Mitmachen beim Internationalen Bartgeierbeobachtungstag
Augen offen halten nach Bartgeiern am 10. Oktober 2026
© IBM
Jedes Jahr findet am zweiten Samstag im Oktober in den in Frage kommenden europäischen Gebirgsregionen der Internationale Bartgeierbeobachtungstag ( International Observation Day IOD) statt, an dem über tausend Personen mitwirken. Diese gemeinschaftliche Aktion ist äußerst wichtig, da durch die erhobenen Daten die Populationsdynamik, Verbreitung und der Erfolg der Wiederansiedlungsprojekte eingeschätzt werden kann.
Die besten Chancen einen Bartgeier in Bayern zu sichten, hat man derzeit in den Berchtesgadener und Allgäuer Alpen, aber natürlich sind Beobachtungen aus allen relevanten Gebirgsgruppen wichtig. Besonders freuen wir uns natürlich über Meldungen unserer Bartgeier!
Kamera und Smartphone gehören mit in den Wanderrucksack
Dank der GPS-Sender auf dem Rücken der Vögel kennt das Projektteam von Nationalpark und LBV die Aufenthaltsorte unserer ausgewilderten Bartgeier meist relativ genau. Dennoch gibt es Lücken in der Überwachung, etwa wenn die Sender längere Zeit in abgelegenen Gegenden keine Daten per Handynetz funken können. Besonders relevant ist das in Fällen wie z.B. bei Bavaria, von der wir seit März 2025 keine Senderdaten mehr erhalten.
Umso wichtiger sind deshalb die Beobachtungen von Bergsteigern und Bergsteigerinnen, die an günstigen Geländepunkten Ausschau nach Bartgeiern halten.
Vielleicht sind bei den Beobachtungen ja auch einige unserer Projektvögel dabei! Durch die hellen Federmarkierungen sind die juvenilen und immaturen Geier auch auf Handyfotos in mäßiger Qualität meist klar zu unterscheiden. Übrigens können Sie die jeweilige Federmarkierung "unserer" Jungvögel (Alosa, Zierli, Luisa, Generl, Vinzenz und Wiggerl ) in den jeweiligen Steckbriefen nachsehen. Bei den älteren Vögeln (Bavaria, Dagmar, Recka, Nepomuk und Sisi) sind die Federmarkierungen meist gar nicht oder nur noch undeutlich zu erkennen.
Fernglas und eine Kamera oder das Smartphone gehören am 10. Oktober also unbedingt mit in den Wanderrucksack. Ort, Datum und Fotos oder Videos egal in welcher Qualität sind für uns von sehr großem Interesse. Auch Negativnachweise sind für uns wichtig, weil wir damit zum Beispiel Gebiete mit hoher und niedriger Chance auf Geiersichtungen eingrenzen und so in guten Regionen das Monitoring verstärken können.
Darüber hinaus führt die Zählung zu zahlreichen Sichtungen identifizierter Individuen und liefert Grundlagen für die Analyse der Überlebensraten und die Modellierung der Altersstruktur der Population. Dies wird helfen, die Unterschiede im Überleben je nach Region und die Auswirkungen von Schutzmaßnahmen zu verstehen.
Bei aller Begeisterung für die imposanten Tiere bittet der LBV alle Freiwilligen auf bestehenden Wegen zu bleiben und auf alpine Gefahren zu achten.
Merkmale und Vergleich zu anderen Arten
Meldungen und Infos
Ihre Beobachtungen können Sie entweder direkt ins Meldeformular eintragen oder an bartgeier@lbv.de mailen.
Eine kleine Bitte noch: Es wäre besonders hilfreich, wenn Sie uns im Vorhinein kurz informieren könnten, wo Sie gedenken, ihren Beobachtungsplatz einzunehmen. Für den Fall, dass mehrere Beobachter*innen angeben, sich an ein und demselben Standort zu positionieren, können wir dies koordinieren und versuchen für einzelne Personen einen besseren Platz zu finden.
Schreiben Sie uns einfach eine kurze Mail an oben genannte Adresse und falls notwendig, setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung.
Wir bedanken uns im Voraus schon einmal für Ihre Teilnahme und ihre wichtige Unterstützung!
Internationale Zusammenarbeit für die Bartgeier!
Diese großartige Initiative bringt seit Jahren Hunderte von Bürgerinnen und Bürgern mit Bartgeier-Expert:innen und erfahrenen Vogelbeobachter:innen zusammen, um an einem bestimmten Tag eine gleichzeitige und koordinierte Zählung durchzuführen, um den Bestand der Art in bestimmten Gebieten zu ermitteln.
Die Internationalen Beobachtungstage sind daher zu einem wichtigen Hilfsmittel zur gründlichen Überwachung des Bestands und der Einschätzung der Vorkommen des Bartgeiers in fast seinem gesamten europäischen Verbreitungsgebiet geworden.
Darüber hinaus führt die Zählung zu zahlreichen Sichtungen identifizierter Individuen und liefert Grundlagen für die Analyse der Überlebensraten und die Modellierung der Altersstruktur der Population, was uns helfen wird, die Unterschiede im Überleben je nach Region und die Auswirkungen von Schutzmaßnahmen zu verstehen.
Die Internationalen Bartgeier Beobachtungstage werden von der IBM (International Bearded Vulture Monitoring) koordiniert und erfolgen in Zusammenarbeit mit zahlreichen internationalen Partnerorganisationen.
von David Schuhwerk,