Tipps für den winterfesten Garten

Igel und Insekten bei der Überwinterung unterstützen – naturnahe Gärten sparen Arbeit

Die bunte Herbstzeit ist in vielen Gärten vor allem eines – arbeitsreich. Dabei hilft vielen Tieren im Garten, einfach mal nichts zu tun. Denn unter dem Motto „winterfit machen“ zerstören viele Hobbygärtner oft unbewusst die Unterschlüpfe vieler Gartenbewohner.

Stieglitz | © Wolfgang Bock © Wolfgang Bock
Die Samenstände verblühter Stauden bieten im Winter unter anderem Nahrung für viele Gartenvögel

In vielen Stängeln von Stauden und Sträuchern, wie Brombeere, Sonnenblume und Schilf, haben sich nun zum Überwintern Insekten eingenistet. Gerade die Blattlausjäger Marienkäfer und Florfliege brauchen Staudenstängel als Winterquartiere.

Auch vertrocknete Blütenstände und Laub am Boden sind im naturnahen Garten sehr hilfreich. Die Samenstände verblühter Stauden bieten im Winter unter anderem Nahrung für viele Gartenvögel.

Tipp #1: Laub liegen lassen

Igel im Herbstlaub | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Gerade Igel brauchen viel Laub für das Bauen ihrer Winterquartiere

Das farbenfroh herabregnende Laub gehört in den Garten und nicht in Abfallsäcke. Verteilt im Hochbeet oder als Frostschutz unter der Hecke nutzt es vielen Gartenbewohnern.

Wer einmal Amsel und Kohlmeise beobachtet, wie sie emsig die Blätter herumdrehen und fleißig Schnecken und Asseln auflesen, hat gute Argumente gegen ordnungsliebende Nachbarn,

Und gerade Igel brauchen bald als Winterquartier einen großen Laubhaufen, der mit Ästen gegen den Wind gesichert wird.

Ein naturnaher Garten mit vielen Strukturen nützt nichts, wenn er zum Winter komplett abgeräumt wird.

#2: Neue Gehölze pflanzen

Auch neue Gehölze können jetzt im Herbst gepflanzt werden. Besonders empfehlenswert für den Naturgarten sind frühblühende Gehölze wie Weide und Kornelkirsche. Sie bieten Insekten im Frühjahr eine erste Nahrungsquelle.

Ein weiterer Tipp: Wer eine sogenannte Gründüngung auf abgeerntete Beete sät, tut dem Boden etwas Gutes. Gründüngerpflanzen wie zum Beispiel Buchweizen oder Winterwicke, schützen den Boden vor Wind, Regen und Frost, lockern mit ihren Wurzeln den Boden und bieten Kleinstlebewesen im Boden Nahrung.

So verbessert sich die Bodenqualität, ohne viel tun zu müssen. Manche dieser Pflanzen sammeln sogar Stickstoff aus der Luft, wie beispielsweise die Winterwicke. Auch Feldsalat gehört zu den winterharten Gründüngungspflanze – und schmeckt extrem lecker.

Tipp #3: Gartenabfälle recyceln

Wer Material von Ast- und Heckenschnitten oder andere Gartenabfälle hat, sollte diese nicht häckseln oder auf dem Wertstoffhof entsorgen.

Besser ist es, damit zum Beispiel ein neues Hochbeet zu bauen oder sie zu einem Totholzhaufen aufzuschichten. In ihm fühlen sich Vögel und Kleinsäuger wohl.

Bei aller herbstlichen Gartenarbeit sollte die Entspannung aber nicht zu kurz kommen – wer naturnah gärtnert, darf ruhig mal Harke, Säge und Spaten liegen lassen und die Spätsommersonne genießen.

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