Wie jeder etwas für die Artenvielfalt im Garten tun kann

Zum Start der Gartensaison in Bayern gibt es einfache Tipps, worauf beim Kauf von Pflanzen zu achten ist

Am meteorologischen Frühlingsanfang öffnen im Freistaat wieder die Gartencenter und Gärtnereien. Jetzt soll es auch in den bayerischen Gärten grünen und blühen. Von einem reichen Blüten- und Nektarangebot im eigenen Garten profitiert auch unsere heimische Artenvielfalt. Allerdings sollten Gartenbesitzer*innen darauf achten, welche Pflanzen sie im Gartencenter, in der Baumschule oder im Baumarkt kaufen, denn nicht alle helfen Biene, Hummel und Co.

Frisch und bunt statt lebloser Schottergarten

Fitis auf einem Ast mit Blüten | © Hans-Joachim Fünfstück © Hans-Joachim Fünfstück
Heimische Heckenarten wie die Schlehe bieten vielen Vögeln Nahrung

Wer nicht auf einen leblosen Schottergarten setzt, wünscht sich zum Frühlingsanfang einen frischen und bunten Garten. Mit den geeigneten Pflanzen und etwas Mut zur Wildnis kann auch für viele Tierarten ein vielfältiger Lebensraum entstehen.

Für die heimischen Insekten können Gärtnerinnen und Gärtner zum Beispiel darauf achten, dass sie Pflanzen mit ungefüllten Blüten kaufen. Denn diese haben ein reicheres Nektarangebot im Gegensatz zu den durch Zucht veränderten Pflanzen mit gefüllten Blütenständen, wie viele speziell gezüchtete Rosen.

Auch für die Vogelwelt kann im Garten viel getan werden. Jetzt im Frühjahr bieten Heckenpflanzen den Vögeln einen optimalen Brutplatz und im Herbst schmackhafte Früchte sowie Beeren. Weitgehend geschützt von äußeren Einflüssen finden Vögel und Kleinsäuger wie Igel in Hecken wie der Hundsrose einen geeigneten Unterschlupf.

Gebietsfremde Pflanzen sind weniger gut für Artenvielfalt

Im reichhaltigen Angebot der Gartencenter finden sich auch Pflanzen, die gebietsfremd sind, deshalb nicht von den heimischen Insekten und Vögeln angenommen werden und somit weniger gut für die Artenvielfalt sind.

Die aus Nordamerika oder Asien stammende Thuja ist zwar als dichter Sichtschutz geeignet und Vögel können sich dort auch zum Brüten zurückziehen, jedoch bietet sie im Herbst keinerlei Nahrungsquelle.

Dagegen bieten heimische Heckenarten wie Liguster, Berberitze, Schlehe und Weißdorn durch Blüten und Früchte einen reich gedeckten Tisch für Insekten und Vögel. Zusätzlich werden die Gelege der Vögel, die in solchen Hecken brüten, durch die Stacheln und Dornen vor Übergriffen durch Räuber wie Katzen oder Marder besser geschützt.

Kauf von invasiven Pflanzenarten problematisch

Naturnaher Garten mit Blühfläche | © Thomas Staab © Thomas Staab
Ein naturnaher Garten hilft unserer heimischen Artenvielfalt

Problematisch ist der Kauf von Pflanzenarten dann, wenn diese als invasive Arten gelten.

Der grundlegende Vorteil gebietsfremder, invasiver Arten ist, dass sie sich durch fehlende Fressfeinde oder bessere Nährstoffbedingungen rasant ausbreiten können. Durch sie kann die vorhandene heimische Pflanzenwelt ohne Chance auf Gegenwehr überwachsen und zurückgedrängt werden. Im schlimmsten Fall kann das sogar zum Aussterben einzelner, schon gefährdeter heimischer Pflanzenarten führen.

Ein weiteres Problem invasiver Arten kann sein, dass sie aus unseren Gärten ausbüxen oder unsachgemäß entsorgt werden und sich in der Natur verbreiten. Außerhalb von Pflege und gärtnerischer Arbeit können sie so die heimische Artenvielfalt durch eine unkontrollierte Ausbreitung nachhaltig schädigen und im Naturschutz zu einem großen Problem werden. So ist zum Beispiel der giftige Götterbaum in der EU bereits als invasive Problemart gelistet.

Einfach mal wachsen lassen

Wer also nicht nur einen schönen Garten anlegen, sondern gezielt die heimische Artenvielfalt unterstützen möchte, dem raten wir beim Kauf neuer Pflanzen für den Garten vorzugsweise auf heimische Arten zu achten.

Und auch durch die Gartenarbeit selbst kann jede*r bereits viel für die Artenvielfalt tun.

Durch das Belassen einiger wilder Ecken im Garten bietet man vielen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum und eine Fülle an Nahrung. Auch wenn es im Garten durch solche Maßnahmen für die Nachbarn etwas wüster aussehen mag, werden es uns Tierarten wie die Raupen des Tagpfauenauges, Amseln und Meisen sowie Igel und viele mehr danken.

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