Der Vogel des Jahres hat Nachwuchs: Jetzt Rücksicht nehmen auf den Feldern
LBV appelliert zum Schutz des Rebhuhns: Hunde anleinen und auf den Wegen bleiben – Landwirte und Kommunen können entscheidenden Beitrag leisten
Schlupfzeit bei Familie Rebhuhn: Drei Wochen lang lagen vielerorts die Gelege des Vogels des Jahres 2026 gut versteckt in ungemähten Feldrainen und Altgrasstreifen. Jetzt schlüpfen die ersten Küken und verlassen das Nest. Ob sie die ersten Lebenswochen überstehen, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: ausreichend Insekten als Nahrung und strukturreiche Lebensräume, die Versteckmöglichkeiten bieten. Zum Schutz des Rebhuhns kann in dieser sensiblen Phase auch jeder und jede Einzelne einen Beitrag leisten.
„Wer die sommerlichen Tage jetzt nutzt, um in der Feldflur spazieren zu gehen, sollte unbedingt auf den Wegen bleiben, keine Abkürzungen über Brachen nehmen und Hunde an der Leine halten. So werden die Rebhühner und ihr Nachwuchs nicht gestört“, sagt LBV-Vogelexpertin Dr. Angelika Nelson. Auch Landwirtinnen und Landwirte sowie Kommunen können für den Vogel des Jahres aktiv werden und seinen Lebensraum gestalten.
Kommunen können Weg- und Feldränder mindestens bis zum Herbst ungemäht lassen. Landwirtinnen und Landwirte helfen dem Rebhuhn, indem sie Altgrasstreifen und Blühbrachen erhalten und somit Rückzugsräume und Nahrungsquelle schaffen“, erklärt Dr. Angelika Nelson vom LBV. Wenn eine Mahd unerlässlich ist und Brutvorkommen bekannt sind, sollten Bewirtschaftende mit den schweren Maschinen besondere Vorsicht walten lassen und Nachtarbeit möglichst vermeiden.
Jeder kann etwas tun!
Auch freilaufende Hunde, die abseits der Wege stöbern, können brütende Vögel oder frisch geschlüpfte Küken aufscheuchen und so den Nachwuchs gefährden. Die Jungvögel sind zwar Nestflüchter und verlassen direkt nach dem Schlüpfen das Nest, können aber noch nicht fliegen. Das macht sie besonders schutzbedürftig. Deshalb sollten Hunde jetzt nur an der Leine durch die Feldflur geführt werden. Auch Spaziergänger und Radfahrende bittet der LBV, auf den Wegen zu bleiben und keine Abkürzungen über Feldraine oder Brachland zu nehmen.
In den ersten Lebenswochen besteht der Speiseplan der jungen Rebhühner fast ausschließlich aus Insekten. „Ohne Insekten gibt es keine Rebhühner. Finden die Küken nicht genügend Nahrung, haben sie kaum eine Chance zu überleben“, sagt die Biologin. „Weniger Pestizide, mehr Brachen, Blühstreifen und strukturreiche Feldränder helfen dem Rebhuhn und vielen anderen Arten von Feldlerche und Goldammer bis hin zu Feldhasen und Wildbienen“, weiß sie.