Gärtnern ohne Torf

Ein wirksamer Beitrag zum Moor- und Klimaschutz

Wer in Gartencentern oder Baumärkten Blumenerde kaufen möchte, findet ein riesiges Angebot. Doch diese "Erden" bestehen meist nahezu ausschließlich aus Torf. Manchmal mit dem Zusatz "Bio" oder "hergestellt aus nachwachsendem Rohstoff". Vielen Hobbygärtnern ist nicht bewusst, dass sie damit zur Zerstörung von Mooren beitragen - alleine in Deutschland auf über 30.000 Hektar.

Torfabbau in einem Moor, was dadurch zerstört wird | © Willi Rolfes © Willi Rolfes
Moorzerstörung für den Garten

Torf entsteht nur in intakten Mooren durch das Wachstum von Torfmoos. Es dauert 1.000 Jahre bis 1 m Torfschicht entstanden ist. Allein für den Freizeitgartenbau werden in Deutschland alljährlich ca. 3 Mio. m³ Torf abgebaut. Wir haben für Sie die besten Tipps für torffreies Gärtnern zusammengestellt.

Außerdem wird durch den Torfabbau das im Moor gebundene Kohlendioxid freigesetzt. Torfabbau befeuert den Treibhauseffekt. Für Deutschland entspricht dies rund 4,5% der gesamten Treibhausgasemission. Dieser Wert erhöht sich noch, wenn man bedenkt, dass ein zunehmender Teil des in Deutschland verbrauchten Torfes aus den baltischen Ländern stammt und mit LKWs transportiert wird.

Diese immense Umweltzerstörung muss nicht sein. Wie gärtnerische Lehr- und Forschungsanstalten z.B. an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf nachweisen, sind torffreie Substrate genauso gut. Diese bestehen aus einer Mischung von Kompost, Rindenhumus, Holzfasern und gelegentlich auch Kokosfasern und alle namhaften Hersteller von Blumenerden bieten in ihrem Sortiment torffreie Erdsubstrate an.

Eglinger Filz nach der Wiedervernässung | © Thomas Dürst © Thomas Dürst

Obwohl Moore nur etwa 3 % der Landfl äche einnehmen, speichern sie etwa 6 mal mehr Kohlenstoff als alle Wälder dieser Erde. Nach der Entwässerung von Mooren und der Verrottung des verwendeten Torfes erfolgt durch den Sauerstoff zutritt eine Rückwandlung des Kohlenstoff es in Kohlendioxid, das nun wieder in die Atmosphäre entweicht. Entwässerte Moore und der Abbau von Torf verursachen etwa 8 % der Treibhausgasemission und zählen damit zu einer der größten Quelle des Klimagases. Untersuchungen zeigen, dass eine Wiedervernässung von Mooren und dadurch der Erhalt des Torfkörpers die Freisetzung von CO2 rasch stoppt bzw. auf ein Minimum reduziert.

Durch einen Stopp des Torfabbaues und Wiedervernässung bzw. Renaturierung geschädigter Moore können mit einem relativ geringen Einsatz finanzieller Mittel große Mengen des entweichenden Klimagases sehr wirksam und einfach vermieden werden. Jeder Gartenbesitzer und Hobbygärtner kann dabei einen Beitrag leisten, indem auf den Kauf und die Verwendung von Torf und torfhaltigen Blumenerden verzichtet wird. Alle namhaften Hersteller von Blumenerden bieten in ihrem Sortiment torffreie Erdsubstrate an. Diese bestehen aus einer Mischung von Kompost, Rindenhumus, Holzfasern und gelegentlich auch Kokosfasern.

Die in gärtnerischen Lehr- und Forschungseinrichtungen durchgeführten Versuche zeigen, dass für die Verwendung im Freizeitgartenbereich torffreie Substrate ebenso gut geeignet sind und Torf dafür nicht erforderlich ist. Im Freizeitgartenbau werden in Deutschland alljährlich über 3 Mio. m³ Torf verbraucht. Ein großer Anteil des verwendeten Torfes kann ohne weiteres durch Kompost und Torfersatzstoffe eingespart werden. Dazu bedarf es nur der Entscheidung,
beim Kauf von Pflanz- und Blumenerde ein torffreies Produkt zu wählen.

Der über Jahrtausende in Mooren entstandene Torf ist zu kostbar, um ihn für einen kurzen Sommer als Blumenerde in Pflanzgefäße zu füllen und nach einmaligen Gebrauch als Abfall zu entsorgen. Beim Kauf von Blumenerde deshalb auf die Bezeichnung „torffrei“ achten!

Helmut Beran

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Helmut Beran

0 91 74 / 47 75 - 70 29

Die wichtigsten Fakten zum Gärtnern ohne Torf

  • ist keine neue Erfindung, sondern eine uralte und bewährte gärtnerische Praxis
  • erhält wertvolle Moore und bewahrt einmalige Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere
  • vermeidet zusätzliche CO2-Freisetzung und Klimabelastung
  • fördert die Verwendung von Kompost, Rindenhumus und Holzfasern aus der Region
  • ist sinnvolle Kreislaufwirtschaft und erhält die Kaufkraft in der Region

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