten dazu zwingen, in andere Gebiete zu wandern. Für einige Arten wird dies allerdings unmöglich sein, ganz besonders für jene in den Alpen. In Verbindung mit anderen Gefährdungsfaktoren ist ihr Aussterben dann nicht mehr aufzuhalten.

Naturschutz ist Klimaschutz

Die Umweltstiftung Euronatur belegt in einer Studie den großen Effekt von Naturschutzmaßnahmen auf das Klima. So binden Moore, vielfältige Wälder und Feuchtgebiete viel der schädlichen Klimagase CO2, Methan und Lachgas. Die LBV-Strategie, solche Flächen mit dem Arche Noah Fonds anzukaufen und zu erhalten, ist also effektiver Klimaschutz. Unterstützen Sie diese Strategie durch eine Spende an den Arche Noah Fonds.

Ihre Fragen beantwortet Ihnen:

Helmut Beran

0 91 74 / 47 75 - 70 29

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