Wie kommen Vögel mit Frost und Schnee klar?

Gruppenkuscheln und kalte Füße gegen die Kälte

Andauernde kalte Temperaturen und frostige Nächte haben die heimische Vogelwelt fest im Griff. Auch wenn der Körper der Vögel dank wärmender Daunen und wetterfester Deckfedern hervorragend gegen Kälte isoliert ist, greifen sie zu Überwinterungstricks.

Blässhuhn auf einem zugefrorenen Gewässer | © Carl-Peter Herbolzheimer © Carl-Peter Herbolzheimer
Die meisten Vögel haben einen sogenannten Wärmetauscher in den Füßen, um nicht festzufrieren

Manche Vogelarten, wie der Zaunkönig, bilden bei Kälte Schlafgemeinschaften. Enten oder Schwäne wiederum besitzen in ihren Füßen einen sogenannten Wärmetauscher. Außerdem freuen sich die Singvögel im Garten nach überstandener Nacht über reichhaltige Futterstellen, an denen sie ihren Energiehaushalt schnell wieder auftanken können. Sorgen machen wir uns jedoch um Mäusejäger wie die Schleiereule, denn geschlossene Schneedecken erschweren die Nahrungssuche enorm.

Gartenvögel verlieren bis zu 10 Prozent ihres Körpergewichts über Nacht

Drei Feldsperlinge sitzen versetzt auf einem mit Schnee bedeckten Ast und schauen nach rechts | © Manfred Kühn © Manfred Kühn
Feldsperlinge im Schnee

Nach einer überstandenen kalten Nacht haben alle Gartenvögel morgens vor allem eines und zwar Hunger Um sich warm zu halten verlieren sie bis zu zehn Prozent ihres eigenen Körpergewichts. Wer jetzt Futter anbietet, hilft den gefiederten Freunden ihren Energiehaushalt schnell und einfach wieder aufzutanken. Die Sorge, dass Vögel die eigenständige Futtersuche verlernen oder sich überfressen könnten ist unbegründet.

Aber die Vögel suchen die Gegend nicht mehr nach alternativen Nahrungsangeboten ab. Wer deshalb einmal mit dem Füttern angefangen hat, sollte bei Schnee und Kälte auch weiterhin Vogelfutter anbieten.

Zum Schlafen suchen sich die Vögel meist ein geschütztes Plätzchen, wo sie sich aufplustern. Meisen übernachten auch gerne in einem Nistkasten, die somit auch außerhalb der Brutsaison sehr nützlich sind. Manche Vögel, wie der Zaunkönig, bilden sogar Kuschelgruppen und wärmen sich nachts gegenseitig um Energie zu sparen.

Mäusejäger wie Waldkauz oder Schleiereule sehen ihre Beute nicht

Raufußkauz sitzt auf einem schneebedeckten Ast im Wald | © Marion Weinert © Marion Weinert
Raufußkauz in Winter

Auch Wasservögel, wie Schwäne und Enten, haben ihre Tricks um einen kalten Winter gut zu überstehen. Die Vögel laufen barfuß auf dem Eis, aber das macht ihnen wenig aus, denn ihre Beine und Füße sind mit einem raffinierten Wärmetauscher ausgestattet. Die feinen Blutgefäße liegen sehr dicht beieinander, so dass das warme Blut vom Körper und das kalte Blut von den Füßen sich gegenseitig erwärmt beziehungsweise abkühlt.

Bei extremem Frost kann es in Ausnahmefällen jedoch dazu kommen, dass Enten oder Schwäne in einem Wasserloch an den Federspitzen einfrieren. Wer sich sicher ist, dass die Vögel menschliche Hilfe brauchen, informiert bitte die Feuerwehr.

In strengen Wintern kämpfen auch der Waldkauz, Raufußkauz ebenso wie der Mäusebussard und der Turmfalke ums Überleben. Die geschlossene Schneedecke versperrt den Mäusejägern die Sicht auf ihre Beute. Besonders betroffen ist davon auch die Schleiereule: Die intensive Landwirtschaft reduziert das Nahrungsangebot für die geflügelten Beutegreifer und immer mehr Winterquartiere in Kirchtürmen oder Wirtschaftsgebäuden gehen verloren. Die Folge ist ein deutlich geringerer Bestand an Schleiereulen.

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