Bienenfresser

Merops apiaster

Ruf des Bienenfressers

Stimme des Bienenfressers
Ruft häufig mehrfach wiederholt, weich und rollend „Prrüt“, von fliegenden Trupps im Chor, weit hörbar. Bei Beunruhigung am Nest reiner, kurz pfeifend „wüt“.

Status

Rote Liste Bayern: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischer Restriktion
Rote Liste Deutschland: ungefährdet

Der Bienenfresser gilt in Deutschland nicht als gefährdete Art und gilt als Profiteur des Klimawandels.

Blick ins Geschichtsbuch

Bienenfresser auf Ast | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Bienenfresser (Merops apiaster)

Spätestens seit 1964 brütet der Bienenfresser alljährlich in Deutschland, verlagerte seine Brutplätze in der Anfangszeit aber häufig und wechselte sein Vorkommen auch zwischen den verschiedenen Bundesländern. Die Etablierung von Kolonien über mehrere Jahre war in den 1960er und 1970er Jahren selten.

Auch in den 1980er Jahren fanden unregelmäßig Bruten in mehreren Bundesländern statt (bspw. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein), welche teilweise den Beginn der Phase dauerhafter Ansiedlungen markieren, so in Baden-Württemberg und Bayern.

Aussehen

Größe: Größe: ca. 25 – 29cm (einschließlich Schwanzspieße 0 – 3cm)

Spannweite: ca.36 – 40 cm

Gewicht: 50 Gramm

Beschreibung
Spint mit exotischer Farbenpracht. Adult mit leuchtend gelber Kehle, bläulicher Unterseite, gelbweißen Schulterfedern sowie rotbrauner Färbung von Scheitel, Mantel, Rücken und Armdecken, unverkennbar.

Jungvögel mit eher grünlicherer Oberseitenfärbung, aus der Ferne mit Blauwangenspint - allerdings kein einheimischer Vogel, in Nordafrika und in Süd- und Vorderasien beheimatet - zu verwechseln.

Vorkommen

Zwei Bienenfresser auf einem Ast | © Rainer Schaaf © Rainer Schaaf
Bienenfresser-Pärchen

Bei uns
Sommervogel, Mai bis August, überwintert im südlichen Afrika

Verbreitung
Das Areal des Bienenfressers erstreckt sich von Nordafrika und dem Mittelmeerraum über die Schwarzmeerregion bis Mittelasien; neuerdings kleinere Ansiedlungen in Mitteleuropa.

Verbreitung in Bayern
Der Bienenfresser ist in Bayern lokal verbreitet. Das Brutareal hat sich seit der Erfassung von 1996-99 des Bayerischen Landesamt für Umwelt deutlich vergrößert. Zu einer Häufung kommt es im mittleren und nördlichen Schwaben (v.a. die Landkreise AIC, DLG) und im nordwestlichen Oberbayern. Die wenigen Vorkommen beschränken sich meist auf Einzelpaare oder Kleinkolonien und sind meist nicht für längere Zeit besetzt und wechseln häufig.

Bestand in Bayern: 50-70 Paare

Lebensweise

Flugbild
Insektenjagd oft in größerer Höhe, dabei wechseln Gleitphasen mit gerader Flügelhaltung und kurze, schnelle (mehlschwalbenartige) Flügelschlagserien ab. Flugbild der meisten Spinte von unten ähnlich mit schmalem schwarzem Hinterrand der spitzen, rötlich getönten Flügel. Beim Bienenfresser schwarzer Hintergrund des Armflügels jedoch etwas breiter als derjenige des Handflügels.

Lebensraum
Brütet in offenen, warmen Gegenden, Feldflur oder hügeliger Landschaft mit Weiden, Gebüsch, einzelne Bäumen oder Gehölzen, oft an Flüssen mit Steilufern oder Bodenentnahmestellen.

Jagd
Der Bienenfresser ist ein spezialisierter Luftjäger. Er startet zumeist von einer Sitzwarte wie einem trockenen Ast, einem Zaun oder einer Elektroleitung aus, um ein bereits auf 60 Meter Entfernung erkanntes Insekt während des grazilen, elastischen, nur von wenigen Flügelschlagserien abgelösten Segelfluges mit dem Schnabel zu erbeuten. Die Mehrzahl der Beuteflüge ist erfolgreich. Die Beute wird zumeist zu einer Sitzwarte getragen und durch Schlagen auf eine harte Unterlage werden größere Insekten betäubt oder zur Giftabsonderung animiert, von Schmetterlingen werden die Flügel abgeknipst. Zudem besitzt die Art eine weitgehende Immunität gegen das Bienengift. Unverdauliche Insektenreste werden als Gewölle später ausgespien.

Brutplatz
Vorzugsweise aufgelassenen Kies-, Sand- und Braunkohlegruben mit Steilwänden

Brutdauer
19-25 Tage, Nestlingszeit: 31-33 Tage

Schon gewusst?

Wenn er eine Biene oder Wespe gefangen hat, reibt er sie mit dem Hinterleib zunächst mehrmals über eine Unterlage um ihren Stachel zu entfernen.

Gefährdung

Drei farbenprächtige Bienenfresser auf einem Ast | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Bienenfresser (Merops apiaster)

Der Bienenfresser ist in Bayern stark gefährdet; als Risikofaktor ist die enge ökologische Bindung an spezielle, gefährdete Lebensräume zu sehen.

Geeignete Brutplätze in Abbaugruben stehen in Bayern jeweils nur über kurze Zeit zur Verfügung; sie werden durch Verfüllung oder Erosion relativ schnell entwertet. Brutplatztraditionen können sich daher nur in wenigen Fällen aufbauen.

Bienenfresser leben in Bayern am Rande ihrer Arealgrenze. Schon aus diesem Grund sind die Lebensbedingungen als suboptimal bis pessimal zu bezeichnen.

Nahrungsangebot und -verfügbarkeit können limitierende Faktoren sein.

Zumindest in der Phase des Röhrenbauens sind Bienenfresser besonders störungsempfindlich.

Systematik
Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes), Familie: Bienenfresser (Meropidae), Gattung: Merops, Art: Bienenfresser

Quellen:
Lars Svensson: Der Kosmos Vogelführer, Stuttgart 2011.
Bayerisches Landesamt für Umwelt, lfu.bayern.de

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