Goldammer

Emberiza citrinella

Ruf der Goldammer - hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Singende Goldammer auf einem Ast | © Marcus Bosch © Marcus Bosch

Volkstümliche Namen

Die Goldammer verbringt den Winter in Deutschland und hat daher den Namen 'Winterlerche' erhalten. Wegen ihrer Wetterprophezeiung wird der Vogel in der schwäbischen Mundart auch als 'Schneegitz' bezeichnet.

Verbreitung

Häufiger Brutvogel in fast ganz Europa, bis nach Sibiren

Lebensraum

Reich strukturierte Kulturlandschafen: Hecken, Sträucher, Waldränder, Saumbiotope

Nahrung

Sämereien (v.a. im Winter), Insekten, Spinnen und andere Kleintiere

Brutbiologie

2 Bruten, Brut von April bis Juni, Boden- und Freibrüter, 4-5 Eier (Farbe variiert von weiß bis rotbraun), Brutdauer: 12-15 Tage, Nestlingszeit circa 2 Wochen

Größe

Mit circa 17cm etwas größer als ein Sperling, schlank, Kopf des Männchen leuchtend gelb mit braunen Streifen, Weibchen unscheinbarer, weiße äußere Steuerfedern, rostbraune Bürzel.

Gesang

Lange Gesangsperiode: Februar bis weit in den Herbst; charakteristischer Gesang: "ssissi", "titi", "tzitzi" , "zizizizizizi-zii-düh": im Volksmund "Wie wie wie wie hab ich dich lieb", desweiteren viele variable Warn- und Stimmfühlungslaute Winter- und Zugrufe: "z(ü)rrrl", "zick-z(ü)rrl", "tssrrp", auch einzelne scharfe "zick", oder feine "dsip"

Wanderungen

Meist Standvogel, Ausweichen vor extremen Kälteeinbrüchen (Schneeflucht), in nördlichen und östlichen Gebieten Kurzstreckenzieher nach Südwesteuropa (Belgien, Südfrankreich, Südspanien)

Gefährdung

Die Veränderung der Kulturlandschaft, meist eine unbeabsichtigte Folge von intensiver Landwirtschaft, ist das größte Problem für die Goldammer. Und der Grund, warum sie inzwischen auf der Roten Liste steht.

  • Strukturarme Landschaft mit großen Feldern ohne Hecken, Sträucher, Bäume und Ackerrandstreifen
  • Pestizid- und Düngereinsatz
  • Frühes Mähen oder Umbruch von Grünland (Wiesen, Weiden)
  • Flächenversiegelung und Ausdehnung von Siedlungsbereichen

Schutz

Die Goldammer lebt in einer Landschaft, die auch wir Menschen genießen. Wenn wir also eine reich strukturierte, "schöne" Kulturlandschaft erhalten, dann fördern wir auch desen Vogel. Z.B. durch

  • Anlegen von Hecken und Bäumen
  • angemessene Größe der Felder
  • Schaffung von Brachflächen, z.B: durch Erhalt der Stilllegungsverpflichtung
  • Einschränkung des Pestizid- und Düngereinsatzes, zumindest an Ackerrändern
  • Erhalt von Stoppelbrachen im Winter
  • Förderung von Acker- und Gewässerrandstreifen sowie Ruderalflächen durch Förderprogramme
  • Späte Mahd von Wiesenflächen (nicht vor Mitte Juli)

Ein Vogel, der noch so häufig ist wie die Goldammer, zeigt den Wert ganzer Landschaften an. Er kann auch nur mit Maßnahmen gefördert werden, die flächendeckend wirken. Der ökologische Landbau erfüllt einige dieser Ansprüche im Rahmen seiner Wirtschaftsweise.

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