Kranich

Grus grus

Ruf des Kranichs - Hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Stimme des Kranichs
Stimmfreudig, Rufe laut und weit reichend; Kontaktrufe (auch der ziehende Trupps) tief und etwas schnarrend trompetend „krru“ und „karr“, im Herbst gazwischen die „tschirp“ piepsenden Jungvögel herauszuhören;
morgens (im Norden auch in hellen Nächten) stimmen Paare am Brutplatz ein Duett an, das Männchen laut trompetend „krrruu“, das Weibchen sofort anschließend tiefer „krro“, manchmal hart klopfend „ka-ka-ka“, andere Duette können wie „krruu-ICH krroh, KRRU-krroh,…“ klingen.

Status

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet

Blick ins Geschichtsbuch

Zwei Kraniche stehen nebeneinander auf einem Feld | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Kranich (Grus grus)

Die Schönheit der Kraniche, ihre spektakulären Balztänze und ihr gut zu beobachtender Zug haben schon in früher Zeit die Menschen fasziniert.

In der griechischen Mythologie war der Kranich Apollon, Demeter und Hermes zugeordnet. Er war ein Symbol der Wachsamkeit und Klugheit und galt als „Vogel des Glücks“.

In der Wappenkunde (Heraldik) ist der Kranich das Symbol der Vorsicht und der schlaflosen Wachsamkeit. In der Dichtung steht der Kranich symbolisch für das Erhabene in der Natur.

Kraniche im alten China
Im alten Kaiserreich China war der Kranich Symbol für ein langes Leben, Weisheit, das Alter sowie die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Zudem galt er in der chinesischen Mythologie als „Himmelskranich“ oder „Seligenkranich“, da angenommen wurde, dass sich taoistische Priester nach ihrem Tod in einen gefiederten Kranich verwandelten oder dass die Seelen der Verstorbenen auf dem Rücken von Kranichen zum Himmel getragen würden. In der Qing-Dynastie war der Kranich Abzeichen der Zivilbeamten des ersten Rangs.

Kraniche in Japan
In Japan ist der Kranich ein Symbol des Glücks der Langlebigkeit. Nach japanischem Volksglauben bekommt derjenige, der 1000 Origami-Kraniche faltet, von den Göttern einen Wunsch erfüllt. Die älteste erhaltene Publikation zu diesem Motiv und zu Origami allgemein ist das Senbazuru Orikata von 1797. Noch heute wird zu besonderen Anlässen, wie Hochzeiten oder Geburtstagen, ein gefalteter Papierkranich überreicht. Seit dem Tode des Atombombenopfers Sadako Sasaki, die mit dem Falten von Origami-Kranichen gegen ihre durch die Strahlung verursachte Leukämie-Erkrankung ankämpfte, sind Origami-Kraniche auch Symbol der Friedensbewegung und des Widerstandes gegen Atomwaffen.

Aussehen

Kranich nimmt Anlauf für Abflug | © Hans Clausen © Hans Clausen
In vielen Mythen zu finden: der Kranich

Größe: ca. 96 – 119cm (Körper 55 – 65cm)

Spannweite: ca. 180 – 222cm

Kennzeichen
Sehr groß, Beine und schlanker Hals lang, Gefieder hauptsächlich hell blaugrau, Oberseite wird während der Brutzeit aber oft rostbraun (durch Eintreiben mit Schlamm und eisenhaltigem Moorwasser); Kopf und oberer Hals schwarz, aber Kopfseiten mit weißem Band, sich zum Hinterhals hinabziehend und dort zusammenlaufend, nackte Hautpartie auf Scheitel mehr oder weniger ausgedehnt rot; verlängerte Stirnfedern bilden unordentlich buschig hoch stehendes, straußenähnliches Hinterende.

Geschlechter gleich gefärbt, Männchen etwas größer und beim Duettgesang (Hals mit aufwärts gerichtetem Schnabel hochgereckt, Schirm- und Brustfedern gesträubt) mit halb geöffneten, Weibchen mit angelegten Flügeln. Flügel lang und rechteckig, Schwungfedern grauschwarz zu übrigem Gefieder kontrastierend, Spitzen tief gefingert, Flug majestätisch mit langsamem Flügelschlag auf flachen Schwingen, Hals und Flügel ausgestreckt wie bei einem Storch (bei dem sie aber kürzer sind; Reiher fliegen mit eingezogenem Hals auf stark gebogenen Flügeln).

Vorkommen

Bei uns
überwintert von November bis Februar im Mittelmeerraum

Verbreitung
Das Areal des Kranichs erstreckt sich von Ostdeutschland und Skandinavien bis Ostsibirien.

Verbreitung in Bayern
Der Kranich ist in Bayern nach dem Erlöschen der Brutvorkommen im 19. Jahrhundert erstmals wieder lokal verbreitet. Nachweise von erfolgreichen Bruten stammen aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab.
Kraniche brüteten bis in die Zeit zwischen 1860 und 1880 in den Mooren nördlich von München, in den voralpinen Mooren (z.B. Murnauer Moos) noch bis Ende des 19. Jh
Durch die Zunahme der Art in verschiedenen europäischen Ländern häufen sich auch in Bayern die Beobachtungen zur Brutzeit. Einzelne übersommernde Paare sind auf störungsfreie Gebiete angewiesen, um sich als Brutvögel etablieren zu können.
Seit etwa Mitte der 1990er Jahre haben sich die Bestände des Kranichs in Nord- und Ostdeutschland etwa verzehnfacht und das besiedelte Areal hat sich um rund 80 % ausgedehnt, wobei die Wiederbesiedelung Bayerns sowohl hiermit als auch mit einer Verlagerung der Verbreitungsgrenzen Mitteleuropas nach Südwesten in Zusammenhang steht. Eine weitere Zunahme der Bestände erscheint daher durchaus wahrscheinlich.

Bestand in Bayern: 5 – 7 Brutpaare

Lebensweise

Kraniche fliegen ab | © Leon Sommer © Leon Sommer
Kommen zur Zugzeit in großen Schwärmen zusammen: die Kraniche

Verhalten
Während der Balz im Frühjahr und auch bei Aufregung führen die Kraniche besondere Tänze vor, bei denen sie die Köpfe und Schnäbel hoch in die Luft recken und ihre trompetenden Rufe von sich geben. Sie bauen ihre Nester bevorzugt umgeben von Wasser und polstern diese mit viel Pflanzenmaterial aus. Beide Elternteile kümmern sich um die Jungen.

Lebensraum
Brütet spärlich in Waldmooren, Sumpfgebieten und Bruchwäldern, in Deutschland besonders in Nordosten

Nahrung
Nahrung Pflanzenmaterial, Getreide, alte Kartoffeln und Insekten.

Nest
Nest aus aufgehäufelten Pflanzen am Boden.

Flug
Zieht in Keilformation, oft mehrere Keile oder Bögen ineinander verwoben, bei gutem Wetter in großer Höhe, kündigt sich durch trompetende Rufe an.

Schon gewusst?

Im Havelland wurden an einem Tag bis zu 80 000 Kraniche beim Rasten gezählt!

Der Kranich wurde 1978 zum Vogel des Jahres gewählt.

Systematik
Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes), Familie: Kraniche (Gruidae), Gattung: Grus, Art: Kranich

Quellen:
Lars Svensson: Der Kosmos Vogelführer, Stuttgart 2011.
Bayerisches Landesamt für Umwelt, lfu.bayern.de

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