Erfolge & Niederlagen im Bayerischen Naturschutz

Beispiele für erfolgreiche und gescheiterte LBV-Naturschutzarbeit

Seit 1909 setzt sich der LBV für den Erhalt der bayerischen Natur ein. Wir sind stolz auf unsere Erfolge im Naturschutz und lernen aus unseren Niederlagen. Wir haben viel erreicht und bleiben am Ball. Dennoch gibt es leider immer wieder Situationen, in denen wir gegenüber kurzfristigem Gewinnstreben, politischen Vorurteilen und dem Einfluss von Lobbygruppen den Kürzeren ziehen. 

Erfolg: 3.000 Hektar LBV-eigene Schutzgebiete

Renaturierte Moorlandschaft im Eglinger Filz | © Natascha Neuhaus © Natascha Neuhaus
Renaturierte Landschaft im Eglinger Filz

Die LBV-Schutzgebiete umfassen inzwischen rund 3.000 Hektar. Das entspricht einer Fläche von über 4.000 Fußballfeldern! Hier hat Naturschutz absoluten Vorrang, nichts anderes zählt. Mit ihren Spenden für den Arche Noah Fonds des LBV haben unsere Förderinnen und Förderer diese Ankäufe möglich gemacht. Vielen Dank!

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Zum ARCHE NOAH FONDS

Erfolg: Der Wanderfalke ist gerettet

Portrait eines Wanderfalken, er sitzt mit angelegten Flügeln und schaut leicht nach links | © Marcus Bosch © Marcus Bosch
Der Wanderfalke war kurz vorm Ausssterben

Ende der 70er Jahre war der Wanderfalke in Bayern fast ausgestorben. Doch mit der Hilfe vieler Spender konnten wir ein konsequentes Schutzprogramm starten: Jedes einzelne Nest wurde bewacht, jeder Jungvogel beringt, jeder Abschuss angezeigt, neue Brutmöglichkeiten geschaffen. Heute hat der Wanderfalke, das schnellste Tier der Welt, seinen historischen Bestand wieder erreicht.

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Erfolg: Biodiversitätsstrategie Bayern

Ein orangefarbener, mit schwarzem Muster versehender Schmetterling sitzt auf einer Pflanze. Von oben fotografiert | © Dr. Eberhard Pfeuffer © Dr. Eberhard Pfeuffer
Ein Kaisermantel auf einer Pflanze

Bayern hat eine Biodiversitätsstrategie. Für uns ist das ein enormer Erfolg! Wir haben lange darum gekämpft, dass der Erhalt der Artenvielfalt im politischen Handeln der Staatsregierung verankert wird. Bayern hat sich vier zentrale Ziele gesetzt: Sicherung der Arten- und Sortenvielfalt, Erhaltung der Vielfalt der Lebensräume, Verbesserung der ökologischen Durchlässigkeit von Wanderbarrieren wie Straßen, Schienen und Wehre sowie Vermittlung und Vertiefung von Umweltwissen. Wir schauen ganz genau hin, ob der Freistaat seine  Biodiversitätsstrategie in die Praxis umsetzt, was er theoretisch verspricht!

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Erfolg: 100.000 Besucher in den Umweltstationen

Umweltstation am Rothsee. Links das Gebäude, wo ein gepflasterter Weg hinführt. Rechts befindet sich eine Wiese mit zwei Tischen und Bänken drumherum. Außerdem neu gepflanzte Bäume | © L. Hauselt © L. Hauselt
Unsere LBV-Umweltstation am Rothsee in Mittelfranken

Der LBV ist ein Pionier in der Bildung für Nachhaltigkeit. Wir sind für unsere Arbeit weit über Deutschlands Grenzen hinaus anerkannt. Viele Umweltbildungs-Initiativen gehen auf unsere Impulse zurück. In unseren 11 Umweltstationen begeistern wir jährlich über 100.000 Besucher - Kinder und Erwachsene - für die Natur.

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Niederlage: Der Steinadler ist gefährdet

Steinadler im Flug über Wiese | © Dr. Christoph Moning © Dr. Christoph Moning

Der Steinadler ist Deutschlands seltenster Adler. Der Bestand in Bayern umfasst nur noch rund 48 Brutpaare. Um die Situation zu verbessern, hatte der LBV 1998 ein bislang sehr erfolgreiches Artenschutz-Programm ins Leben gerufen. Leider konnten wir nicht verhindern, dass uns die finanziellen Mittel für das Programm gekürzt wurden. Wir wollen das Schutzprojekt jedoch unbedingt weiterführen und hoffen deshalb, dass wir ausreichend Spender für den Schutz des Steinadlers gewinnen können.

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Niederlage: Der Ortolan droht auszusterben

Ein Ortolan-Männchen sitzt singend auf einer Pflanze | © Heinz Tuschl © Heinz Tuschl

Der Ortolan ist akut vom Aussterben bedroht – und wir können praktisch nichts dagegen tun! Zwar haben wir ein Ortolan-Schutzprogramm erarbeitet, doch sind wir bei seiner Umsetzung auf die Unterstützung der Landwirte und der Politik angewiesen. Die Agrarlobby, die auf eine fortlaufende Industrialisierung der Landwirtschaft drängt, sitzt hier leider am politisch längeren Hebel. Förderungen für Agrarumweltmaßnahmen interessierter Landwirte werden darüber hinaus zunehmend gestrichen.

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Niederlage: Kein Brutplatz für die Rohrdommel

Rohrdommel im Schnee | © Rolf Blesch © Rolf Blesch
Nur noch rund zehn Rohrdommeln gibt es in Bayern

Es sah alles so gut aus: Im LIFE-Natur-Projekt "Rohrdommel" konnten wir den Altenweiher bei Charlottenhof kaufen. Er war die ideale Erweiterung für eine der letzten 10 Rohrdommeln in Bayern. Doch der Oberlieger manipulierte immer wieder die Wasserzuflüsse. Das hat die Ansiedlung verhindert. Jetzt konnten wir aufwändige Renaturierungsmaßnahmen durchführen, mit denen die Schilfflächen als Brutgebiet der Rohrdommel vergrößert werden. Ob wir letztlich Erfolg haben werden, das wird die Zukunft zeigen.

Zum LIFE+-Projekt Rohrdommel

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