Geocaching - Was gibt es zu beachten?

Felsbrüter und Geocacher finden gleiche Standorte interessant

Geocaching | © Christiane Geidel © Christiane Geidel
Ein Geocach untergebracht in einer Felshöhle

Im so genannten Geocaching erfährt seit einigen Jahren eine junge Natursportart enormen Zulauf, die erhebliches Konfliktpotenzial mit Naturschutzzielen besitzt und den Störungsdruck unter anderem auf Brutvorkommen felsbrütender und sekundär in Abbaustätten brütender Vogelarten deutlich erhöht.

Geocacher in der nähe eines Uhu-Brutplatzes | © Christiane Geidel © Christiane Geidel
Caches können auch in unmittelbarer Nähe zu Brutplätzen platziert sein

„Geocaching“ ist eine moderne Schnitzeljagd, bei der anhand von Beschreibungen und Koordinatenangaben in Online-Datenbanken ein „Cache“ – ein verstecktes „Logbuch“ und Tauschgegenstände - gesucht werden. In Deutschland existieren derzeit mehr als 150.000 Caches, und die Zahl der Caches wie auch die der Geocacher nimmt weiterhin exponentiell zu. Viele Caches werden bevorzugt in landschaftlich schöner, „romantischer“ Umgebung angelegt und damit oft in naturnahen Bereichen und abseits von öffentlichen Wegen.

Die Suche nach Caches kann damit generell zu Beeinträchtigungen naturschutzfachlich wertvoller Gebiete durch Störungen führen und dies umso mehr, als zumindest ein Teil der Geocacher nach bisherigen Erfahrungen nicht davor zurückscheut, mit behördlichen Verboten (z. B. Wegegeboten in Naturschutzgebieten) oder den Eigentumsrechten von Grundeigentümern (z. B. in Steinbrüchen) in Konflikt zu kommen, beziehungsweise ein Teil der Caches so angelegt wurde, dass das „loggen“ des Caches nur mit solchen Übertretungen möglich ist. In den letzten Jahren bekannt gewordene konkrete Konflikte belegen, dass die mit der Cachesuche verbundenen Störungen auch immer wieder Brutplätze des Uhus, des Wanderfalken und anderer felsbrütender Vogelarten gefährden, insbesondere in Sekundärhabitaten wie Steinbrüchen und anderen Abbaustätten

Wo liegen die konkreten Probleme?

  • Felsbrüter und Geocacher finden die gleichen Standorte interessant
  • Geocacher wissen meist nichts über Felsbrüter
  • Störungen unmittelbar an den Brutplätzen möglich
  • Störungen im Umfeld der Brutplätze möglich
  • Störungen an den Tageseinständen und Rupfkanzeln möglich
  • Störungen sind tagsüber und auch nachts möglich
  • Störungen sind zu jeder Jahreszeit möglich

Wie geht man mit Geocaching am besten um?

  • Toleranz zeigen und Geocacher nicht pauschal verurteilen
  • kritische Geocaches identifizieren (aufsuchen und mit Fotos dokumentieren)
  • Cache auf keinen Fall entfernen/entsorgen
  • Umgebung auf mögliche alternative Versteckstandorte prüfen (Koordinaten erfassen und mit Fotos dokumentieren)
  • Kontakt zu Owner aufnehmen
  • Owner alternativen Standort vorschlagen
  • Kontakt zu Reviewer/Support aufnehmen
Andreas Wurm

Ihre Fragen beantwortet Ihnen:

Andreas Wurm

Dipl.-Ing. (FH) Wald- und Forstwirtschaft

Newsletter