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Bartgeier-Webcam in den Berchtesgadener Alpen

Erleben Sie live die ersten Wochen junger Bartgeier in einer Auswilderungsnische

In Kooperation mit dem Nationalpark und dem Tiergarten Nürnberg im Rahmen des EEP wird der LBV in den kommenden Jahren jeweils 2 bis 3 junge Bartgeier im Klausbachtal freilassen – erstmals im Sommer 2021. Am 10. Juni 2021 wurden die ersten beiden Jungvögel namens Bavaria und Wally in einer Felsnische im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert. Die alpenweite Wiederansiedlung des einst heimischen Bartgeiers gilt als einzigartiges Beispiel im internationalen Naturschutz.

Dabei kommt die bewährte „Hacking“-Methode zur Anwendung, bei der 2-3 junge Bartgeier im Alter von ca. 90 Tagen in eine gut geschützte Auswilderungsnische gebracht und dort versorgt werden. Mit einer Überlebensrate von 88 % im ersten, bzw. gar 96 % im zweiten Lebensjahr ist diese Vorgehensweise außerordentlich erfolgreich.

Mit zwei Live-Webcams kann jede*r Interessierte die beiden jungen Bartgeier in der Auswilderungsnische nun live mitverfolgen.

Hintergrund & Technik zur Webcam

Im Mai 2021 wurde die Firma Terra HD der Aufgabe betraut die Auswilderung der Bartgeier per Livestream zu begleiten. Bei Besichtigung des Standortes wurde sofort klar dass es sich hierbei um ein enorm komplexes Projekt handelt.

Die Komplexität sind in 3 Dingen begründet: Unwegsamkeit, Ausrichtung Nordost, keine breitbandige Internetverbindung aus dem Tal möglich.

Unwegsam:

Auf den Bildern ist es nicht zu erkennen, aber die Umgebung an der Felsnische ist durchwegs Absturzgelände mit großer Steinschlaggefahr. Vom Nationalpark Berchtesgaden wurden hierzu Fixseile errichtet um die Sicherheit zu gewährleisten. Auch für den Materialtransport war ein wahrer Kraftakt unter widrigsten Bedingungen (Dauerregen beim Aufstieg / Dauerschneefall im oberen Bereich). Unter großartiger Zusammenarbeit zwischen dem LBV und der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden konnte der Materialtransport aber erstaunlicherweise an einem Tag durchgeführt werden. Kleines Beispiel: Eine Batterie wiegt 23 kg, für die Energieversorgung sind 2 Batterien notwendig.

Ausrichtung Nordost

Selbst im Juni befindet sich das Photovoltaik-Modul bereits ab spätestens Mittag im Schatten der dahinterliegenden und hochaufragenden Felswand des Knittelhorns. Dies streicht die "Energieausbeute" gnadenlos zusammen. Die Auswahl sämtlicher Hardware muss sich deshalb diesem Thema unterordnen.

Internetverbindung

Im Prinzip das einzige Gebäude im Tal von dem sich eine WLAN-Richtfunkverbindung herstellen lässt ist die Nationalpark-Informationsstelle Klausbachhaus. Allerdings ist die Internetanbindung am Klausbachhaus nicht brauchbar für einen permanenten Livestream.

Aus oben genannten Gründen hat Terra HD das Konzept folgendermaßen ausgearbeitet:

Ein Hochleistungs-Photovoltaik-Modul erzeugt die Energie. Dieses Modul ist in der Lage auch bei bewölktem Himmel noch einigermaßen Energie zu liefern. Wie weiter oben erwähnt bleiben trotzdem nur wenige Stunden täglich um Energie zu erzeugen. Die Energie wird in zwei Batterien gespeichert. Als Solarladeregler wird ein MPTT-Regler verwendet, der aus der Ferne permanent über eine VPN-Verbindung erreichbar ist. Über diese Verbindung ist es möglich den Zustand der ganzen Anlage einzusehen und gezielt (oder nach Priorität) Geräte ein- oder auszuschalten.

An der Felsnische sind zwei stromsparende Kameras per Netzwerkkabel angebracht (PoE). Unter den Gegebenheiten musste sich Terra HD für ein Kameramodell ohne PTZ (Pan-Tilt-Zoom) entscheiden, da diese im Vergleich ein vielfaches an Energie benötigen die dieser Standort einfach nicht hergibt.

Eine Kamera dient als Hauptkamera mit Überblick über die gesamte Felsnische. Die zweite Kamera filmt etwas detailreicher und wird je nach Sonneneinstrahlung automatisch aktiviert oder deaktiviert.

Die Internetverbindung wird über LTE hergestellt. Zusätzlich wurde ein WLAN-Richtfunkstrecke zum Klausbachhaus eingerichtet. Dort befindet sich ein Netzwerkspeicher um den Livestream zu archivieren. Außerdem ermöglicht diese Richtfunkstrecke für Mitarbeiter den lokalen Zugriff auf die Kameras in voller Auflösung ohne "LTE-Flaschenhals" vom Klausbachhaus aus.

Da die Kamera über LTE ans Internet angebunden ist, kann der "öffentlichen Stream" leider nur in reduzierter Auflösung angeboten werden. Am Klausbachhaus befindet sich außerdem ein "Raspberry Pi". Dieser holt den Kamera-Stream lokal ab und schickt ihn in reduzierter Auflösung über die Richtfunkstrecke zurück zur Felsnische und über das LTE-Modem ins Internet zu unseren Livestream-Server. Da es sich bei LTE um ein "Shared Medium" handelt kann es gelegentlich zu Bildfehlern oder zu Aussetzern im öffentlichen Stream kommen.

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