Mein Praktikum im LBV-Artenschutzreferat
Erfahrungsbericht von Clara
Mein Name ist Clara Menche und ich habe von Juni bis August 2026 ein 3-monatiges freiwilliges Praktikum beim LBV im Artenschutzreferat in Hilpoltstein gemacht.
Mein Weg zum LBV
Nach meinem Bachelor in Biologie wollte ich gerne mehr praktische Erfahrungen im Naturschutz sammeln. Der LBV setzt als großer Verband viele verschiedene Artenschutzprojekte um und bietet die Möglichkeit, diverse Einblicke in Artenschutz- und Biotopschutz zu erhalten.
Meine Aufgaben und Erfahrungen
Eine der Hauptaufgaben ist es, den sogenannten Infoservice zu betreuen. Man beantwortet per Mail und Telefon naturschutzfachliche Anfragen aus der Bevölkerung. Regelmäßige Aufgaben waren unter anderem auch das Tagfaltermonitoring sowie die Kontrolle von Uhu-Brutplätzen und Erfassung von Jungvögeln in der Fränkischen Schweiz. Man kommt im Praktikum daher auch raus und ist in der Natur unterwegs.
Für das Monitoring-Team vom LBV habe ich außerdem für den Wintervogelatlas bei der Dateneingabe unterstützt. Viele Aufgaben haben sich flexibel ergeben, wenn Kolleg*innen nach unserer Unterstützung gefragt haben. Wir haben unter anderem ein kleines GIS-Projekt durchgeführt, beim Team von den Großen Hufeisennasen bei der Prädatorenabwehr geholfen, Literaturrecherchen übernommen sowie die LBV-Futterstelle mit Webcam mitbetreut.
Durch Eigeninitiative gab es auch immer die Möglichkeit, in Projekte an anderen Standorten in Bayern reinzuschnuppern. Einen Tag konnte ich in Straubing einen Kollegen bei der Nestkontrolle von Kiebitznestern begleiten und ein anderes Mal war ich zum Prädatorenmonitoring im Altmühltal zum Schutz von Wiesenbrütern. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr aufgeschlossen einen mitzunehmen und mehr über ihre Arbeit zu erzählen. Das war für mich besonders spannend, da man verschiedene Berufsalltage kennenlernt und natürlich auch fachlich dazulernt.
Eins der Highlights war es für mich, das Presseteam bei der Pressekonferenz vom Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ im bayerischen Landtag begleiten zu können. Außerdem war ich mit meiner Mitpraktikantin eine Woche lang beim Bartgeier-Projekt im Berchtesgadener Nationalpark auf der Diensthütte. Zusammen haben wir, im Rahmen des Monitoring-Programms, die beiden ausgewilderten Jungvögel beobachtet.
Die Arbeitsatmosphäre ist sehr freundlich, respektvoll und familiär. Ich wurde direkt ins Team gut aufgenommen und konnte mich bei Fragen und Anliegen immer austauschen. In der Mittagspause konnte ich auch super Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Teams kennenlernen.
Das Praktikum war in seinen Aufgaben sehr abwechslungsreich und keine Woche war wie die andere. Gerade im Frühjahr und Sommer kann ich das Praktikum empfehlen, da hier die meiste Feldarbeit ansteht und man mehr draußen unterwegs sein kann.
WG-Leben
Gerade das Zusammenleben mit meinen zwei Kolleginnen, die ein BFD und auch ein Praktikum gemacht haben, war großartig.
Die WG ist genau gegenüber vom LBV-Gebäude und die Wohnung ist groß, hell und gut ausgestattet. Die Vermieterin wohnt auch im Haus und ist sehr herzlich. Oft haben wir zusammen gekocht und mit ihrem Kater Horst gekuschelt. Den Garten konnten wir auch mitbenutzen. Außerdem hat man durch das Zusammenleben direkt Leute, mit denen man zusammen was machen kann.
Auch in Hilpoltstein, kurz Hip genannt, ist es sehr schön und auch was los. Der große Challenge Roth Triathlon, das Burgfest sowie weitere Events, die schöne Innenstadt und der Rothsee sind nicht weit.
Fazit
Das Praktikum hat mir gezeigt, dass ich im Naturschutz genau richtig aufgehoben bin und mich weiterhin beruflich in diese Richtung entwickeln möchte. Die Zeit hat mich sehr bereichert und viel Freude gemacht. Der abwechslungsreiche Arbeitsalltag und das Gefühl, etwas so Sinnvolles zu machen, haben die Arbeit kaum wie „richtige Arbeit“ anfühlen lassen.
Ich kann jedem ans Herz legen, das Praktikum zu machen. Wenn mein Weg in der Zukunft wieder zum LBV führt, würde ich mich sehr freuen 😊