Kostenloses Sommerkonzert: Jetzt Bayerns Heuschrecken erleben

Kleine Musiker mit vielfältigen Gesängen unterwegs – LBV-Tipp: Lebensraum im eigenen Garten schaffen

Es zirpt, schnarrt, klopft und raschelt: Wer an warmen Sommertagen über Wiesen, Brachen oder an Wegrändern entlanggeht, kann jetzt eine erstaunliche Vielfalt an Heuschrecken entdecken. Besonders an sonnigen, trockenen Tagen sind die kleinen Musiker aktiv. Doch viele Arten sind bedroht, weil ihre Lebensräume wie Magerrasen, Feuchtwiesen oder ungemähte Randstreifen verschwinden. „Es lohnt sich, dem Zirpen zu folgen und einmal genauer hinzusehen. Mit etwas Geduld lassen sich beeindruckende Sprünge, ungewöhnliche Farben und ganz unterschiedliche Gesänge erleben“, sagt Leonie Gloß, Heuschreckenexpertin beim LBV. Dabei gilt: langsam nähern – denn Schrecken sind schreckhaft. Werden sie durch schnelle Schritte gestört, verstummen sie, lassen sich fallen oder fliegen sogar ein Stück weit davon. 

Roesels Beißschrecke | © Dr. Eberhard Pfeuffer © Dr. Eberhard Pfeuffer
Die Roesels Beißschrecke ist häufig in Städten und Siedlungen anzutreffen.

Grillenzirpen ist oft der „Gesang“ männlicher Heuschrecken. Viele Arten haben ihren eigenen Rhythmus und Klang und lassen sich so unterscheiden. Sie reiben ihre Hinterbeine an den Flügelkanten oder seitlich am Körper oder auch beide Flügel aneinander und erzeugen so ganz spezielle Laute. „Die Tiere nutzen ihren Körper als Resonanzraum, um weit hörbar zu sein und so eine Partnerin anzulocken. Das ist Dating mit Körpereinsatz“, erklärt Gloß. Aber es gibt auch andere Musizier-Methoden: Die Eichenschrecke etwa trommelt mit ihren Füßen auf Blätter oder Äste, während andere Arten mit den Mundwerkzeugen knistern.

Grüne Pferde, Weinhähnchen und Beißschrecken

Grünes Heupferd | © Franziska Wenger © Franziska Wenger
Das Grüne Heupferd ist eine der größten heimischen Heuschreckenarten.

Das Grüne Heupferd gehört mit etwa vier Zentimetern Körperlänge zu den imposantesten Heuschreckenarten in Bayern und ist häufig auch in Städten und Siedlungen anzutreffen. Das gilt auch für Arten wie die Roesels Beißschrecke und die Gewöhnliche Strauchschrecke. „Bei Insektenbesuch in der Wohnung fängt man verirrte Heuschrecken am besten mit einem Glas und setzt sie vorsichtig nach draußen“, rät die Heuschreckexpertin. Manche Arten sind tagaktiv und nur bei Sonne zu hören. Andere, wie Feldgrille oder Weinhähnchen, hört man bis tief in die Nacht. Der Gemeine Grashüpfer gehört zu den häufigsten Heuschreckenarten in Bayern. Auf artenreichen Wiesen ist er nahezu überall anzutreffen. Sein leises Schnarren begleitet warme Sommertage von Juni bis September.

Hohes Gras für kleine Hüpfer

Naturnaher Garten | © Birgit Helbig © Birgit Helbig
In naturnahen Gärten fühlen sich auch Heuschrecken wohl.

Heuschrecken zeigen intakte Lebensräume an. Die besten Chancen, sie zu entdecken, hat man je nach Art in hochgrasigen Wiesen, an natürlichen Wegrändern, auf Brachflächen, aber auch in naturnahen giftfreien Gärten. Biologin Leonie Gloß hofft auf viele Menschen, die ihren Garten zum zirpenden Paradies machen: „Heuschrecken haben je nach Art ganz unterschiedliche Ansprüche. Im Garten hilft deshalb vor allem Vielfalt: kurze und länger stehende Grasbereiche, ungemähte Inseln und Pflanzenstängel, die über den Winter erhalten bleiben. Entscheidend ist außerdem, vollständig auf Pestizide zu verzichten“, sagt Leonie Gloß.

von Franziska Back | lbv.de,

Wiesenweihe im Feld mit fünf Jungvögeln im Dunenkleid | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
© Zdenek Tunka

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