Der Vogel des Jahres hat Nachwuchs: Jetzt Rücksicht nehmen auf den Feldern
LBV appelliert zum Schutz des Rebhuhns: Hunde anleinen und auf den Wegen bleiben – Landwirte und Kommunen können entscheidenden Beitrag leisten
Zwischen Mitte April und Juli legt das Rebhuhn-Weibchen seine Eier ab. In Altgrasstreifen, an Feldrändern oder auf Brachen ist das Gelege mit bis zu 24 Eiern gut versteckt. Werden Randstrukturen gemäht oder finden Feldarbeiten während der Brutzeit statt, werden die perfekt getarnten allerdings Gelege oft übersehen und unbemerkt zerstört.
Für den Bruterfolg des Rebhuhns können jetzt viele Akteure einen wichtigen Beitrag leisten.
Kommunen können Weg- und Feldränder mindestens bis zum Herbst ungemäht lassen. Landwirtinnen und Landwirte helfen dem Rebhuhn, indem sie Altgrasstreifen und Blühbrachen erhalten und somit Rückzugsräume und Nahrungsquelle schaffen“, erklärt Dr. Angelika Nelson vom LBV. Wenn eine Mahd unerlässlich ist und Brutvorkommen bekannt sind, sollten Bewirtschaftende mit den schweren Maschinen besondere Vorsicht walten lassen und Nachtarbeit möglichst vermeiden.
Jeder kann etwas tun!
Auch freilaufende Hunde, die abseits der Wege stöbern, können brütende Vögel oder frisch geschlüpfte Küken aufscheuchen und so den Nachwuchs gefährden. Die Jungvögel sind zwar Nestflüchter und verlassen direkt nach dem Schlüpfen das Nest, können aber noch nicht fliegen. Das macht sie besonders schutzbedürftig. Deshalb sollten Hunde jetzt nur an der Leine durch die Feldflur geführt werden. Auch Spaziergänger und Radfahrende bittet der LBV, auf den Wegen zu bleiben und keine Abkürzungen über Feldraine oder Brachland zu nehmen.
In den ersten Lebenswochen besteht der Speiseplan der jungen Rebhühner fast ausschließlich aus Insekten. „Ohne Insekten gibt es keine Rebhühner. Finden die Küken nicht genügend Nahrung, haben sie kaum eine Chance zu überleben“, sagt die Biologin. „Weniger Pestizide, mehr Brachen, Blühstreifen und strukturreiche Feldränder helfen dem Rebhuhn und vielen anderen Arten von Feldlerche und Goldammer bis hin zu Feldhasen und Wildbienen“, weiß sie.
von Kristin Machmer | lbv.de,