Insekten fressende Vögel im Winter

Wie kommen diese Zugvögel hier im Winter zurecht?

Immer häufiger bleiben über den Winter Kurzstrecken- und Teilzieher in ihren bayerischen Brutgebieten zurück, obwohl sie sich damit einer großen Gefahr aussetzen. Der Vogelzug ist so gedacht, die nahrungsarme Zeit in den kälteren Monaten des Jahres in Mitteleuropa zu überbrücken. Tun sie dies nicht, kann im Falle eines langen Winters ihr Bestand stark reduziert werden. Was sind also die Gründe für ihr Bleiben und wie schlagen sie sich bis zum nächsten Frühling durch?

Singdrossel im Winter | © Reinhold Peisker © Reinhold Peisker
Auch Singdrosseln bleiben immer öfter über den Winter hier

Die zunehmende Erderwärmung und Besiedlung von Städten haben dazu geführt, dass immer mehr Zugvögel kürzere Strecken ziehen oder sogar zu Standvögeln werden. Viele Kraniche überwintern in Frankreich statt in Südspanien. Die Flugroute hat sich im Vergleich zu früher um ein Drittel verkürzt. Andere Arten ziehen mitunter gar nicht mehr oder weichen der Kälte kurzfristig aus. Diese Tendenz lässt sich bei Staren, Singdrosseln, Rotmilanen, Kiebitzen, Feldlerchen und Mönchsgrasmücken beobachten. Für die tatsächlichen Langstreckenzieher, die genetisch viel stärker an ihre Jahresperiodik gebunden sind, kann dies aber zum Problem werden: Bevor sie aus Afrika in den Brutgebieten eintreffen, sind die besten Nistplätze oft durch die daheim gebliebene Konkurrenz schon besetzt.

Auch Samen, Nüsse und Körner werden als Nahrung angenommen

Zwei Stare sitzen in einer eingeschneiten Futterstelle | © Norbert Steffan © Norbert Steffan
Stare an der Futterstelle im Winter

Viele Vögel, die eigentlich Insektenfresser sind, wie Meisen oder Kleiber, nehmen nun auch gezielt Samen, Nüsse und Körner in ihren Speiseplan auf, denn diese stellen fettreiche und damit energiereiche Nahrung dar. An Bäumen und Sträuchern sind im Herbst auch Beeren und Hülsenfrüchte gereift und stehen nun noch lange Zeit der hungrigen Vogelwelt zur Verfügung. Auch kleine Spinnen und Insekten, sowie deren Eier und Larven, lassen sich noch unter Baumrinde, zwischen Wurzeln oder auch in Komposthaufen erbeuten.

Da im Winter auch die Tage kürzer und die Nächte länger sind, steht für die Vögel weniger Zeit zur Nahrungssuche zur Verfügung. Aus diesem Grund legen viele Arten Vorratsspeicher an: Eichelhäher vergraben Eicheln im Boden, Sumpf-, Tannen- und Haubenmeisen verstecken Samen und Kerne in Rindenspalten.

Wenn auch Sie Fotos an ihrem Futterplatz oder unterwegs von hier gebliebenen Zugvögeln gemacht haben: Schicken Sie sie uns! In unserer Flickr-Galerie können Sie Ihre Fotos mit uns und anderen Naturfreunden teilen. Hier hochladen

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