Uhu

Bubo bubo

Ruf des Uhus - Hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Stimme des Uhus
Männchen dumpf "uu-hu", Weibchen hart bellend "kjähw" oder "rääw"

Status

Rote Liste Bayern: ungefährdet
Rote Liste Deutschland: ungefährdet

Blick ins Geschichtsbuch

Uhu blickt schläfrig in die Kamera | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Uhu (Bubo bubo)

Volkstümlicher Name
Die allermeisten Bezeichnungen des Uhu gehen auf die unheimlichen Rufe zurück, die er des Nachts von sich hören lässt. In älteren Sprachperioden sind die Lautformen 'Huhu' und 'Schuhu' vorzufinden.

Mythen über den Uhu
Gern gesehen wurde die größte bei uns vorkommende Eule früher nicht. Wegen seiner nächtlichen Lebensweise galt der Uhu als Vogel der Unterwelt, als Trauer- und Totenvogel. Sein Erscheinen bedeutete Krieg, Hungersnot, Krankheit und Tod. Sein Erscheinen bedeutete Krieg, Hungersnot, Krankheit und Tod. So bei den abergläubischen und von der Vogelschau überzeugten Römern, bei denen mehrmals, nachdem sich ein Uhu gezeigt hatte, die Stadt entsühnt werden musste.

Auch andere Wirkungen des Uhus waren bekannt. So wurde von der Zauberwirkung des Uhuherzens berihtet: Wenn man es einer schlafenden Frau an die linke Seite lege, dann sage sie alles, was sie getan habe. Sein Mark, auf trübe oder blinde Augen gestrichen, mache diese wieder sehend. Andere schreiben diese Wirkung den zu Asche verbrannten Uhuaugen zu. Und der islamische Denker und Arzt Avicenna (980-1037) spricht dem Uhufleisch, seinem Blut oder der Brühe, in der sein Fleisch gekocht wurde, lindernde Wirkung bei Asthma zu.

Aussehen

Größe: größte einheimische Eule, 59 - 73 cm

Spannweite: 138 - 170 cm

Beschreibung
Der Uhu ist die größte Eule Europas, das Weibchen ist beinahe Steinadler-groß! Der Uhu hat einen massigen Körper, einen breiten Kopf mit charakteristischen Federohren und großen, orangegelben Augen. Die Färbung ist oberseits rostbraun mit dunkler Fleckung und Bänderung, bauchseitig etwas heller rostfarben mit dunkleren Längsflecken und feiner Querzeichnung. Singende Männchen exponieren den weißen Kehlfleck.

Vorkommen

Fliegender Uhu | © R. Roessner © R. Roessner
Die größte einheimische Eule: der Uhu

Bei uns:
Ganzjährig zu beobachten

Verbreitung: 
In etwa 20 Unterarten ist der Uhu in großen Teilen Europas und Asiens verbreitet, ostwärts bis Sibirien und Sachalin, südöstlich bis Arabien, Indien und Südchina. In Europa ist er in Nordwestfrankreich, den britischen Inseln, auf Island sowie auf den meisten Mittelmeerinseln nicht verbreitet.

Verbreitung in Bayern:
Der Uhu besiedelt Bayern regional. Das Brutareal hat sich deutlich vergrößert. Die Veränderungen sind das Ergebnis einer gezielten Erfassung und besseren Kenntnis von Brutplätzen, auch bedingt durch das seit 2001 laufende Artenhilfsprogramm.

Bestand in Bayern:
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war er in großen Teilen Deutschlands ausgerottet. Die Restvorkommen bestanden aus etwa 70 Paaren in den bayerischen Alpen sowie in Nordbayern, Thüringen und Sachsen. Ab den 1970er Jahren entwickelte sich eine zügige Bestandserholung und Wiederbesiedlung des verwaisten Brutareals. Der aktuelle Bestand in Deutschland beträgt ca. 1200 Paare, davon etwa 250 - 300 in Bayern.

Lebensweise

Verhalten
Er ist ein streng nachtaktiver Jäger, der sich tagsüber in Baumkronen oder an Felswänden versteckt. Er ist ziemlich standorttreu wenn das Nahrungsangebot es zulässt. An der Spitze der Nahrungskette stehend hat er kaum natürliche Feinde und verhält sich auch Artgenossen gegenüber vergleichsweise entspannt. Bei der Verteidigung des Nests ist er jedoch furchtlos.

Lebensraum
Der Lebensraum des Uhus ist sehr variabel; von mediterranen Strauchgesellschaften (Macchien) über Wald- und Grassteppen, bis zu borealen Nadelwäldern. Er bevorzugt in Mitteleuropa möglichst reich gegliederte Landschaften mit Felsen, Wäldern, Freiflächen und Gewässern. Sie brüten meist in Felswänden oder moderat bewachsenen Steilhängen, als Sekundärhabitat aber auch gerne in Steinbrüchen. Fehlen geeignete Felsen, werden verlassene Greifvogelhorste oder zur Not auch Mulden am Boden angenommen. Sehr störungsempfindlich!

Nahrung
Ihre Hauptbeute sind Säugetiere bis Hasengröße sowie kleinere und mittelgroße Vögel. Gelegentlich werden aber auch Fische, Amphibien oder Reptilien erbeutet.

Fortpflanzung
Geschlechtsreif sind Uhus frühestens im zweiten (bei erfolgreichen Bruten) aber meist erst ab dem dritten Lebensjahr. Paar- und Revierbildung finden schon während der Herbstbalz statt, die eigentliche Balz ist im Februar/ März.Die Brut beginnt ab Ende Februar, meist erst Mitte März. Die Brutdauer beträgt ca. 34 Tage. Die Nestlingszeit beträgt je nach Brutplatz 3 1/2 (Bodenbrut) bis 10 (exponierte Felsnischen) Wochen. Anschließend gibt es eine zwei- bis dreimonatige Führungszeit, in der die Jungvögel die komplexen Jagdtechniken erlernen. Die Auflösung des Familienverbands erfolgt frühestens ab August.

Schon gewusst?

Die markanten Federohren dienen nicht dem Hören, sondern um die Stimmung wiederzugeben.

Gefährdung

Toter Uhu, der an einer Stromleitung hängt | © Günter Möbius © Günter Möbius
Die häufigste Todesursache: Strommasten

Jahrhundertelange Verfolgung hätten den Uhu vor 50 Jahren in Deutschland beinahe ausgerottet. Aber intensive Schutzbemühungen haben ihn gerettet: An die 2000 Brutpaare leben derzeit wieder in Deutschland, an die 500 davon im Freistaat. Aufgrund der positiven Bestandsentwicklung wurde der Uhu 2016 sogar aus der Roten Liste entlassen - formal gilt die Art in Bayern nicht mehr als gefährdet. Diese Einstufung wird allerdings den Realitäten nur bedingt gerecht: Nach wie vor sind viele gemeinschaftliche Anstrengungen nötig, um die erzielten Erfolge dauerhaft zu sichern.

Insbesondere durch folgende Faktoren ist der Uhu immer noch gefährdet:

  • Verlust des Lebensraums 
  • Störungen durch Klettersport
  • ungesicherte Strommasten und Windkraftanlagen

Eine detaillierte Übersicht finden sie hier

Schutzmaßnahmen

Der LBV setzt sich in verschiedenen Projekten für den Erhalt des Uhus ein.

  • Zahlreiche Freiwillige gewährleisten ein jährliches Bestands- und Brutmonitoring in den Verbreitungszentren in Unterfranken, im Frankenjura und im Werdenfelser Land. An den Ergebnissen können wir nicht nur die aktuelle Gefährdung des Uhus in Bayern insgesamt und die einzelner Vorkommen bemessen. Auf ihnen baut auch die Besucherlenkung in Uhurevieren auf.
  • Alle bekannt werdenden Verluste werden im LBV-Artenschutzreferat systematisch erfasst und überprüft. Anhand dieser Daten können wir die Relevanz einzelner Verlustursachen abschätzen und gezielt gegegensteuern.
  • In den Klettergebieten sorgt der LBV zusammen mit den Verbänden der Kletterer und den Naturschutzbehörden dafür, dass der Uhu Ruhe beim Brüten hat: Die gemeinsam erarbeiteten und kontinuierlich betreuten und kontrollierten Zonierungskonzepte und befristeten Sperrungen ermöglichen dem Uhu die ungestörte Aufzucht seiner Jungen.
    In vielen Steinbrüchen in Unterfranken und Teilen der Oberpfalz sichert der LBV gemeinsam mit den Betreibern Lebensräume „aus zweiter Hand“: Wir sanieren nicht mehr nutzbare Brutplätze und schaffen neue. Wir sorgen dafür, dass in aktiven Steinbrüchen noch während des Abbaus künftige Brutnischen eingeplant werden. Und auch die Verfüllung stillgelegter Steinbrüche können wir zum Teil noch verhindern und wertvollen Lebensraum erhalten.
  • Die Stromversorger drängen wir zur zügigen Umsetzung der gesetzlich verankerten Sicherungsmaßnahmen - generell und insbesondere in Bereichen, die wir anhand der von den LBV-Aktiven erhobenen Bestandsdaten als vorrangig festgelegt haben. So verhindern wir, dass große Vögel wie der Uhu an ungesicherten Mittelspannungsmasten einen tödlichen Stromschlag erhalten.
  • In Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen stellen wir die Einhaltung der geltenden Mindestabstände zu Uhubrutplätzen sicher und verhindern so oft spätere Verluste an den Rotoren und die Entwertung wertvoller Jagdgebiete.

Systematik
Ordnung: Eulen (Strigiformes), Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae), Gattung: Uhus (Bubo), Art: Uhu

Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, lfu.bayern.de

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