Ausgezeichnet: Diese bayerischen Gärten sind Paradiese für Vögel, Igel und Insekten
7.800 Plaketten "Vogelfreundlicher Garten" in ganz Bayern vergeben
Sie sind ein Eldorado für Amsel, Meisen, Spatz & Co.: Mehr als 7.800 Gärten bayernweit tragen bereits die Plakette "Vogelfreundlicher Garten", vergeben vom LBV und dem Bayerischen Artenschutzzentrum im Landesamt für Umwelt (LfU). Noch den ganzen Sommer ist die ehrenamtliche Gartenjury unterwegs auf der Suche nach privaten Vogeloasen.
Maria Bierlein aus Haßfurt in Unterfranken ist eine der Engagierten, deren Gartentor bereits die Plakette "Vogelfreundlicher Garten" ziert. Der Natur gibt sie in ihrem fröhlichen, bunten Garten leidenschaftlich gerne einen Raum. "Jede unverhoffte Tierbegegnung schafft Freude. Je überraschender und vielfältiger, desto besser", erklärt die Naturgärtnerin ihre Leidenschaft. "Die schönste Begegnung hatte ich beim Säubern eines Nistkastens. Ein Siebenschläfer hatte sich dort für seinen Winterschlaf eingerichtet." Das zeigt, dass nicht nur Vögel, sondern auch zahlreiche andere Arten vom Engagement der Besitzerinnen und Besitzer der "Vogelfreundlichen Gärten" profitieren. Wer einen naturnahen Garten, wie den von Maria Bierlein, einmal erlebt hat, dem bleibt er im Gedächtnis. So erinnert sich die LBV-Gartenbewerterin Sandra Wöhning noch genau an den Besuch: "Wir konnten sofort in die wilde Schönheit eintauchen und überall gab es neue tolle Ecken zu entdecken."
Wohlfühl-Garten im Landkreis Traunstein
Auch am anderen Ende von Bayern, in der Gemeinde Obing im oberbayerischen Landkreis Traunstein, finden Vögel, Igel und Insekten bei Familie Hellmeier einen Ort zum Wohlfühlen. Viele verschiedene Strukturen von der Hecke über Bäume bis hin zu offenen, sonnigen Sandflächen (Sandarium) bieten Versteckmöglichkeit, Nahrung und Nistplätze. „Besonders das Sandarium mit Ameisenlöwen ist mir aus dem Garten im Gedächtnis geblieben. Das ist für einen Privatgarten wirklich außergewöhnlich“, sagt Manuela Müller, die den Garten als Jurymitglied bewertet hat. Doch nicht nur für das Wohlbefinden der Tiere, sondern auch für das eigene Behagen sorgt der vogelfreundliche Garten von den Hellmeiers: „Gärten, die Wildtieren Nahrung, Schutz, Nist-, Brut-, die Strukturen fürs Überleben bieten, fördern auch die eigene seelische und körperliche Gesundheit“, sagt Charlotte Hellmeier.
Tipps für den vogelfreundlichen Garten im Sommer
Besonders jetzt im Sommer, bei großer Hitze und Trockenheit, sind naturnah gestaltete Gärten ein Geschenk für Vögel, Insekten und andere Tiere. Ein Gartenteich, Wildblumenwiesen und Bäume, die Schatten spenden, sorgen für eine spürbar kühlere Umgebung und liefern zudem genug Wasser und Nahrung. Wer den Vögeln zusätzlich unter die Flügel greifen will, kann außerdem Vogeltränken aufstellen. Dazu einfach eine flache Schüssel oder ein Blumentopf-Untersetzer mit Wasser befüllen und regelmäßig wechseln. Darüber freuen sich auch weitere tierische Gartenbesucher.
Ehrenamtlich im Einsatz: so kann man Teil der LBV-Gartenjury werden
Bewertet und ausgezeichnet werden die Gärten von ehrenamtlichen Mitgliedern der LBV-Gartenjury, die mittlerweile aus über 700 Mitgliedern in ganz Bayern besteht. Allein in dieser Saison hat die Jury bereits über 700 Gärten ausgezeichnet, viele weitere Gartenbesitzer stehen aufgrund des großen Andrangs in einigen Landkreisen noch auf der Warteliste. Für die Ehrenamtlichen ist das Engagement im Rahmen des Projekts "Vogelfreundlicher Garten" oft eine Herzenssache. "Es ist eine großartige Möglichkeit, immer wieder Neues zu lernen, Inspiration zu erhalten und weiterzugeben – auch für den eigenen Garten", sagt Julia Bichler, Gartenjurymitglied im Landkreis Traunstein.
Anmeldungen für die Bewertung des eigenen, privaten Gartens sind weiterhin hier möglich. Dort gibt es auch zahlreiche Tipps zur Gestaltung eines naturnahen Gartens.
von Kristin Machmer | lbv.de,