Der LBV und seine botanischen Aktivitäten

Experten aus Universitäten, Verbänden und Laien vereint

Der Arbeitskreis BOTANIK des LBV wurde 1986 gegründet. Die Absicht war innerhalb des Verbandes die Botanik zu fördern und zu stärken. Dazu konnten viele Experten der Flora und Vegetation Bayerns gewonnen werden. Besonders fruchtbar war und ist dabei die Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg. Aus einem Kreis von zunächst 8 Personen hat sich im Laufe der Zeit eine verbandliche Institution herausgebildet, der heute Experten aus Universitäten, Fachhochschulen, Büros und botanischen Vereinigungen angehören.

Klatschmohn auf einer hügeligen Wiese | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Der Klatschmohn ist die Blume des Jahres 2017 und steht als Schirmart für alle Ackerwildpflanzen.

Der Arbeitskreis hat einige Positionspapiere für den LBV erarbeitet, z.B. zum Minimieren des Aussterberisikos von hochbedrohten Sippen, zum Umgang mit dem Dynamikkonzept im Naturschutz aus floristischer Sicht, zum Stand und Perspektiven ehrenamtlich tätiger botanischer Verbände und Vereinigungen in Deutschland oder auch zur Problematik von Neubürgern (Neophyten) in unserer heimischen Flora. Er hat die enorme Aufgabe bewältigt, die Rote Liste der Pflanzengesellschaften Bayerns zu erarbeiten und hat darauf folgend, einen Verbreitungsatlas von Pflanzengesellschaften erstellt, die nördlich der Donau vom Aussterben bedroht sind.

Der Aufbau des Botanischen Informationsknotens Bayern ist vom Arbeitskreis Botanik des LBV mitinitiiert und neben der Unterstützung durch den Bayerischen Naturschutzfonds auch mit Verbandsmitteln und Personaleinsatz gefördert worden.
Die Herausforderungen an den Erhalt der bayerischen Vielfalt an Pflanzen und deren Gesellschaften sind stark gestiegen. Noch nie war der Erhalt unserer Flora so wichtig wie heute.

Projekte des Arbeitskreises Botanik

Zur Zeit werden in verschiedene Landkreisen Bayerns Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, die helfen sollen, ein so genanntes Stützpunktnetz Flora aufzubauen. Der Arbeitskreis hat eine Schwarze und Graue Liste der Neophyten Bayerns zusammengestellt Darüber hinaus arbeitete der LBV an einer Erfassung und Identifikation der wichtigsten Gebiete zum Erhalt von Flora und Vegetation Bayerns. Diese sollen das Wertprädikat IPA Bayern erhalten. IPA bedeutet ImportantPlantArea. Diese Räume sind nun kartografisch abgegrenzt.

Dieses Konzept von PlantlifeInternational und PLANTA EUROPA soll dazu beitragen, im Rahmen der globalen Strategie zur Sicherung der Pflanzenwelt (GSPC) den anhaltenden Aussterbeprozess zu stoppen.

LBV-Projekte zur botanischen Arbeit

Böhmischer Enzian

Seit langem werden im LBV kleinere und auch größere Projekte zur Sicherung und Entwicklung der heimischen Flora durchgeführt.

Einige Beispiele:

  • Inventur natürlicher Steppenheiden im Naturpark Fränkische Schweiz
  • Erhaltungskonzept für Balmenfluren in Oberfranken
  • Schutz und Pflegekonzepte von Eiszeitrelikt-Standorten in der nördlichen Frankenalb
  • Vorstudie zum Bayern-Netz-Natur-Projekt „Bärwurzwiesen im Fichtelgebirge, Landkreis Tirschenreuth"
  • Erfassung der arktisch-alpin verbreiteten Reliktflora in den Hochlagen des Bayerischen Waldes vor dem Hintergrund des Klimawandels
  • Erhalt der Dolomitsandheide und Dolomitkiefernwälder in den Landkreisen Forchheim und Bayreuth.
  • Wiederansiedelung von Böhmischem Enzian auf LBV-Flächen.
  • Erhalt von Reliktflora und Kletterkonzepte im Nördlichen Frankenjura
  • Verantwortlichkeitsarten auf LBV-Grundstücken

An vielen Stellen erfassen LBV’ler die Flora ihrer Region, z.B. im Landkreis Coburg oder z.B. am Ammersee.

Weiterführende Links:
www.flora-deutschlands.de
http://bayernflora.de/web/

Ihre Fragen beantwortet Ihnen:

Bernd Raab

0 91 74 / 47 75 - 74 39

Aktuelles zum Arbeitskreis Botanik

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