Die Klimakrise bedroht das Überleben von Mensch und Natur

LBV ist aktiv für den Klimaschutz in Bayern

Die Klimakrise bedroht nicht nur uns Menschen, auch viele Tiere und Pflanzen werden verschwinden.

Trauerschnäpper auf Ast | © Hans-Joachim Fünfstück © Hans-Joachim Fünfstück
Trauerschnäpper

Deshalb setzen wir uns für die bayerische Natur ein und fördern ein stärkeres Bewusstsein und Verständnis der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und Klima. Wir unterstützen Maßnahmen, dass unsere Heimat auch unter veränderten Klimabedingungen naturnahe Lebensräume für Tiere und Pflanzen bietet und diese besser vernetzt werden. Wir erhalten Feuchtgebiete, Quellen und naturnahe Flussläufe, die wichtig für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt, für viele Arten und für eine Milderung der Auswirkungen der Klimakrise sind

Die Klimakrise ist eine existentielle Bedrohung

Vertrocknete Erde | © Dieter Hopf © Dieter Hopf

Katastrophale Ereignisse wie das Auftauen von Permafrostböden, unkontrollierte Brände in der Arktis und ein sprunghafter Anstieg des Schwunds von Gletschern, zeigen, dass bisherige Voraussagen zur Klimaentwicklung schon längst von der Realität eingeholt werden.

In wissenschaftlich zurückhaltender Weise sind die Klimamodelle oft eher zu konservativ, als dass sie jemals übertrieben hätten. Auch bei uns sind die Auswirkungen durch aufeinander folgende Sommer mit jeweils extremen Hitzewellen und Dürre, Ernteausfällen und Waldschäden für jeden deutlich spürbar und führten unmittelbar zu vielen Todesfällen.

2019 setzten Entwicklungen ein, die z.T. erst für das Ende des Jahrhunderts erwartet wurden. Klimawissenschaftler im Jahr 2019 werden nicht müde zu betonen, dass wir unbedingt die maximale globale Klimaerwärmung auf 1,5°C Durchschnittstemperatur begrenzen müssen.

Darüber steigt die Wahrscheinlichkeit von Kipppunkten, d.h. sich selbst verstärkende und unkontrollierbare Entwicklungen des Klimas. Bei einer Erwärmung von 2°C oder darüber (im Vergleich zur vorindustriellen Durchschnittstemperatur) besteht die Gefahr einer unkontrollierbaren Eskalation, die dann unaufhaltsam auf eine Erderhitzung von 4 Grad und mehr zusteuern würde, was unsere moderne Zivilisation und ein großer Teil der Pflanzen und Tiere nicht überleben würden.

Neueste Studien machen deutlich, dass konsequenter Klimaschutz innerhalb der nächsten 10 Jahre erfolgen muss, d.h. eine Umstellung auf klimaneutrale Gesellschaften. Nur dann haben auch unsere Lebensräume, Tiere und Pflanzen eine Überlebenschance.

Naturschutz ist Klimaschutz

Die Umweltstiftung Euronatur belegt in einer Studie den großen Effekt von Naturschutzmaßnahmen auf das Klima. So binden Moore, vielfältige Wälder und Feuchtgebiete viel der schädlichen Klimagase CO2, Methan und Lachgas. Die LBV-Strategie, solche Flächen mit dem Arche Noah Fonds anzukaufen und zu erhalten, ist also effektiver Klimaschutz. Unterstützen Sie diese Strategie durch eine Spende an den Arche Noah Fonds.

Klimawandel bedroht 30 % der Arten in Deutschland

Bienenfresser auf Ast | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Bienenfresser sind vermehrt bei uns zu sehen

Hitzewellen, Stürme, Überschwemmungen, schmelzende Gletscher und Erdrutsche: Wir spüren schon längst die Auswirkungen der Klimakrise.

Klimazonen verschieben sich und mit ihnen die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Wärmeliebende Vogel- und Insektenarten wie der Bienenfresser und die Gottesanbeterin breiten sich aufgrund gestiegener Temperaturen nach Norden aus.

Es wird jedoch viel mehr Verlierer als Gewinner durch die Klimakrise geben. Kälteliebende Tiere wie das Schneehuhn werden bald keine Ausweichmöglichkeiten in kühleren Höhen mehr finden. Und Langstreckenzieher unter den Zugvögeln wie der Trauerschnäpper sind in ihrem Bestand bedroht, da sie sich schlechter an die Klimaveränderungen anpassen können.

In einer Broschüre dokumentiert der LBV-Partner NABU am Beispiel von 30 Tier- und Pflanzenarten auf bislang einmalige Art und Weise, wie sich der Klimawandel bereits auf unsere Fauna und Flora auswirkt und welche Veränderungen noch zu erwarten sind.

Um den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen, fordern wir mehr Anstrengungen im Natur- und Klimaschutz. Sollten wir die Erderwärmung nicht auf 1,5 Grad begrenzen können, werden allein in Deutschland bis zu 30 Prozent der Tier- und Pflanzenarten das nicht überstehen.

Einige Arten werden in andere Gebiete ausweichen

Der Studie nach wird das Klima im Verlauf des 21. Jahrhunderts viele Vogelarten dazu zwingen, in andere Gebiete zu wandern. Für einige Arten wird dies allerdings unmöglich sein. In Verbindung mit anderen Gefährdungsfaktoren ist ihr Aussterben dann nicht mehr aufzuhalten.

Natura 2000-Gebiete bilden Rückgrat biologischer Vielfalt

Die Studie zeigt auch Wege auf, wie diesen Herausforderungen begegnet werden kann. Einen wichtigen Baustein bildet das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000. Die darin enthaltenen Gebiete müssen besser geschützt, gemanagt und miteinander vernetzt werden.

Nur in funktionierenden ausreichend großen Lebensräumen können die Populationen von Tieren und Pflanzen robust genug sein, dem Klimawandel zu trotzen. Sie bilden das Rückgrat der Biologischen Vielfalt und können die erwarteten Veränderungen durch den Klimawandel abpuffern.

Zusammenhängende, naturnahe Lebensräume, wie unsere Moore, Feuchtgebiete und die großen Misch- und Laubwälder mit standortgemäßen Baumarten, haben auch ihrerseits eine puffernde Wirkung auf das Klima, durch eine hohe CO2-Speicherkapazität wie auch durch mildernden Einfluss bei Hitzewellen und Dürren.

Zusammenhängende funktionale Großschutzgebiete sind der beste Garant für das Fortbestehen robuster und artenreicher Lebensräume.

Wir brauchen naturnähere Wälder

Laubwald am Tag | © Bernd Raab © Bernd Raab
Wälder entlasten die Atmosphäre

Wälder entlasten die Atmosphäre durch die Bindung großer Mengen von CO2. Die Klimakrise belastet jedoch die Wälder z.B. in ihrer Anfälligkeit gegenüber Naturereignissen. Deshalb müssen unsere Wälder fit für die Zukunft gemacht werden.

Mit entsprechenden waldbaulichen Methoden kann dies gelingen. Nur die Neupflanzung von Bäumen in weiteren Monokulturen kann kein Ersatz sein für funktionale alte Mischwälder, wie wir sie in den ausgedehnten Buchenmischwälder in Steigerwald und Spessart noch finden.

Solche standortgemäßen Waldökosysteme sind die besten CO2-Speicher und auch robuster gegenüber sich schnell verändernden Umweltbedingungen.

Am besten lässt sich dies an der Fichte verdeutlichen: Fichten bevorzugen feuchte, kühle Standorte und sind daher wenig trockenheits- und hitzetolerant. Aufgrund des zunehmenden Trockenstresses sind sie anfällig gegenüber Borkenkäferbefall und in der Folge auch gegenüber häufiger auftretenden Sturmereignissen. So sind nach zwei Extremsommern in Folge in Nordostbayern ganze Wälder komplett abgestorben. Wofür der Begriff „Waldsterben 2.0“ geprägt wurde.

Hinzu kommt die Instabilität von Fichtenwäldern durch großflächige Pflanzung auf ungeeigneten Standorten. Die Fichten-dominierten Wirtschaftswälder haben ein massives Problem. Ein Großteil der Fichtenbestände muss deshalb in klimatolerante Mischwälder umgebaut werden - Eine verantwortungsvolle Aufgabe mit höchster Brisanz.

Wir müssen Zusammenhänge besser berücksichtigen

Klimaschutz und Schutz der Biodiversität müssen zusammen gedacht werden und unterstützen sich gegenseitig. Schützen wir unsere Lebensräume und ihre wichtigen Ökosystemfunktionen, schützen wir das Klima und umgekehrt. Auch unser menschliches Wohlergehen hängt von beiden ab.

Da der Klimaschutz jahrzehntelang vertagt und teilweise sogar verhindert wurde, stehen wir jetzt vor enormen Herausforderungen. Einen Umbau von ressourcenverbrauchenden und zerstörerischen Routinen in Wirtschaft, Politik und Alltag.

Das wird nicht mit einem „business as usual“ funktionieren, sondern benötigt aufeinander abgestimmte, grundlegende Veränderungen in Naturschutz, Landnutzung, Konsumverhalten, sozialer Gerechtigkeit und den nötigen politischen Weichenstellungen dazu.

Diese Anstrengungen werden sich letztlich lohnen, für uns Menschen, für ein erträgliches Klima und für Artenvielfalt, letztlich alles die Grundlage für unser Wohlergeben

Ihre Fragen beantwortet Ihnen:

Helmut Beran

0 91 74 / 47 75 - 70 29

Newsletter

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) ist mit Freistellungsbescheid des Zentral-Finanzamtes Nürnberg, Steuer-Nr. 241/109/70060, als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt und gem. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftssteuer freigestellt. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Mehr