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Vogelschutz an Glas

Glasscheiben können für Vögel zu tödlichen Fallen werden

Jedes Jahr verunglücken hunderttausende Vögel an Fensterscheiben, verglasten Fassaden oder anderen senkrechten Glasflächen. Betroffen sind nicht nur die häufigen, in Siedlungen lebenden Arten. Auch seltene und bedrohte Arten wie Eisvogel oder Rauchschwalbe gehören immer wieder zu den Opfern. Nicht immer sterben die Vögel unmittelbar durch die Kollision, sondern verenden oft erst einige Zeit später an schweren inneren Verletzungen. Es gibt aber auch verschiedene Maßnahmen, wie Vogelschlag wirksam verhindert werden kann. Hier erhalten Sie Tipps und auch ein kostenloses Faltblatt zum Bestellen.

Toter Erlenzeisig vor einem Fenster | © C. Bria © C. Bria
Tödliche Kollisionen mit Fensterscheiben sind nicht selten.

Es wird geschätzt, dass jedes Jahr mehr als 100 Millionen Vögel in Deutschland an Glasscheiben ums Leben kommen. Viele der an Glasscheiben verunglückten Vögel werden zudem rasch durch Katzen, Krähen oder Marder beseitigt, noch bevor Menschen sie wahrnehmen. Die sichtbare Zahl der Opfer ist also nur die Spitze des Eisbergs. Doch weil immer mehr Glas verbaut wird, ist sogar noch mit einem Anstieg der Zahl der Scheibenopfer zu rechnen.

Glasscheiben sind gleich in doppelter Hinsicht ein Problem für Vögel: Einerseits ist transparentes Glas für Vögel nicht sichtbar; sie können es nicht als Hindernis erkennen. Andererseits spiegelt es die Umgebung wider und täuscht den Tieren so einen Lebensraum vor.

Ursachen für Vogelschlag

Spiegelung an Glas

Spiegelung von Bäumen in einer Scheibe | © Anne Schneider © Anne Schneider
Stark spiegelnde Fensterscheiben.

Eine häufige Ursache bei Vogelschlag an Glasscheiben ist die spiegelnde Eigenschaft von Glas. Spiegelt sich eine Landschaft oder auch ein wolkiger Himmel, wird dem Vogel ein attraktiver Lebensraum oder freier Flugraum vorgetäuscht. Sonnenschutzgläser mit hohem Außenreflexionsgrad bilden die Umgebung besonders realitätsnah ab. Aber auch an weniger stark spiegelnden Gläsern können gefährliche Spiegelbilder entstehen, vor allem wenn der Helligkeitsunterschied zwischen dunklem Gebäudeinneren und heller Umgebung sehr groß ist.

Typische Gefahrenstellen durch Spiegelung:

  • Glasfassaden
  • großflächige Sonnenschutzgläser z. B. an Sporthallen o. Schwimmbädern
  • Wohnungsfenster

Transparenz

Tote Amsel liegt in Bushäuschen | © Hans Peter Drexler © Hans Peter Drexler
Diese Amsel kam an einem Buswartehäuschen ums Leben

Zum anderen ist Glas transparent: Vögel können es nicht als Hindernis wahrnehmen. Sie erblicken dahinter den Himmel, einen Baum oder eine Landschaft und versuchen, diese auf direktem Wege anzufliegen. Die Gefahr ist umso größer, je großflächiger und transparenter die Glasfläche ist.
 
Typische Gefahrenstellen durch Transparenz:

  • Lärmschutzwände
  • Buswartehäuschen
  • Wintergärten
  • Verbindungsgänge
  • verglaste Treppenhäuser
  • gläserne Eckkonstruktionen

„Eine besonders große Gefahr sind Glasfronten, egal ob transparent oder spiegelnd, vor allem in der Nähe von attraktiven Biotopen wie Waldrändern, Hecken, naturnahen Flüssen oder Naturgärten“, weiß LBV-Artenschützerin Anne Schneider. Denn hier sind naturgemäß mehr Vögel unterwegs.

Todesfalle Lärmschutzwand

Lärmschutzwand direkt vor einem Naturgarten | © N. Zbinden © N. Zbinden
Große Gefahr: Naturgarten hinter einer Lärmschutzwand

 „Vor allem gläserne Lärmschutzwände sind Todesfallen für Vögel“, klagt Sylvia Weber, Projektleiterin für Artenschutz an Gebäuden vom LBV München. „Die Transparenz soll bessere Belichtungsverhältnisse für die Menschen schaffen, die hinter der Wand leben, aber sie beschert ihnen Hunderte von toten Vögeln – kein erfreulicher Anblick in solchen Wohnanlagen“, so Weber weiter. Dabei können gerade Lärmschutzwände effizient durch unterschiedlichste flächige Muster im Siebdruckverfahren geschützt werden, ohne dass es dahinter dunkel wird.

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Cover LBV-Flyer Endstation Scheibe

Faltblatt Vogelschlag

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Anne Schneider

0 91 74 / 47 75 - 74 38

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