Im Einsatz für den Kiebitz

Der Kiebitz ist ursprünglich ein Wiesenbrüter. Noch vor 50 Jahren war er auf den Feldern und Wiesen in Deutschland häufig zu sehen. Heute ist er aus vielen Agrarlandschaften verschwunden und gilt als „stark gefährdet“. Am liebsten nistet er in Feuchtwiesen. Allerdings ist dieser Lebensraum durch Trockenlegungen und Grünlandumbruch selten geworden. Obwohl sich der standorttreue Kiebitz als sehr anpassungsfähig erwiesen hat und mittlerweile vermehrt Ackerflächen nutzt, ist der Bruterfolg dort einfach zu gering. Entsprechend haben die Brutbestände in Bayern in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. In den letzten 30 Jahren sind die Bestände um fast 90 Prozent zurückgegangen. Unterstützen Sie uns!

Gründe für den Rückgang sind die industrielle Landwirtschaft und frühe Mahdtermine. Ebenso macht der Einsatz von Pestiziden den Kiebitzen zu schaffen. Sie finden immer weniger Insektennahrung. Dabei wissen wir, was wir tun müssen, um den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Konkret heißt das, Düngemittel und Pestizide zu reduzieren und Strukturen wie Blühflächen, Wegränder und Feldraine in die Agrarlandschaft zurückzuholen.

Naturschonende Bewirtschaftung

Kiebitzgelege | © M. Bosch © M. Bosch
Durch ihre Tarnfarbe sind die Kiebitz-Eier schwer zu erkennen

Die sensibelste Phase für das Kiebitzweibchen beginnt im April mit der Eiablage. Kiebitze legen im Abstand von einigen Tagen vier Eier. Solange das Gelege noch nicht vollständig ist, sind Störungen fatal. Meistens wird das Gelege aufgegeben. Auch während der Brutzeit können Störungen dazu führen, dass das Gelege verlassen wird.

Außerdem werden die unauffälligen Nester mit den tarnfarbenen Eiern bei der Bodenbearbeitung leicht übersehen. Oft werden sie unabsichtlich zerstört. Zum Schutz der Kiebitze sollte auf die Bodenbearbeitung von April bis Mitte Mai verzichtet werden. Der Staat fördert die Maßnahmen im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms (VNP). Wir beraten Landwirte hinsichtlich einer naturschonenden Bewirtschaftung und deren Fördermöglichkeiten.

Kiebitzinseln anlegen

Gelegeschutz | © LBV © LBV
Ein Zaun schützt die Gelege

Zusammen mit den Landwirten legen wir „Kiebitzinseln“ an. Die Flächen, die innerhalb von Äckern oder Intensivgrünland liegen, sollen den Vögeln Schutzzonen zum Brüten und zur Nahrungssuche bieten. Die Kiebitzinseln sind von der landwirtschaftlichen Nutzung ausgeschlossen.

Auf den restlichen Flächen kann beispielsweise Sommergetreide ausgesät werden, das erst nach dem 15. Juli geerntet wird. Damit die jungen Kiebitze vor Räubern wie Fuchs und Marder geschützt sind, werden sie zusätzlich mit einem Zaun beschützt.

LBV-Schutzgebiete

Altmühl | © Ch. Geidel © Ch. Geidel
LBV-Schutzgebiet Altmühlwiesen

In den letzten 30 Jahren konnte der ARCHE NOAH FONDS über 3.000 Hektar durch Kauf und Pacht schützen. Aber nicht nur der Ankauf ist wichtig, sondern auch die Pflege und Renaturierung der Flächen.

Beispielsweise in unseren Schutzgebieten im Wittislinger Ried bei Dillingen (18 ha) oder auf den Altmühlwiesen bei Gunzenhausen (14 ha) finden die Kiebitze noch Zuflucht. Durch die späte und schonende Mahd bieten diese Flächen dem stark bedrohten Kiebitz einen Lebensraum.

Unterstützen Sie uns

Kiebitz-Küken | © R. Sturm © R. Sturm
Unterstützen Sie uns beim Kiebitzschutz
  • Mit 60 Euro können wir rund 30 Quadratmeter Biotopflächen für die Kiebitze ankaufen.
  • Mit 100 Euro können wir einen Zaun für den Schutz der Gelege aufstellen.
  • Mit 500 Euro können wir einen Bagger für die Flächenrenaturierung engagieren.

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LBV-Spendenkonto:

DE28 7645 0000 0750 9060 34

Verwendungszweck: Agrarlandschaft

Alexander Stark

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Alexander Stark

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