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Uhu-Silhouette am Abendhimmel, schwarzer Wald im Hintergrund | © Rosl Rößner © Rosl Rößner

Projekt Ausgleichs- und Ersatzflächen

Selbst Ausgleichsflächen ansehen, finden und online melden

Wann immer durch eine Baumaßnahme an einer Stelle Natur verloren geht, muss dies an anderer Stelle ausgeglichen werden. Das ist in Bayern gesetzlich vorgeschrieben. Ausgleichs- und Ersatzflächen können als wertvolle Lebensräume im Biotopverbund dazu beitragen, den Verlust der Artenvielfalt in Bayern aufzuhalten. Die gesetzlich vorgeschriebenen Kompensationsmaßnahmen werden allerdings häufig nur unzureichend oder gar nicht umgesetzt.

20 Fallbeispiele: Licht und Schatten bei Bayerns Ausgleichsflächen

Im Frühjahr 2021 haben unabhängige Planungsbüros im Auftrag des LBV Ausgleichsmaßnahmen überprüft und bewertet. Das LBV-Projekt Ausgleichs- und Ersatzflächen präsentiert 20 Fallbeispiele, um auf die Umsetzung von Ausgleichs- und Ersatzflächen in Bayern aufmerksam zu machen.

Download: Zusammenstellung der Fallbeispiele

Zehn positive Beispiele zeigen, dass die Kompensation von Eingriffen in einigen Fällen bereits hervorragend funktioniert und Ausgleichsflächen zum Schutz von Arten und Lebensräumen beitragen. Zehn negative Beispiele zeigen: es besteht Nachholbedarf in ganz Bayern, damit alle Ausgleichs- und Ersatzflächen zu Erfolgsgeschichten für die Natur werden.

Weitere Informationen zu Ausgleichs- und Ersatzflächen und zum Engagement vor Ort finden Sie in unserer Handreichung

Hinweis: Bitte nicht stören!

Auf Ausgleichsflächen können wertvolle Lebensräume entstehen, die nicht gestört werden sollen. Bitte nehmen Sie unbedingt Rücksicht auf Tier- und Pflanzenwelt, aber auch auf Anwohner*innen oder Grundstückseigentümer*innen wenn Sie mit AuFi unterwegs sind!

Unsere Forderungen zur Kompensation in Bayern

Gut umgesetzte Ausgleichsflächen sind wertvolle Lebensräume und ein unverzichtbarer Bestandteil für die Umsetzung der bayerischen Biodiversitätsstrategie. Es ist unbedingt erforderlich, dass alle Ausgleichs- und Ersatzflächen den gesetzlichen Vorgaben entsprechend umgesetzt werden – nur so können Kompensationsflächen dazu beitragen, dem immer schneller voranschreitenden Artenschwund in Bayern etwas entgegenzusetzen.

Um die Missstände bei der Umsetzung von Ausgleichsflächen zu beseitigen, ist politisches Handeln gefragt. Aus bisherigen Studien und wissenschaftlichen Arbeiten lassen sich vier zentrale Themen ableiten, in denen dringender Handlungsbedarf besteht. 

Wir stellen daher vier konkrete Forderung an die bayerische Gesetzgebung und Verwaltung:

1. Meldung der Kompensationsflächen

Gemeinden und Genehmigungsbehörden sorgen durch die zuverlässige Meldung der Kompensationsflächen für ein vollständiges Ökoflächenkataster

Eine zentrale und vollständige Datengrundlage ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass Ausgleichsflächen langfristig bestehen bleiben und kontrolliert werden2,3,5,7,11–13. Nur wenn alle Gemeinden und Genehmigungsbehörden die Flächen zuverlässig melden und diese korrekt und mit vollständigen Metadaten eintragen, ist eine solche zuverlässige Referenz und letztendlich auch Transparenz gegeben.

2. Gesetzliche Nachweisverpflichtung für Eingriffsverursacher

Eingriffsträger legen den Genehmigungsbehörden Gutachten über die erfolgreiche Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen vor

Die Einführung einer gesetzlichen Nachweispflicht über die Umsetzung er Ausgleichsmaßnahmen bedeutet für Eingriffsverursacher keinen erheblichen Mehraufwand. Gleichzeitig werden die zuständigen Behörden entlastet, da sie die Erbringung des Nachweises, nicht aber in jedem Fall die Ausgleichsfläche selbst kontrollieren müssen13. Für den Nachweis eignen sich beispielsweise Gutachten von Fachbüros, ergänzt um eine fotografische Dokumentation des Zustands der Ausgleichsfläche. Die Einführung einer gesetzlichen Nachweisverpflichtung für Eingriffsverursacher bedeutet die Abschaffung von 8 Abs. 3 Satz 2 BayNatSchG und die Einführung einer Verschärfung von § 15 Abs. 7 BNatSchG.

Ein möglicher Gesetzestext könnte wie folgt lauten: Abweichend von § 15 Abs. 7 Bundesnaturschutzgesetz und darauf gestützte Verordnungen des Bundes verlangt die Behörde Berichte über die frist- und sachgerechte Durchführung der festgesetzten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Je nach Art und Entwicklungsdauer der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme ist ein Bericht über die Herstellung nach 3 oder 6 Jahren vorzulegen. Sind Erhaltungs- oder Pflegemaßnahmen festgesetzt, so sind Berichte über den Zustand der Fläche des Weiteren alle 6 Jahre bei der Genehmigungsbehörde vorzulegen.

3. Zusätzliches Personal in den Genehmigungsbehörden

Die vorschriftsmäßige Umsetzung der Ausgleichsflächen in Größe und Qualität wird durch regelmäßige Kontrollen sichergestellt.

Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Kontrollen für den Erfolg von Ausgleichsmaßnahmen entscheidend sind2–6,8,11,14,1. Damit umfangreiche und zentral geregelte Kontrollen möglich sind bedarf es einer Aufstockung an geschultem und fachkundigem Personal an den Genehmigungsbehörden

4. Transparente Eingriffsregelung

Jede*r kann sich im Ökoflächenkataster über Zielzustände, verantwortliche Genehmigungsbehörden und den Stand der Umsetzung informieren.

Durch öffentliche Einsehbarkeit wird Transparenz geschaffen und die Abläufe und Maßnahmen zu verschiedenen Ausgleichsflächen können zentral und eindeutig nachvollzogen werden.In Baden-Württemberg sind im Kompensationsverzeichnis bereits Detailangaben zum Beispiel zu Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen des naturschutzrechtlichen Ausgleichs öffentlich einsehbar. Analog dazu fordern wie die transparente Darstellung der Informationen zu Ausgleichs- und Ersatzflächen durch das bayerische Ökoflächenkataster, zugänglich für alle Bürgerinnen und Bürger.

Referenzliste

1. Ecker, S. & Pröbstl-Haider, U. Erfolgskontrolle von Ausgleichsflächen im Rahmen der Bauleitplanung in Bayern: Analyse am Beispiel des Landkreises Passau in Niederbayern. Naturschutz und Landschaftsplan. 48, 161–167 (2016).

2. Stickroth, H. Ausgleichsflächenmonitoring im Lkr. Augsburg Evaluierung von Ausgleichs- und Ersatzflächen aus Eingriffsregelung und Ländlicher Entwicklung in Landkreis und Stadt Augsburg. (2017).

3. Stierstorfer, C. et al. Evaluierung von Ausgleichsflächen aus der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung der Bauleitplanung in ausgewählten Gemeinden im Landkreis Landshut (Niederbayern). (2017).

4. Rebhan, H. Erfassung der Ausgleichs- und Ersatzflächen in der Naturschutzverwaltung. Laufener Semin. 47–56 (1999).

5. Breuer, W. Beobachtungen aus 40 Jahren Eingriffsregelung. Informationsd. Naturschutz Niedersachsen 37, 36–49 (2017).

6. Tesch, A. Ökologische Wirkungskontrollen und ihr Beitrag zur Effektivierung der Eingriffsregelung: Ergebnisse einer Studie zu den Kompensationsmaßnahmen zur Erweiterung des Containerterminals in Bremerhaven (CT III). Naturschutz und Landschaftsplan. 35, 5–12 (2003).

7. Tesch, A. Ökologische Wirkungskontrollen und ihr Beitrag zur Effektivierung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung. Ergebnisse einer Studie zu den Kompensationsmaßnahmen zur Erweiterung des Containerterminals in Bremerhaven (CT III). in BfN-Skripten 182 1–177 (Bundesamt für Naturschutz (BfN), 2003).

8. Pröls, S., Kirchleitner, R., Lindner, E., Schubert, I. & Bogner, K. Evaluierung von Ausgleichs-und Ersatzflächen aus Eingriffsregelung und Ländlicher Entwicklung im Landkreis Mühldorf am Inn. (2017).

9. Rabenschlag, J., Schoof, N., Schumacher, J. & Reif, A. Evaluation der Umsetzung baurechtlicher Ausgleichsmaßnahmen. Naturschutz und Landschaftsplan. 51, 434–442 (2019).

10. Noack, A. Qualitätskontrollen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen - Erfahrungen und Vorgehensweise der Niedersächsischen Straßenbauverwaltung. in BfN-Skripten 182 151–166 (2003).

11. Jessel, B., Rudolf, R., Feickert, U. & Wellhöfer, U. Nachkontrollen in der Eingriffsregelung – Erfahrungen aus 4 Jahren Kontrollpraxis in Brandenburg. Naturschutz und Landschaftspfl. Brand. 12, 144–149 (2003).

12. Schmidt, M., Rexmann, B., Tischew, S. & Teubert, H. Kompensationsdefizite bei Straßenbauvorhaben und Schlussfolgerungen für die Eingriffsregelung: Ursachen und Konsequenzen für die Praxis - Ergebnisse eines F + E-Projekts. Naturschutz und Landschaftsplan. 36, 5–13 (2004).

Postkarte zu den LBV-Forderungen für Ausgleichsflächen

Postkarte LBV-Forderungen Kompensation
Postkarte mit LBV-Forderungen

Die Postkarte können Sie an Gemeinderät*innen, Bezirkstagsabgeordnete, Landrät*innen, Landtagsabgeordnete und Bürgermeister*innen versenden. Vielen Dank!

FAQ Ausgleichsflächen

AuFi - Der Ausgleichsflächenfinder

In dieser LBV-Anwendung werden Lage und Informationen der Ausgleichsflächen des Ökoflächenkatasters kombiniert und intuitiv dargestellt. Unser Tipp: Machen Sie einen Spaziergang mit AuFi und sehen Sie sich die Ausgleichsflächen in Ihrer Umgebung an. Auf Smartphone oder Tablet ist AuFi der ideale Begleiter für unterwegs und im Gelände.

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Beobachtung zur Ausgleichsfläche melden

© Thomas Staab

Wie steht es um unsere Ausgleichsflächen? Melden Sie uns Ihre Beobachtungen! Unter „Meldung erfassen“ können Sie Ihre Beobachtungen zur Ausgleichsfläche in einem Formular erfassen und an uns schicken.

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Mitmachen: Fotowettbewerb zu Ausgleichsflächen

© Marianne Kunkel

Senden Sie uns noch bis zum 31.08.2021 Ihre Fotos von der Ausgleichsfläche. So helfen Sie uns auf Ausgleichsflächen in Bayern aufmerksam zu machen. Außerdem haben Sie die Chance auf einen von 49 Preisen aus dem LBV-Naturshop im Gesamtwert von über 3000 €.

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FAQ - Häufe Fragen & Antworten zu Ausgleichsflächen

© Pfeuffer Dr. Eberhard

Wann immer durch eine Baumaßnahme an einer Stelle Natur verloren geht, muss dies an anderer Stelle ausgeglichen werden. Die Vorgang wird als Flächenausgleich bezeichnet. Alle wichtigen Informationen rund um die Ausgleichsflächen finden sie hier.

Alles zu den Ausgleichsflächen

Vorträge und Veranstaltungen rund um Ausgleichsflächen

© Marianne Kunkel

Engagement für Ausgleichsflächen hat viele Gesichter. Bei unseren Online-Veranstaltungen im Juli 2021 präsentierten Referent*innen aus Naturschutz, Forschung, Politik und Verwaltung unterschiedliche Ideen, Konzepte, Ergebnisse und Ansätze rund um die Umsetzung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Die Präsentationen der Referent*innen stehen hier zum Download bereit.

Zu den Vorträgen

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