Rohrweihe

Circus aeruginosus

Ruf der Rohrweihe

Rohrweihe im Flug | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka

Die Rohrweihe ähnelt größenmäßig dem wesentlich häufigeren und bekannteren Mäusebussard. Anders als dieser hält sie sich jedoch meist außerhalb der intensiv genutzten Kulturlandschaft auf.

Typische Lebensräume sind Feuchtgebiete, Moore und Röhricht. Im Schilf oder ähnlicher hoher Vegetation legt die Rohrweihe ein Nest am oder unmittelbar über dem Boden an. Darin unterscheidet sie sich grundsätzlich von anderen Greifvögeln wie Bussard oder Habicht, die ihre Nester hoch in Bäumen anlegen. Der nasse, bodennahe Standort schützt das Nest gut vor Jägern, wie Fuchs oder Hermelin.

Die Rohrweihe jagt im niedrigen Flug nach Vögeln, Mäusen oder Insekten. Dabei wird geschickt mit Flügeln und Schwanz manövriert, sodass man den typischen "Gaukelflug" mit V-förmiger Flügelhaltung erkennen kann.

Nur noch 500 bis 650 Brutpaare in Bayern

Rohrweihe im Flug mit ausgebreiteten Flügeln | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka

Erwachsene Männchen und Weibchen sehen sehr unterschiedlich aus: Während das Männchen dreifarbig ist (schwarze Flügelspitzen, hellgraue Flügel, braune Körpermitte), ist das Weibchen – ganz untypisch für Weihen – fast einheitlich dunkelbraun.

Im Herbst ziehen die Vögel in wärmere Gegenden; ein Teil nach Südeuropa (Kurzstreckenzieher), ein Teil sogar bis nach Afrika (Langstreckenzieher). Damit ist eine Verwechslung mit der anderen bei uns regelmäßig vorkommenden Weihenart – der Kornweihe – unwahrscheinlich: diese nutzt denselben Lebensraum, kommt aber nur zum Überwintern zu uns.

In ganz Bayern gibt es noch ca. 500-650 Brutpaare. Die Rohrweihe ist in Bayern gefährdet, im Ostbayerischen Grundgebirge und Alpenvorland/Alpen sogar vom Aussterben bedroht. Die Vorkommen sind zwar weit verteilt, doch ist der Bestand sehr klein.

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