Feldlerche

(Alauda arvensis)

Ruf der Feldlerche - Vogelstimme abspielen! (www.tierstimmen.de)

Blick ins Geschichtsbuch - Karriere als Kulturvogel

Einige Vogelarten gelten als Kulturfolger, weil sie den Menschen in ihre Lebensräume nachziehen. Die Feldlerche ist aber auch im Wortsinne ein „Kulturvogel“, hat sie es doch mit ihrem Gesang in zahlreiche Werke der Dichtkunst geschafft. So findet sie zum Beispiel in einem der bekanntesten Dialoge aus Shakespeares Liebesdrama „Romeo und Julia“ Erwähnung: „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche ...“, sagt die schöne Liebende. Doch ihr vom Tode bedrohter Geliebter weiß es besser: „Die Lerche war’s, des Morgens Herold, nicht die Nachtigall ...“.

Seit jeher freuen sich Menschen über den fröhlichen, beschwingten Gesang der Feldlerche. Da verwundert es nicht, dass unser Himmelsvogel als Symbol der Heiterkeit und des munteren Liedes gilt – nicht nur bei uns. „Sie singt wie eine Lerche“, sagen Italiener etwa über ein heiteres und sangeslustiges Mädchen. Franzosen loben mit dieser Metapher ein besonderes Gesangstalent.

Für Johann Friedrich Naumann (1780–1857), den Begründer der wissenschaftlichen Vogelkunde Mitteleuropas, war die Lerche ein Allerweltsvogel. In seinem Werk „Beschreibung der Vögel“ heißt es: „Die Lerchen zu beschreiben ist überflüssig, denn größer und schlanker als ein Sperling, doch mit ähnlichem Gefieder, ist der Vogel so häufig, dass niemand ihn übersehen kann[...].“ Heute ist die Feldlerche dagegen als gefährdete Art nicht mehr jedem geläufig

Ihr Aussehen - Schlichte Schönheit, aber gut getarnt

Feldlerche steht auf sandigem Untergrund und ist gut getarnt | © Marcus Bosch © Marcus Bosch

Wer eine sitzende Feldlerche auf dem Boden entdecken möchte, braucht ein gutes Auge. Denn mit nur 16 bis 18 Zentimetern Körperlänge und der beige bis rötlich-braunen Gefiederfärbung an der Oberseite ist sie gut getarnt. Ihr einziger Schmuck besteht aus feinen, schwarzbraunen Längsstreifen und Strichen am Oberkopf, Rücken sowie Bürzel.

Gelblich-weiß oder sehr hell bräunlich gefärbt sind die Federn an der Brust und den Flanken mit feiner, dunkler Strichelung. Das weiße Bauchgefieder des recht hochbeinig wirkenden Vogels bildet einen Kontrast zum bräunlich gefärbten, relativ langen Schwanz. Das Gesicht der Feldlerche ziert ein gelblich-weißer, kräftiger Überaugenstreif. Beide Geschlechter haben auf dem Kopf eine kleine Federhaube, welche die Männchen manchmal aufstellen.

Häufig sehen wir die Lerchen erst, wenn sie unvermittelt vor uns auffliegen. Dann fallen besonders die weißen Seitenkanten des Schwanzes auf. Und wer die Ohren spitzt, hört die typischen rollenden Rufe der Feldlerche, welche letzte Zweifel bei der Artbestimmung beseitigen. Sie klingen wie „prriit“ oder „prrli“ und sind auch von ziehenden Vögeln auf dem Flug ins Winterquartier oder zurück ins Brutgebiet zu hören.

Stimme - Himmelhoch jauchzend

Feldlerche singt | © Manfred Delpho © Manfred Delpho
Die Gesangs-Saison der Feldlerche beginnt bereits im Januar oder Februar und endet Ende Juli

Männchen singen meist während des Fluges. Da der Vogel dabei auf eine Höhe von meist 50 bis 200 Metern steigt, scheint sein Gesang direkt aus dem Himmel zu kommen. Denn vom Boden ist er dann kaum noch zu sehen. Durchschnittlich zwei bis fünf Minuten dauert sein Auftritt hoch oben über seinem Revier kreisend. Trillernde, zirpende und rollende Laute werden in schneller Folge rhythmisch wiederholt und ununterbrochen vorgetragen.

Singt eine Feldlerche hingegen am Boden, handelt es sich häufig um ein Weibchen. Ihr Lied ist erheblich kürzer und leiser als das der Männchen im Singflug.

Die Gesangs-Saison der Feldlerche beginnt bereits im Januar oder Februar und endet Ende Juli. Sie trällert von der Morgendämmerung bis zum Abend. Einst galten die kleinen Vögel wegen ihres frühen Starts in den Tag als natürliche Wecker. Wer sich jedoch heute auf den fröhlichen Lerchenwecker verlässt, wird vielerorts wohl verschlafen.

Fortpflanzung - Der eifersüchtige Kavaliere

Feldlerchen-Gelege mit drei gesprenkelten Gelege | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
Feldlerchengelege bestehen meist aus zwei bis sieben Eiern

Meist beträgt der Durchmesser eines Feldlerchenreviers zwischen 20 und 200 Metern. Bei sehr guten Bedingungen können in Mitteleuropa bis zu 15 Brutpaare auf einer Fläche von zehn Hektar leben.

Bei der Balz beeindruckt das Männchen seine Auserwählte nicht nur durch Sangeskünste, sondern hüpft am Boden und verbeugt sich vor dem Weibchen. Mit zitternden Flügeln und wackelndem Schwanz macht er ihr seine Aufwartung. Zuweilen geht es aber auch ein wenig ruppiger zu und das Männchen jagt das Weibchen rennend oder fliegend durch sein Revier.

Nach der Paarung sucht das Weibchen den Platz für das Nest aus – bei der ersten Brut meist im April. Sie bevorzugt dabei möglichst trockene, ebene Flächen mit niedriger Vegetation oder nacktem Boden. Dort scharrt das Weibchen eine fünf bis sieben Zentimeter tiefe Mulde und polstert sie mit Wurzeln oder Halmen aus.

Das Männchen beteiligt sich nicht selbst am Nestbau. Doch begleitet es meist seine Partnerin in geringem Abstand, damit sie sich nicht etwa anderweitig verpaart. Im Abstand von je einem Tag legt das Weibchen zwei bis sieben, schmutzig-weiße, bräunliche oder leicht grünliche Eier. Ist das Gelege vollständig, übernimmt sie das Brüten

Frühreifer Nachwuchs

Feldlerchen-Nestling | © Markus Gläßel © Markus Gläßel
Junge Feldlerchen sind schon nach etwa 19 bis 20 Tagen selbstständig

Schlüpfen nach elf bis zwölf Tagen Brutdauer die Jungen, sind sie zunächst nackt und blind. Während die Mutter sie wärmt, sorgt der Vogelpapa mit Insekten und anderen Wirbellosen für Nahrung. Bereits im Alter von sieben bis elf Tagen verlässt der Nachwuchs das Bodennest und schützt sich so vor Nesträubern.

Laufend oder hüpfend verteilen sich die Jungen in der Nestumgebung und lassen sich von den Eltern weiter füttern. Das bleibt auch so, wenn sie im Alter von zirka 15 Tagen erste Flugversuche unternehmen.

Die Selbständigkeit erreichen junge Feldlerchen nach etwa 19 bis 20 Tagen. Sie sehen ihren Eltern dann sehr ähnlich und haben wie sie ein unauffälliges, bräunliches Federkleid. Sind die Jungen „aus dem Haus“, brütet das Weibchen meist kurze Zeit später erneut.

Wird eine Brut zerstört, beginnt sie damit oft schon nach fünf statt der sechs Tage. Bis zu sechs Versuche pro Saison wurden schon nachgewiesen, auch wenn die meisten Lerchen nur ein bis drei Mal pro Jahr brüten.

Ab in den Süden: Feldlerche als klassischer Kurzstreckenzieher

Feldlerchen-Schwarm | © Dr. Christoph Moning © Dr. Christoph Moning
Feldlerchen-Trupp im Flug

Außerhalb der Brutsaison verweilen die Feldlerchen in der offenen Landschaft, schließen sich jedoch vermehrt zu kleinen Gruppen zusammen. Während die Art in Westeuropa ganzjährig lebt, sind mitteleuropäische Feldlerchen klassische Kurzstreckenzieher. 

Sie verlassen ihre Brutgebiete von September bis November in Richtung Südwest, um bevorzugt in Südfrankreich und Spanien zu überwintern. Je nach Witterungsverlauf kehren die Himmelsvögel Ende Januar, meist jedoch ab Mitte Februar bis Mitte März, nach Deutschland zurück.

Bei späten Wintereinbrüchen mit Schneefall kann es dabei zu sogenannten Zugstaus kommen, bei denen die Lerchen ihren Weiterzug an der Schneegrenze unterbrechen und dabei spektakulär große Trupps bilden können.

Auch eine Zugumkehr ist möglich: Dann fliegen früh zurückgekehrte Vögel bei Kälte wieder ein Stück zurück in Richtung ihrer Winterquartiere.

Nahrung - Insekten gesucht

Feldlerche schaut frontal in die Kamera und hat ein größeres Insekt im Schnabel | © Peter Lindel © Peter Lindel
Im Frühjahr brauchen Feldlerchen vor allem Insekten und andere Kleintiere für die Jungenaufzucht

Der Speiseplan der Feldlerche ist recht vielfältig: Auf den „Tisch“ kommt, was ihr die Natur während der verschiedenen Jahreszeiten bietet. Wird tierische Nahrung im Winter knapp, ernährt sie sich überwiegend vegetarisch von Pflanzenteilen und nahrhaften Sämereien.

Große Getreidestoppelfelder oder Flächen die sich nach der Ernte selbst begrünen, wären für die Feldlerche in der kalten Jahreszeit ergiebige Plätze für die Futtersuche, sind aber aufgrund der schnellen Neueinsaat im Herbst selten geworden.

Geräumte Maisfelder oder offenes Grünland hingegen bieten wenig Nahrhaftes. Mit dem beginnenden Frühling stellen die Lerchen ihre Ernährung auf kleine Tiere um und erbeuten Insekten und deren Larven sowie Spinnentiere. Außerdem fressen sie Regenwürmer und kleine Schnecken. Diese eiweißreiche tierische Kost ist vor allem während der Brutsaison wichtig

Lebensräume - Lichtes statt dichtes Grün

Gerstenfeld | © Thomas Staab © Thomas Staab
Sind Getreidefelder zu hoch und zu dicht, kommen Feldlerchen nicht mehr an Nahrung und mögliche Nistplätze heran

Die Feldlerche lässt ihren Blick gern in alle Richtungen schweifen. Dass sie deshalb weitläufige Feldfluren bevorzugt, spiegelt sich nicht zuletzt auch in ihrem Namen wider. Ursprünglich jedoch bewohnte sie alle natürlich baumfreien Lebensräume. Auf Heiden, Wiesen, Weiden und Äckern konnte sich die Feldlerche als typischer Kulturfolger stark ausbreiten.

Weil diese Agrarlandschaft heute gut die Hälfte unseres Landes bedeckt, wurde die Feldlerche zu einer der häufigsten Vogelarten Deutschlands. Neben einem guten Nahrungsangebot braucht die Feldlerche freie Sicht, um mögliche Feinde zu erspähen. Darum bevorzugt sie ebene Landschaften oder flache und sanft geschwungene Hügel, während sie steil ansteigende Hänge für gewöhnlich meidet. Auch von Waldrändern oder Hecken hält sie einen gewissen Mindestabstand.

Die Feldlerche hält sich am liebsten dort auf, wo Pflanzen eine Vegetationshöhe von 20 bis maximal 50 Zentimetern erreichen und nicht zu dicht stehen. So können die Vögel ungestört ihre Bodennester bauen, sich verstecken und zwischen den Gräsern und Wildkräutern Nahrung suchen.

Lebensraum Feld

Zwar sollten die Lebensräume der Feldlerche weiträumig offen sein, idealerweise benötigt sie jedoch ein Mosaik aus verschiedenen Landnutzungen und Ackerfrüchten. Nur so kann der kleine Feldvogel zu verschiedenen Zeiten in der Brutsaison ausreichend Flächen mit geeigneter Vegetationsstruktur finden.

Die größten Bestandsdichten erreicht die Feldlerche in küstennahen Salzwiesen, Dünenlandschaften, Heidegebieten oder einjährigen landwirtschaftlichen Brachflächen. Dennoch lebt der größte Teil dieser Vögel in ackerbaulich genutzten Feldern, weil diese einen Großteil der Fläche unseres Landes ausmachen. Auch extensiv genutzte Wiesen und Weiden sind geeignete Brutgebiete. Außerhalb der Brutzeit hält sich die Feldlerche gern auf Stoppelfeldern, Brachen, Ödland und unbefestigten Wegen auf. Wiesen und Weiden meidet sie dann.

Gefährdungsursachen

Zunehmende Verdrängung

Ein Traktor fährt auf einem Acker und sprüht Gift | © Thomas Staab © Thomas Staab
Entweder vergiftet oder vom Traktor überrollt

Die Feldlerche leidet an der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft. Wissenschaftliche Auswertungen zeigen, dass parallel zu steigenden Erträgen bei Weizen & Co. überall die Feldlerchenbestände schrumpfen – nicht weil Feldlerchen vermehrt sterben, sondern weil sie nicht mehr genügend Junge aufziehen können.

Zu viel Wintergetreide

In den letzten Jahrzehnten wurde der Getreideanbau zum größten Teil von Sommer- auf ertragreicheres Wintergetreide umgestellt. Neue Sorten und die Anwendung von Pestiziden und Dünger machten es möglich.  Wintergetreide jedoch wird früher im Jahr so hoch und dicht, dass Feldlerchen dort nicht zwei- oder dreimal brüten können, da sie keine Landemöglichkeiten in den hohen Beständen finden. Die Folge: Lerchen weichen zur Brut auf vegetationsfreie Fahrspuren aus, wo ihre Nester bei der nächsten Feldbearbeitung direkt vom Traktor überrollt oder Opfer von Nesträubern werden.

Zu wenig Brachen

Eine entscheidende Veränderung ist zudem der rasante Rückgang von vorübergehend unbewirtschafteten Brachflächen, auf denen Feldlerchen besonders viele Junge aufziehen können. Waren Anfang der 1990er Jahre in Westdeutschland noch bis zu zehn Prozent und in Ostdeutschland bis zu 20 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen Brachen, zählten wir 2015 nur noch 1,7 Prozent. In der gleichen Zeit nahmen die Anbauflächen von Mais zu, der für Vogelarten keine geeigneten Brut- oder Nahrungsmöglichkeiten bietet. Hielten sich im Jahr 1990 noch Brach- und Maisanbauflächen die Waage, gab es 2010 bereits 20 Malmehr Maisflächen als Brachen.

Schlechte Bedingungen

Eine Feldlerche sitzt beziehungsweise liegt auf einem sandigen Boden | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Oft schaffen Feldlerchen nur noch eine Brut im Jahr statt zwei oder drei

Weniger Bruten

Die zunehmende Konzentration des Ackerbaus auf die drei Kulturen Wintergetreide, Mais und Raps sowie der gleichzeitige Rückgang von Brachen und Grünland führten zu mangelnden Brutflächen. Konnten Feldlerchen früher die erste Brut im Wintergetreide, die zweite im Sommergetreide und eine dritte auf Brachen aufziehen, bleibt es heute häufig bei nur einer Brut.

Intensivgrünland

Im zunehmend intensiv bewirtschafteten Grünland sieht es kaum besser aus: Zu stark beweidete Flächen haben zu kurzes Gras und bergen ein hohes Risiko, dass Nester zertrampelt werden. Stark gedüngte Mähwiesen werden dagegen so oft gemäht, dass Feldlerchen zwischen den Schnitten keine Brut mehr vollständig aufziehen können.

Pestizide und Kunstdünger wirken indirekt

Pestizide vernichten Wildkräuter und Insekten. Dennoch finden Feldlerchen in den meisten Fällen offensichtlich noch genügend Nahrung. Indirekt schaden Pestizide und die damit einhergehende starke Düngung jedoch sehr, da sie dem Anbau von dicht und hoch wachsenden Kulturen sowie einer stark eingeschränkten Fruchtfolge erst den Boden bereiten. Eine Landwirtschaft mit weniger Pestiziden und einer deutlich reduzierten Düngung würde zu lichteren Beständen und einer vielfältigeren Fruchtfolge führen, was der Feldlerche mehr Bruten ermöglichen würde. Hierzu wäre eine grundsätzliche Änderung der Agrarpolitik notwendig.

Verlust durch Nesträuber und Jagd

Rotfuchs | © Henning Werth © Henning Werth
Bestandsveränderungen bei Arten lassen sich nicht allein mit veränderten Zahlen bestimmter Feinde wie Füchse, Marder oder Hauskatzen erklären.

Nesträuber sind der Grund, warum Feldlerchen schon immer mindestens zwei- bis dreimal im Jahr brüten mussten, da pro Brutversuch durchschnittlich nur etwa ein Jungvogel flügge wird. Bestandsveränderungen bei der Feldlerche lassen sich jedoch nicht allein mit veränderten Zahlen bestimmter Feinde wie Füchse, Marder oder Hauskatzen erklären.

In sechs EU-Ländern Südeuropas ist die Feldlerche im Herbst und Winter immer noch legal jagdbar. Im Jahr 2014/15 wurden dort laut offizieller Jagdstatistiken fast 900.000 Feldlerchen getötet. Dies sind jedoch deutlich weniger als noch 2005, als sogar circa 2,5 Millionen Individuen jährlich von Jägern geschossen wurden.

Die Zahl erlegter Feldlerchen hat damit viel stärker abgenommen als die Bestände der Art selbst. Daher kann die Jagd auf Feldlerchen nicht der entscheidende Grund für die aktuellen Bestandsabnahmen sein. Dennoch lässt sich bezweifeln, ob die Jagd auf eine so deutlich abnehmende Vogelart wirklich verkraftbar sein kann.

Sie sollte eingestellt werden.

Schutzmaßnahmen

Umdenken gefordert

Schafherde auf einer grünen Wiese | © Rudi Leitl © Rudi Leitl
Die Weidetierdichte sollte nicht zu groß sein,denn im abgefressenen Gras können Feldlerchen ihre Nester nicht verstecken

Um weiteren Bestandseinbrüchen der Feldlerche entgegenzuwirken, müssen Schutzmaßnahmen vor allem auf eine Verbesserung der Lebensräume während der Brutsaison abzielen. Wichtig ist hierbei, dass Feldlerchen wieder die Möglichkeit bekommen, mehr als eine Jahresbrut aufzuziehen.

Mosaik verschiedener Nutzungen

Statt riesiger Feldschläge mit nur einer einzigen Ackerfrucht wäre für die Feldlerche ein möglichst vielfältiges und kleinräumiges Mosaik ideal, das aus verschiedenen Feldfrüchten, Sommer- und Wintergetreide, Brachen und Wiesen oder Weiden besteht. Auf diese Weise kann die Art während der gesamten Brutzeit und in jedem Revier geeignete Vegetationsbedingungen für eine Brut vorfinden. Der vermehrte Anbau von Sommergetreide wäre dabei ein besonders wichtiger Schritt.

Brachen erhalten

Vorübergehend ungenutzte Felder bieten beste Brutbedingungen mit einem reichen Nahrungsangebot. Dabei bevorzugt die Feldlerche Brachen, die nur ein Jahr aus der Nutzung genommen werden. Andere Feldvögel hingegen bevorzugen zwei- oder mehrjährige Brachflächen.

  • Experten fordern einen Brachenanteil von etwa 10 Prozent der Ackerfläche, um die Bestände aller Feldvogelarten erhalten zu können.
  • Um keine Feldlerchenbruten zu zerstören, sollten Brachflächen erst ab August gemäht werden.

Gründland extensivieren

Grünland eignet sich nur dann als Feldlerchen-Brutgebiet, wenn es nicht zu intensiv bewirtschaftet wird. Bei Weideland sollte die Weidetierdichte nicht zu groß sein. Denn im abgefressenen Gras können Feldlerchen ihre Nester nicht verstecken und diese laufen Gefahr zertrampelt zu werden. Bei Mähwiesen sind möglichst lange Schnittintervalle von mindestens 46 Tagen zur Brutzeit zwischen März und Juli wichtig. Ist die Schnitthöhe angemessen, können zusätzlich Nest- und Jungenverluste reduziert werden.

Wieder mehr Nahrung bieten

Kein Gift aufs Feld

Außerhalb der Brutzeit ernähren sich Feldlerchen von heruntergefallenen Samen auf Stoppelfeldern. Je länger diese erhalten werden können, desto besser ist die Nahrungsversorgung für die Feldlerchen. Auch stehen gelassene Streifen von nicht geerntetem Getreide helfen unserem Himmelsvogel. Wo Feldlerchen auch in der kalten Jahreszeit leben, sind Winterstoppeln und Brachen ein wichtiger Faktor für das Überleben.

Durch den Verzicht auf Pestizide lässt sich die Vielfalt der Wildkräuter auf Feldern erhöhen. Mit ihnen finden sich Insekten und Wirbellose ein und stehen der Feldlerche als Nahrung zur Verfügung. Indem weniger gedüngt wird, bekommen auch Wildkräuter eine Chance, die auf fetten Böden nicht gedeihen können.

Umsetzung der Maßnahmen

Durch den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und mineralischen Dünger ergeben sich einige der oben genannten Schutzmaßnahmen für die Feldlerche automatisch als Nebenprodukt des ökologischen Landbaus.

Doch auch in der konventionellen Landwirtschaft muss es ausreichende Überlebensmöglichkeiten für die Feldlerche geben. Die meisten Schutzmaßnahmen für die Art sind jedoch mit Kosten oder Ertragseinbußen verbunden. Die notwendigen großflächigen Veränderungen werden sich daher nur durchsetzen lassen, wenn sich die entsprechenden Maßnahmen für Landwirte auch wirtschaftlich auszahlen.

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