Der Schnee wirbelt durch die Landschaft, doch die Top 5 steht fest

Stunde der Wintervögel 2026: Zwischenfazit nach dem zweiten Tag

Bis zum Ende des zweiten Zähltages (19 Uhr) haben schon fast 6000 Teilnehmende aus mehr als 4.600 Gärten ihre Beobachtungen bei der 21. Stunde der Wintervögel gemeldet und dabei etwa 140.000 Vögel gezählt. Und es bleibt spannend: In vielen Regionen Bayerns soll es bis Sonntagvormittag kräftig schneien. Das könnte noch einmal für Überraschungen an den Futterstellen sorgen.

Goldammern | © Ran Fuchs © Ran Fuchs
Zeigten sich heute zum Teil in größeren Schwärmern: Goldammern.

Denn Schnee verändert das Geschehen im Garten deutlich. Vor allem Arten, die am Boden nach Nahrung suchen, wie Buchfinken, Grünfinken oder Stieglitze werden derzeit häufiger gemeldet. Ebenso tauchen Goldammern in einigen Regionen vermehrt an den Futterstellen auf. In der verschneiten Landschaft finden auch sie kaum Samen und Körner unter der Schneedecke und die Futterstelle wird zur wichtigen Anlaufstelle.

Vogel des Jahres, Kraniche und kaum Weißstörche

Rebhuhn in frostiger Landschaft | © Joachim Leibig © Joachim Leibig
Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres und wurde auch bei der Stunde der Wintervögel entdeckt.

Für einen echten Glücksmoment sorgte eine seltene Beobachtung aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld: Dort entdeckten Teilnehmende eine Rebhuhn-Kette mit acht Individuen. Das Rebhuhn, Vogel des Jahres 2026, ist ein typischer Bewohner der Kulturlandschaft, mittlerweile aber leider sehr selten. Mit viel Glück kann es in ländlichen Gegenden auch am Dorfrand auftauchen, wo Felder, Brachen und strukturreiche Flächen an bebautes Gebiet angrenzen.

Spannend sind zudem vereinzelte Meldungen von Kranichen, die wohl versucht haben in Deutschland zu überwintern, bei Kälteeinbruch dann aber doch in den Südwesten flüchten. Schon bei der Kältewelle im Dezember hatten viele der majestätischen Vögel Deutschland verlassen. Ähnlich scheint es den Weißstörchen zu ergehen, von denen bislang wenige gemeldet wurden. Nachdem sie in den letzten Jahren vielerorts überwintert haben, könnten Frost und Schnee sie heuer zum Weiterziehen bewegt haben.

Top 5 mit vertrauten Arten

Gut besuchte Futterstelle | © Ran Fuchs © Ran Fuchs
Bei Schnee und Frost freuen sich die Meisen bei Ran Fuchs aus unserer Foto-Commuity über das Futterangebot.

An der Spitze bleibt alles vertraut: Der Haussperling führt weiterhin das Feld an, gefolgt von Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel. Größere Einflüge klassischer Wintergäste wie Seidenschwanz, Bergfink oder Erlenzeisig lassen immer noch auf sich warten.

Bei Schnee und Frost sind viele Vögel auf zusätzliche Energie angewiesen. Futterstellen sollten deshalb morgens früh mit Körnern und energiereichem Fettfutter bestückt werden – besonders nach einer eisig kalten Nacht, wie sie auch heute in vielen Teilen Bayerns erwartet wird. Ein windgeschützter Standort der Futterstelle hilft zusätzlich. Damit stehen auch morgen wieder beste Chancen für spannende Vogelbeobachtungen.

Wer bisher noch nicht mitgezählt hat: Am morgigen Sonntag ist die letzte Gelegenheit.

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© Frank Derer, LBV-Bildarchiv

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