22. Stunde der Gartenvögel geht zu Ende: Negativtrend der letzten Jahre hält an
Anzahl der Vögel pro Garten geht weiter zurück
An diesem sonnigen Maiwochenende haben sich knapp 4.700 Menschen an der Stunde der Gartenvögel in Bayern beteiligt und aus rund 3.300 Gärten mehr als 85.000 Vögel (Stand 18:00 Uhr) gemeldet. Vielen Dank allen Teilnehmer*innen, deren Beobachtungen wichtige Erkenntnisse über die Situation der Vögel im Siedlungsraum liefern. Wer seine Beobachtungen noch nicht eingetragen hat, kann das bis zum 18. Mai nachholen. Zum Online-Meldeformular
Trio hartnäckig an der Spitze
Mit dem aktuellen Tiefstwert von durchschnittlich 25,7 Vögeln pro Garten setzt sich der Negativtrend der letzten Jahre fort. Damit bestätigt die „Stunde der Gartenvögel 2026“ die Resultate von verschiedenen Monitoring-Programmen und wissenschaftlichen Studien. Der Durchschnitt von zehn verschiedenen Arten pro Garten ist gegenüber den Vorjahren gleichgeblieben.
Die Top 10 der gemeldeten Vögel hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Auffallend sind lediglich die geringere Gruppengröße bei den Mauerseglern und die größere Zahl von Ringeltauben pro Zählort. Das kann sich aber mit weiteren Meldungen noch ändern. Die Plätze 1 bis 3 belegen wieder Haussperling, Amsel und Star.
Der eindeutige Spitzenplatz des Haussperling bei den gemeldeten Individuenzahlen lässt sich nicht zuletzt durch seine gesellige Lebensweise erklären. Amsel und Star sind nahezu flächendeckend in Bayern vertreten.
Keine vermehrten Krankheitsfälle gemeldet
Positiv: Alle Finkenarten (Grün- und Buchfink sowie Stieglitz) zeigen stabile Zahlen. Es gibt aktuell keinen Hinweis auf eine neue Infektionswelle durch Trichomonaden, wie deutschlandweit vom NABU befürchtet wurde, dem LBV wurden keine vermehrten Krankheitsfälle gemeldet.
Obwohl das sonnige Wetter am Wochenende für die Jäger der Lüfte ideal war, geben die gemeldeten Zahlen für Schwalben und Mauersegler Anlass zur Sorge.
Hier macht sich offensichtlich der Insektenrückgang bemerkbar. Der Mauersegler ist zwar mit Platz 9 zurück in den Top 10, weniger als 1 Individuum pro Meldung bedeutet aber einen Rückgang gegenüber den Vorjahren.
Bei den Mehlschwalben setzt sich die negative Bestandsentwicklung der letzten Jahre fort, -15% in Bayern wie im gesamten Bundesgebiet. Und während die Zahl der Rauchschwalben deutschlandweit leicht zunimmt, verläuft die Entwicklung in Bayern leicht negativ gegenüber 2025.
Besondere Beobachtungen
Wie schon im vergangenen Jahr sorgten Sichtungen von Wiedehopf und Bienenfresser für besondere Freude.
Unabhängig von den beobachteten Arten belegen zahlreiche Kommentare und ausführliche Beobachtungsschilderungen die Begeisterung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen für die Zählaktion: „Die Vögel machen uns allen große Freude", „Weiter so, hat Spaß gemacht", stehen exemplarisch für viele andere Rückmeldungen. Warum Vogelbeobachtung glücklich, können Sie hier nachlesen
Meldung noch möglich
Wer seine Beobachtungen noch nicht eingetragen hat, kann das bis zum 18. Mai nachholen.