Der Vogel des Jahres hat Nachwuchs: Jetzt Rücksicht nehmen auf den Feldern

LBV appelliert zum Schutz des Rebhuhns: Hunde anleinen und auf den Wegen bleiben – Landwirte und Kommunen können entscheidenden Beitrag leisten

Zwischen Mitte April und Juli legt das Rebhuhn-Weibchen seine Eier ab. In Altgrasstreifen, an Feldrändern oder auf Brachen ist das Gelege mit bis zu 24 Eiern gut versteckt. Werden Randstrukturen gemäht oder finden Feldarbeiten während der Brutzeit statt, werden die perfekt getarnten allerdings Gelege oft übersehen und unbemerkt zerstört.

Rebhuhn mit Jungen | © Tunka Zdenek © Tunka Zdenek
Ob die Rebhuhnküken die ersten Lebenswochen überstehen, hängt vor allem von ausreichend Insekten als Nahrung und strukturreichen Lebensräume, die Versteckmöglichkeiten bieten, ab.

Für den Bruterfolg des Rebhuhns können jetzt viele Akteure einen wichtigen Beitrag leisten.

Rebhuhngelege | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
In Altgrasstreifen, an Feldrändern oder auf Brachen ist das Rebhuhn-Gelege mit bis zu 24 Eiern gut versteckt.

Kommunen können Weg- und Feldränder mindestens bis zum Herbst ungemäht lassen. Landwirtinnen und Landwirte helfen dem Rebhuhn, indem sie Altgrasstreifen und Blühbrachen erhalten und somit Rückzugsräume und Nahrungsquelle schaffen“, erklärt Dr. Angelika Nelson vom LBV. Wenn eine Mahd unerlässlich ist und Brutvorkommen bekannt sind, sollten Bewirtschaftende mit den schweren Maschinen besondere Vorsicht walten lassen und Nachtarbeit möglichst vermeiden.

Jeder kann etwas tun!

Rebhuhnküken | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
Jungvögel sind zwar Nestflüchter, aber noch nicht flügge: Das macht Rebhuhnküken besonders schutzbedürftig.

Auch freilaufende Hunde, die abseits der Wege stöbern, können brütende Vögel oder frisch geschlüpfte Küken aufscheuchen und so den Nachwuchs gefährden. Die Jungvögel sind zwar Nestflüchter und verlassen direkt nach dem Schlüpfen das Nest, können aber noch nicht fliegen. Das macht sie besonders schutzbedürftig. Deshalb sollten Hunde jetzt nur an der Leine durch die Feldflur geführt werden. Auch Spaziergänger und Radfahrende bittet der LBV, auf den Wegen zu bleiben und keine Abkürzungen über Feldraine oder Brachland zu nehmen.

In den ersten Lebenswochen besteht der Speiseplan der jungen Rebhühner fast ausschließlich aus Insekten. „Ohne Insekten gibt es keine Rebhühner. Finden die Küken nicht genügend Nahrung, haben sie kaum eine Chance zu überleben“, sagt die Biologin. „Weniger Pestizide, mehr Brachen, Blühstreifen und strukturreiche Feldränder helfen dem Rebhuhn und vielen anderen Arten von Feldlerche und Goldammer bis hin zu Feldhasen und Wildbienen“, weiß sie.

von Kristin Machmer | lbv.de,

Rebhuhn Kücken im Gras | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
© Ralph Sturm

Wenn wir das Rebhuhn schützen, schützen wir die Artenvielfalt. Machen Sie mit!

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