Der Kirchturm steckt voller Leben

Wohnraum für Schleiereule, Turmfalke, Dohle und Fledermaus

Für Tierarten, die ihren Nachwuchs in Gebäuden großziehen, ist der Wohnraum knapp geworden.

Ein Kirchturm in einer Stadt | © Wolfgang Nerb © Wolfgang Nerb
Potentieller Lebensraum für viele Tierarten.

Schleiereulen, Turmfalken, Dohlen und Fledermäuse verlieren ihre Heimat, weil ihnen der Zugang zu möglichen Brutplätzen versperrt wird. Grund sind Sanierungsmaßnahmen, bei denen Nischen oder Einflugslöcher, auch aus Gründen der Taubenabwehr, verschlossen wurden. Mit der Kampagne "Lebensraum Kirchturm" wollen wir Sie dazu bewegen, sich in Ihrer Kirchengemeinde für die Öffnung der Kirchtürme einzusetzen. Inzwischen gibt es vielerorts erprobte Möglichkeiten, wie man Artenschutz und Taubenabwehr miteinander in Einklang bringen kann. So können z.B. spezielle Nistkästen angebracht werden, die außerhalb der Brutzeit von Turmfalken oder Schleiereulen verschlossen werden können. "Lebensraum Kirchturm" ist ein Projekt von LBV, NABU und Kirchen.

Turmfalke sitzt in einem Kirchturm | © Andreas Hartl © Andreas Hartl
Gefiederte Jäger in der Stadt, der Turmfalke.

Kirchen stellen einen sehr wichtigen Lebensraum für Turmfalken, Mauersegler, Fledermäuse oder Dohlen dar. Deshalb haben LBV und NABU die Aktion Lebensraum Kirchturm ins Leben gerufen. Zusammen mit den Kirchenverwaltungen werden Kirchengemeinden ausgezeichnet, die sich vorbildlich um den Artenschutz kümmern.

Etwa zwei Drittel aller Turmfalken ziehen ihren Nachwuchs in Brutnischen an Kirchtürmen auf. Doch leider fehlt es den eleganten Fliegern viel zu oft an Nistmöglichkeiten. Diese gehen bei Sanierungsarbeiten verloren, oder die Einfluglöcher und Nischen werden zur Abwehr von Tauben gezielt vergittert.

LBV und NABU setzen sich für eine "tiergerechte" Sanierung der Kirchengebäude ein. Die Broschüre Lebensraum Kirchturm zeigt praxisnah, wie gefährdete Arten geschützt werden können. Sie kann zusammen mit drei Faltblättern zu Turmfalke, Schleiereule und Fledermäusen beim LBV bestellt werden.

Beispiele für geschaffene Lebensräume

Dohle an ihrem Brutplatz in einem Kirchturm | © H.-J. Fünfstück © H.-J. Fünfstück
Auch die Dohle nistet gerne in hohen Gebäuden
  • Die LBV Kreisgruppe Oberallgäu hat z.B. mit der Pfarrgemeinde St. Ulrich zwölf Dohlen- und eine Turmfalkennisthilfe an der Kirche angebracht. Der Pfarrgemeinde wurde dafür eine Auszeichnung für vorbildlichen Artenschutz verliehen.
  • In Ottenhofen stellt Josef Greckl seinen Falkenmonitor auf. Der begeisterte Hobbyornithologe hat nicht nur sämtliche Nistplätze eingerichtet, er hält sie auch im Winter in Schuß und überträgt mit den Kameras direkt vor den Kirchvorplatz.
  • Bevor der Steinhöringer Kirchtum saniert wurden, haben Aktive der Kreisgruppe Ebersberg in einer aufregenden Aktion Dohlennistplätze angebracht. Die Dohlen haben jetzt eine Alternative, wo sie ihre Jungen aufziehen können. Denn ihre angestammten Brutplätze im Kirchturm werden durch die Sanierung nicht mehr erreichbar sein.
Oda Wieding

Ihre Fragen beantwortet Ihnen:

Oda Wieding

0 91 74 / 47 75 - 74 32

Bestellen Sie das Infopaket "Lebensraum Kirchturm" mit 4 Faltblättern und einem Poster für 2,- €. Tel.: 0 91 74 / 47 75 - 35.

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