Igel und Co. vor dem Tod im Feuer retten

Am 21. Juni heißt es aufpassen, denn am längsten Tag des Jahres kommen bei sogenannten Sonnenwend- oder auch Johannisfeuer oft Igel und andere Tiere qualvoll in den Flammen ums Leben.

Osterfeuer | © Christiane-Geidel © Christiane-Geidel
Vor dem Anzünden Vorsicht walten lassen: Leben darin Igel oder andere Arten?

Viele bedenken nicht, dass der aufgeschichtete Holzhaufen eine ideale Versteckmöglichkeit für Kleintiere wie den Igel oder sogar einen sicheren Brutplatz für Vögel bietet. Wir raten daher zur Vorsicht, wenn es um das vorschnelle Anzünden der Totholzhaufen geht und geben hilfreiche Tipps, wie jeder das traditionelle Feuer genießen kann, ohne dass dabei Igel und Co. ihr Leben lassen müssen. 

Holzhaufen unbedingt umschichten!

Igel im Laub | © M. Wagner © M. Wagner
Haben sich Igel im Holz versteckt?

Wie schon zu Ostern muss auch beim Abbrennen der Feuer zur Sommersonnenwende darauf geachtet werden, ob sich in dafür angelegten den Holzhaufen Tiere niedergelassen haben. Da leider häufig schon frühzeitig damit begonnen wird, die Totholzhaufen aufzuschichten, nutzen Igel, Mäuse, Marder und Amphibien diese gerne als Wohnquartiere. Außerdem brüten einige Vogelarten wie Zaunkönig, Rotkehlchen und Heckenbraunelle sehr gern in solchen Haufen. So laufen Igel bei Lärm nicht weg, sondern ducken sich erst Mal und warten ab. Das Anzünden des Sonnenwendfeuers bedeutet für die darin lebenden Tiere leider häufig einen grausamen Tod, sofern keine Maßnahmen getroffen werden.

Kurzfristig raten wir deshalb das Brennmaterial in jedem Fall vor dem Feuer nochmals umzuschichten. Wo dies nicht möglich ist, hilft der Einsatz eines Ultraschallgerätes, das zum Beispiel als Marderschreck verwendet wird, die Tiere zu vertreiben und somit retten. Grundsätzlich sollte mit dem Aufschichten der Reisig- oder Holzhaufen aber so spät wie möglich begonnen werden. Dadurch wird verhindert, dass sich Kleintiere und Vögel überhaupt erst darin ansiedeln können. Zudem vermeidet man so, dass die Holzhaufen zum illegalen Abladen von Sperrmüll missbraucht werden. Falls ein Haufen schon vorher aufgebaut werden muss, so kann der Zugang für die Tiere mit Netzen oder engmaschigen Zäunen versperrt werden.

Bis zu mehrere tausend Euro Strafe bei Verbrennen wilder Tiere

Blindschleiche im Kompost | © A. Meusling © A. Meusling
Holzhaufen als Versteck für Blindschleichen.

Die Rechtslage in diesem Zusammenhang ist eindeutig: Ist bekannt, dass länger aufgeschichtete Holz- oder Reisighaufen von Tieren als Brut- und Wohnstätte genutzt werden, so dürfen diese nicht mehr durch Abbrennen zerstört werden, da Wildtiere durch das Bundesnaturschutzgesetzt geschützt sind. Beobachten genügend Zeugen den Flammentod von Wildtieren, kann es für den Veranstalter teuer werden, denn derartige Ordnungswidrigkeiten können mehrere tausend Euro kosten. Und ob ungewollt oder nicht, Umweltkriminalität ist kein Kavaliersdelikt.

Newsletter