Artenvielfalt in Bayern retten

Biodiversität erhalten für eine erlebenswerte Zukunft

Bunte und vielfältige Landschaft | © Rudolf Diemer © Rudolf Diemer
Hochrhön in Unterfranken

Die Menschen des 21. Jahrhunderts müssen sich zwei dramatischen Herausforderungen stellen: Dem Klimawandel und dem Verlust der Biodiversität. Unter Biodiversität verstehen wir die Vielfalt der Arten - sowohl evolutiv wie züchterisch entstanden -, die genetische Vielfalt innerhalb dieser Arten und die Vielfalt der Lebensräume.

Klimawandel und Biodiversitätsverluste gefährden eine erlebenswerte Zukunft für uns Menschen. Beide Schadwirkungen sind von uns verursacht und deshalb auch von uns unseren Enkeln gegenüber zu verantworten. Das Dramatische an den Artenverlusten ist das Tempo, in dem sie sich abspielen. Sie verlaufen einhundert bis eintausend Mal so schnell wie das uralte natürliche System des Werdens und Vergehens.

Bayerische Biodiversitätsstrategie

Raubwürger in einem Baum | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Raubwürger

Wir begrüßen die Verabschiedung der bayerischen Biodiversitätsstrategie durch den Ministerrat vom 1. April 2008. Die Vorlage des Papiers ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, dem nun konkrete Maßnahmen folgen müssten.

Die biologische Diversität, die Vielfalt an Arten und Lebensräumen, nimmt weltweit ab. Und das auch in Bayern, direkt vor unserer Haustür. Denn ungebremster Landschaftsverbrauch, intensive Bewirtschaftung, Zerschneidung der Landschaft und damit Isolation von Biotopen führen dazu, dass der Artenrückgang praktisch ungebremst weitergeht.

Die bayerischen Roten Listen zeigen das deutlich: Von den 35.000 Tierarten, die in Bayern vorkommen, gelten 40% der untersuchten Arten als ausgestorben, verschollen oder bedroht. Besonders alarmierend: Auch die ehemals häufigeren Arten, wie Feldlerche, Kiebitz und Grasfrosch brechen in ihren Beständen ein. Besonderes Augenmerk verdienen Lebensräume und Arten, für die Bayern eine globale Verantwortung hat, wie beispielsweise Buchenwälder oder der Rotmilan.

Zur Bayerischen Biodiversitätsstrategie (LfU)

Naturvielfalt in Bayern (StMUV)

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Gedicht eines LBV-Mitglieds zum Artenschwund

In allen Medien tun sie es kund,
bedenklich ist der Artenschwund.
Begonnen hat es schon sehr bald,
durch Abholzung im Regenwald.

Nicht nur um edle Hölzer zu gewinnen,
man fing schließlich an zu „spinnen“.
Durch Brandrodung ließ man es qualmen,
Und pflanzte dort dann nur noch Palmen.

Das fand die Industrie ganz prima,
doch heute bejammern wir das Klima.
Aber es betrifft nicht nur ferne Lande,
Auch bei uns ist es `ne Schande,

Dass Wälder dem Profit zum Opfer fallen,
Dies schadet schließlich doch uns Allen.
Ob Kahlschlag in Skandinavien, oder hier,
Die Dummen, das sind immer wir.

Was unser Klima wirklich erhält,
Wurde zum großen Teil gefällt.
Es beginnt doch schon im Kleinen,
An Straßen- und an Wegesrainen.
Dort wird gemäht, ganz ohne Not,
Dies ist vieler Tiere Tod.

Moderne Maschinen zu unserem Schrecken,
Lassen Schmetterlingsraupen kläglich verrecken.
Weil von den Raupen niemand profitiert,
Dies dann auch kaum Jemand interessiert.
Doch der Jammer ist schon groß;
Wo bleiben die Schmetterlinge bloß?

Auch unser Obst ist in Gefahr,
Denn die Bienen werden rar.
Wir uns deshalb ernsthaft fragen,
Wer wird in Zukunft die Pollen übertragen.
Eine eingeschleppte Milbe ist der Bienen Tod
Und die Imker leiden Not.

Dazu spritzt man noch Glyphosat,
Damit man gute Ernte hat.
Das vergiftet nicht nur Tiere,
Sondern jetzt auch viele Biere.

Glyphosat soll krebserregend sein,
Doch das kümmert hier kein Schwein.
Hauptsache es rollt weiterhin der Kiesel,
Denn man hat ja noch den Diesel,
Der ist jetzt an Allem schuld
Und man gönnt ihm keine Huld.

Elektrofahrzeuge sind die neue Devise,
Doch verhindern diese wirklich unsere Krise?
Braunkohle und Atom,
Erzeugen zumeist unseren Strom.
Wie nun jeder Bürger weiß,
Ist auch dieses Thema heiß.

Gäbe es immerzu Sonnenschein,
Wäre Solarenergie fein.
Aber da sind ja noch die Windanlagen,
Die hoch in den Himmel ragen,
Wo sie dann an manchen Tagen,
Vögel in der Luft erschlagen.

Diese zogen erst von Süden fort,
Entkamen knapp dem Vogelmord.
Nun hat es sie doch noch erwischt,
Nur werden sie hier nicht aufgetischt.

Wie haben die Ortolane schön gesungen,
Nun liegen auf dem Teller ihre Zungen.
War das schön, als sie noch lebten,
Bevor sie auf `ner Rute klebten.

Immer weniger wird ihr Gesang,
Uns wird es langsam angst und bang.
Gesetze wurden zwar gemacht,
Sie werden jedoch zumeist belacht.

Wenn Vögel brutzeln in Pfanne und Schüssel,
Was interessiert da das „Geschwätz“ aus Brüssel.
Es gibt ein paar Leute, die sind vor Ort
Und stellen sich gegen den Vogelmord.

Die wenigen, die es wagen,
Riskieren dabei Kopf und Kragen,
Wenn sie beseitigen Ruten und Fallen,
Oder hindern Jäger, Vögel abzuknallen.

Riesige Netze, so stellen wir fest,
Geben den Vögeln nun noch den Rest.
Wir sollten dies schnellstens verhindern,
Sonst werden wir mit unseren Kindern,
Bald keinen Vogelsang mehr hören;
So manchen würde das kaum stören.

Doch mit diesem Artenschwund,
Schlägt irgendwann auch unsere Stund`.

(Von Hubert Zinnecker)

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