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Kaum Nachwuchs beim Uhu

Nahrungsmangel sorgt für weniger junge Eulen – erfolgreiche Kletterkonzepte in der fränkischen Schweiz schützen Uhu und Wanderfalke

An vielen Orten der Fränkischen Schweiz sind jetzt im Sommer die heiser krächzenden Bettelrufe junger Uhus zu hören. Doch in diesem Jahr sucht man oft vergeblich nach dem Nachwuchs der größten Eule der Welt. Zu Beginn der Brutsaison im Februar konnten wir immerhin fast 70 balzende Uhus zwischen Main und Pegnitz feststellen. Erfolgreich fortgepflanzt haben sich aber nur die wenigsten. Nur elf junge Eulen wurden von unseren ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden des Artenhilfsprogramms Felsbrüter gefunden.

Uhu | © Rosl Rössner © Rosl Rössner
Ein schlechtes Mäusejahr zieht einen geringen Bruterfolg bei Uhus mit sich.

Geringe Mäusepopulation wirkt sich auf Fortpflanzungserfolg aus

Junger Uhu | © Markus Glässel © Markus Glässel
Auch 2018 gab es nur wenig Nachwuchs bei den Uhus.

Der Grund für den geringen Fortpflanzungserfolg dürfte die schlechte Verfügbarkeit von Beutetieren wie etwa Mäusen während der Brutsaison sein. Im besonders erfolgreichen Jahr 2021 waren es mit 64 jungen Uhus fast sechsmal so viele wie in diesem Jahr. Wenn die großen Eulen nicht genug zu fressen finden, brechen sie ihre Brut oft vorzeitig ab oder beginnen erst gar nicht zu brüten. Auch aus anderen Regionen Bayerns hören wir, dass es kaum Jungvögel gibt. Sorgen muss man sich um die nächtlichen Jäger allerdings noch nicht machen. In der Natur ist es ganz normal, dass es auch mal ein schlechtes Mäusejahr gibt. Im nächsten Jahr kann das schon wieder ganz anders aussehen. Zuletzt war die Zahl der Jungvögel im Jahr 2018 auf einem ähnlich niedrigen Niveau, im darauffolgenden Jahr hatte sich die Situation aber bereits wieder normalisiert.

Für viele Uhus beginnt nun schon die Vorbereitung auf die nächste Brutsaison. Wenn die Vögel nicht erfolgreich mit ihrem Brutgeschäft waren, beginnen sie oft schon im Sommer wieder zu balzen und markieren ihre Reviere für das nächste Frühjahr. Daher ist es zurzeit auch nicht ungewöhnlich, an einem der lauen Sommerabende die charakteristischen „U-hu“-Rufe vernehmen zu können.

Bruterfolg der Wanderfalken besser

Wanderfalke | © Christoph Bosch © Christoph Bosch
Diesen Sommer gab es bei den Wanderfalken in der Fränkischen Schweiz in etwa so viel Nachwuchs wie letztes Jahr: 34 Jungvögel konnten gezählt werden.

Besser als für den Uhu lief es für den Wanderfalken, die zweite an Felsen brütende Vogelart, um die sich der LBV in der Fränkischen Schweiz im Rahmen des Artenhilfsprogramms im Auftrag des Landesamtes für Umwelt kümmert. Der Wanderfalke macht ausschließlich Jagd auf Vögel, die er im rasanten Sturzflug erbeutet, und ist daher nicht vom Mäusebestand abhängig. Die Artenschützer*innen des Artenhilfsprogramms zählten in diesem Jahr mit mindestens 34 ausgeflogenen Jungfalken etwa so viele wie im vergangenen Jahr.

Kletterkonzept zum Schutz von Uhu und Wanderfalke

Mit dem Ausklingen der Brutsaison der beiden Felsbrüter enden in der Fränkischen Schweiz auch die Sperrungen der Kletterfelsen für dieses Jahr. Diese Sperrungen sind Teil eines äußerst erfolgreichen Kletterkonzeptes, welches in Zusammenarbeit von Naturschützern, Kletterverbänden und Behörden zum Schutz der Vögel entwickelt wurde. Die Kooperationsbereitschaft und das große ehrenamtliche Engagement von Naturschützern und Kletterern in der Fränkischen Schweiz tragen wesentlich dazu bei, dass Uhu und Wanderfalke heute nicht mehr auf der Roten Liste stehen. Die Brutfelsen der Wanderfalken dürfen schon seit dem 1. Juli wieder beklettert werden, für die Uhu-Felsen gilt dies seit dem 1. August.

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© Matthias Meyer

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