So helfen Sie Wildbienen im Garten

Vielfalt und Bedeutung der Wildbienen

Wildbienen spielen eine zentrale Rolle in unserem Ökosystem. Sie bestäuben nicht nur viele Obst- und Gemüsepflanzen, die für unsere Ernährung wichtig sind, sondern auch eine große Menge heimischen Wildpflanzen. Neben der uns allen bekannten Honigbiene leben bei rund 600 heimische Wildbienenarten bei uns – ihre nahen Verwandten. Zu ihnen zählen auch die Hummeln. Gemeinsam bilden sie die Familie der Bienen innerhalb der Ordnung der Hautflügler.

Neben grundlegenden Fakten über Wildbienen erklären wir Ihnen, warum wir für eine vielfältige Pflanzenwelt so sehr auf sie angewiesen sind, welche Nahrung und welche Nistmöglichkeiten sie benötigen, warum sie so stark gefährdet sind und wie Sie ihnen im Garten selbst helfen können. Außerdem können Sie ein kostenloses Faltblatt über Bienen im Garten bei uns bestellen.

Viele Unterschiede mit einer großen Gemeinsamkeit: Pollen

Eine winzige Schmalbiene sitzt auf einem Blatt | © Tarja Richter © Tarja Richter
Die Winzige Schmalbiene hat nur eine Größe von etwa 4-5 Milimetern. Im Gegensatz dazu kann die Blauschwarze Holzbiene (siehe Bild ganz oben) bis zu 28 Millimeter lang werden

Wildbienen sind erstaunlich vielfältig: Vom winzigen Drei-Millimeter-Zwerg bis zum imposanten Drei-Zentimeter-Brummer ist alles dabei. So unterschiedlich sie aussehen, eines verbindet sie alle: Für ihre Nachkommen brauchen sie Blüten – und daraus vor allem den Pollen, ohne ihn geht nichts.

Viele Wildbienenarten haben ganz unterschiedliche Methoden, um den Pollen zu sammeln. Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) trägt den Pollen beispielsweise unter ihrem Bauch. Andere Arten nutzen ihre Hinterbeine als Sammelstelle, während manche den Pollen sogar verschlucken, um ihn später im Nest wieder hervorzuwürgen.

Es gibt auch Arten, die parasitisch leben – sie sammeln selbst keinen Pollen, sondern nutzen die Vorräte anderer.

Vielfalt an Pflanzen kann es nur mit Vielfalt an Bestäubern geben

Auf artenreichen Wiesen findet man eine große Vielfalt an Blütentypen: Von langen, röhrenförmigen Lippenblüten, die vor allem von Insekten mit langem Rüssel erreicht werden, bis hin zu offenen Blüten, an denen auch kleine oder kurzrüsselige Arten leicht an Nektar und Pollen gelangen. Diese abwechslungsreiche Blütenwelt kann jedoch nur erfolgreich bestäubt werden – und damit erhalten bleiben –, wenn ebenso viele unterschiedliche Bestäuber vorhanden sind: verschiedene Wildbienenarten, aber auch Käfer, Schmetterlinge, Fliegen und viele mehr.

Nur durch dieses Zusammenspiel entsteht ein stabiles und vielfältiges Ökosystem.

Eine bunte Wiese mit heimischen Wildpflanzen | © Tarja Richter © Tarja Richter

So nisten Wildbienen

Nur rund 40 von 600 Wildbienenarten können künstliche Nisthilfen nutzen

Eine Gehörnte Mauerbiene erkundet ein Insektenhotel | © Tarja Richter © Tarja Richter
Arten wie die Rote Mauerbiene beziehen gerne Insektenhotels

Wildbienen sind nicht nur äußerlich sehr unterschiedlich, sondern auch in ihren Nistgewohnheiten. Manche Arten bauen ihre Nester im Boden, andere in markhaltigen Pflanzenstängeln, Schneckenhäusern oder in oberirdischen Hohlräumen.

Die bekannteste Behausung für solche Hohlraumnister sind Insektenhotels. Dort findet man häufig Arten wie die Rote und die Gehörnte Mauerbiene (Osmia bicornis und O. cornuta). Sie beziehen bereits vorhandene Gänge, wie sie in der Natur etwa durch den Fraß von Totholzkäfern entstehen.

Allerdings können nur rund 40 der fast 600 heimischen Wildbienenarten solche Nisthilfen nutzen. Der überwiegende Teil der heimischen Arten nistet gut versteckt im Boden. Meist werden dafür besonnte, vegetationsarme Stellen genutzt, wie beispielsweise Trampelpfade, Abbruchkanten, Sandhügel oder auch kahle Stellen im Rasen. Besonders beliebt sind sandige Böden

Der Rohboden zeigt Wildbienennester, ein Lebensraum | © Tarja Richter © Tarja Richter
Der überwiegende Teil unserer Wildbienen nistet gut versteckt im Boden

Nisten in Pflanzenstängeln oder als Brutparasit

Eine Hand hält ein Holzstück mit Nestern der Stängelbiene Hoplitis tridentata | © Tarja Richter © Tarja Richter
Weitere wichtige Nistplätze sind abgetrocknete, markhaltige Pflanzenstängel. So z.B. bei der Stängelbiene.

Weitere wichtige Nistplätze sind abgetrocknete, markhaltige Pflanzenstängel – zum Beispiel von Brombeeren oder Königskerzen –, die mehrere Jahre stehen bleiben dürfen. Es reicht nicht, sie nur über den Winter stehen zu lassen: Wenn im Frühjahr oder Sommer die erwachsenen Bienen schlüpfen, beginnen sie sofort mit dem Bau neuer Nester und brauchen dafür wieder Stängel, die bereits abgetrocknet sind.

Nicht alle Wildbienen bauen eigene Nester – innerhalb der Wildbienen gibt es auch Arten, die parasitisch leben und von der Brutfürsorge anderer profitieren. Diese sogenannten Brutparasiten schleichen sich in einem unbeobachteten Moment in das Nest ihrer Wirtsart und legen dort ihr Ei ab. Die schlüpfende Larve tötet anschließend das Ei oder die Larve des Wirts und ernährt sich von dem Nahrungsvorrat, der ursprünglich für dessen Nachwuchs vorgesehen war.

Eine weitere Form dieses Verhaltens ist der Sozialparasitismus, der beispielsweise bei Hummeln vorkommt. Die sogenannten „Kuckuckshummeln“ bauen keine eigenen Nester. Stattdessen dringen sie in ein bereits bestehendes Hummelnest ein, überwältigen oder vertreiben die Königin und legen ihre eigenen Eier. Diese werden dann von den Arbeiterinnen des Wirtsvolkes aufgezogen. Dank spezieller Anpassungen – etwa im Duft oder Verhalten – werden sie von der Wirtsart oft nicht als Fremde erkannt.

Wie läuft ein Bienenjahr ab?

Bei den „Einsiedlern“, den sogenannten solitären Arten:

Die meisten Wildbienen haben nur ein kurzes Leben als „erwachsene“ Biene – oft nur wenige Wochen im Frühling und Sommer. In dieser Zeit muss ein Bienenweibchen vieles schaffen: Sich paaren, ein Nest bauen und Nahrung für ihre Nachkommen sammeln. In der Wildbienenwelt arbeiten die Weibchen der meisten Arten als Einzelgängerinnen, ohne Unterstützung durch Artgenossen. Um die nächste Generation zu sichern, bringt das Weibchen eine Mischung aus Pollen und Nektar in ihre Nester, die meist aus mehreren einzelnen „Zellen“ bestehen. Jede dieser Kammern enthält ein Ei und den Proviant für die Larve. Es wird immer zuerst eine Kammer fertiggestellt, bevor das Weibchen mit der nächsten weitermacht.

Aus dem Ei schlüpft bald schon eine Larve, die sich von dem Nahrungsvorrat in der Kammer ernährt, wächst und sich verpuppt. Die Überwinterung findet je nach Art noch als Larve, als Puppe oder voll entwickelte Biene, meist innerhalb des Nests statt. Im nächsten Jahr starten die überwinternden Tiere wieder zu einer ähnlichen Zeit wie die Mütter im Jahr davor durch und der Kreislauf beginn wieder von vorne.

Bei sozialen Arten wie den Hummeln:

Eine Helle Erdhummel sammelt Nektar von Wicken | © Tarja Richter © Tarja Richter
Helle Erdhummel

Etwas anders machen es die Hummeln, die in einem - im Vergleich zur Honigbiene - kleinen Staat leben. Die überwinternde und bereits begattete Königin gründet im Frühjahr ganz allein ein Nest und zieht zunächst Arbeiterinnen und später neue Königinnen und Männchen auf.

Im Spätsommer bis Herbst stirbt dann der ganze Staat ab und es überleben nur die bereits begatteten Jungköniginnen, welche überwintern und im nächsten Jahr wieder je ein Nest gründen

Bei Brutparasiten:

Eine Blutbiene krabbelt über den Sand | © Tarja Richter © Tarja Richter
Parasitäre Wildbienen wie die Blutbiene töten die fremden Eier oder Larven, legen dann ihr eigenes Ei ab und verschließen die Zelle wieder.

Brutparasiten unter den Wildbienen legen ihre Eier nicht in irgendein Nest, sondern nur in das von einer oder ein paar wenigen speziellen Wirtsarten. Das bedeutet, dass parasitische Arten zur gleichen Zeit aktiv sein müssen, wie ihre Wirte. Nachdem sie ihr Ei in das Wirtsnest geschmuggelt haben, ernährt sich dort bald schon die Larve von dem vorhandenen Nahrungsvorrat, wächst und verpuppt sich schließlich so wie die nicht-parasitischen Arten.

Nahrung

Das fressen Wildbienen

Eine Sandbiene sitzt auf einer gelben Blüte | © Tarja Richter © Tarja Richter
Die stark gefährdete Fingerkraut-Sandbiene (Andrena potentillae) ist bei uns auf den Pollen des Frühlings-Fingerkrauts (Potentilla neumanniana) und des Rötlichen Fingerkrauts (Potentilla heptaphylla) spezialisiert.

Viele Wildbienen sind echte Feinschmecker – Sie wählen ihre Nahrungspflanzen mit großer Sorgfalt. Der Pollen, den sie für ihre Nachkommen sammeln, stammt meist nicht von irgendeiner Pflanze. Oft ist eine Art auf eine bestimmte Pflanzenfamilie, Gattung oder sogar eine einzige Art spezialisiert.

Verschwinden diese Pflanzen, verschwinden auch die Bienen – ihre Lebensgrundlage ist untrennbar mit ihnen verbunden. So ist beispielsweise die stark gefährdete Fingerkraut-Sandbiene (Andrena potentillae) bei uns auf den Pollen des Frühlings-Fingerkrauts (Potentilla neumanniana) und des Rötlichen Fingerkrauts (Potentilla heptaphylla) spezialisiert.

Auch die Rainfarn-Seidenbiene (Colletes similis) nutzt nur Pollen von der Familie der Korbblütler und hier mit starker Vorliebe des Rainfarns.

Nektar als Treibstoff

Beim Blütenbesuch wird neben Pollen auch Nektar gesammelt, der zum Teil selbst getrunken wird, und der Biene als „Treibstoff“ dient. Der andere Teil wird dem Pollen beigemischt und mit ins Nest transportiert. Bei manchen Arten, wie den Schenkelbienen (Macropis) wird dem Pollen neben Nektar auch Pflanzenöl beigemischt. Dieses wird im deutschsprachigen Raum nur von einigen Pflanzenarten, wie den Gilbweiderichen (Lysimachia) produziert.

Eine Macropis-Biene sammelt Pollen auf einem gelben Gilbweiderich | © Tarja Richter © Tarja Richter
Schenkelbiene auf Gilbweiderich

So können wir Wildbienen helfen

Die wichtigste Ressource für Wildbienen ist die Nahrung. Wir können ihnen Futter liefern, indem wir heimische Blütenpflanzen fördern. Wichtig sind besonders heimische Arten von Glockenblumen, Lippenblütlern, Schmetterlingsblütlern und Korbblütlern, Rosengewächse, Kreuzblütlern und Weiden.

Eine Langhornbiene sammelt Nektar von einer lila Blume | © Tarja Richter © Tarja Richter
Eine Langhornbiene sammelt Nektar von Wicke

Konkrete Beispiele für Ihren Naturgarten:

Frühjahr
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • März-Veilchen (Viola odorata)
  • Schnee-Heide (Erica carnea)
  • Salweide (Salix caprea)
  • Schlehe (Prunus spinosa)
  • Hohe Schlüsselblume (Primula elatior)
  • Gewöhnliche Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris)
  • Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
Frühling-Sommer
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Wiesen-Salbei (Salvia pratensis)
  • Diptam (Dictamnus albus)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis)
  • Besenginster (Cytisus scoparius)
  • Alpen-Waldrebe (Clematis alpina)
  • Strand-Grasnelke (Armeria maritima)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi)
  • Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)
  • Bibernellrose (Rosa spinosissima)
  • Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)
  • Frühlings-fingerkraut (Potentilla neumanniana)
  • Rotes Seifenkraut (Saponaria ocymoides)
  • Nickendes Leimkraut (Silene nutans)
  • Gelber Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora)
  • Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina)
  • Vogel-Wicke (Vicia cracca)
  • Wilde Möhre (Dacus carota)
Spätsommer-Herbst
  • Oregano (Origanum vulgare)
  • Katzenminze (Nepeta cataria)
  • Efeu (Hedera helix)
  • Wegwarte (Cichorium intybus)
  • Rainfarn (Tanacetum vulgare)
  • Wilde Malve (Malva sylvestris)
  • Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata)
  • Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)
  • Färberkamille (Anthemis tinctoria)
  • Heidenelke (Dianthus deltoides)
  • Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys)
  • Berg-Aster (Aster amellus)
  • Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Färber-Resede (Reseda luteola)
  • Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)

Eine Skabiosenfurchenbiene sammelt Nektar Gewöhnlicher Kratzdistel | © Monika Graf © Monika Graf
Eine Skabiosenfurchenbiene sammelt Nektar von der Gewöhnlichen Kratzdistel

Je größer die Vielfalt, desto besser!

Auch Pflanzen, die oft als „Unkraut“ angesehen und entfernt werden, sind für viele Wildbienen wertvolle Pollenquellen. So können beispielsweise rund 40 verschiedene Wildbienenarten den Pollen der Gewöhnlichen Kratzdistel (Cirsium vulgare) als Nestproviant für ihre Larven nutzen.

Beim Gewöhnlichen Löwenzahn (Taraxacum officinale) sind es sogar etwa 70 Arten.

Für die Auswahl geeigneter Pflanzen gilt daher: Je größer die Vielfalt, desto besser!

Wichtig ist dabei auch, auf einen langen Blühzeitraum von Frühjahr bis in den Herbst zu achten. Davon profitieren beispielsweise Hummeln, deren Volk vom Frühjahr bis in den Spätsommer hinein Nahrung braucht.

Natürliche Nistplätze zur Verfügung stellen

Ein Holzstück mit Löchern, das als Nistplatz für Insekten dient | © Tarja Richter © Tarja Richter
Als Nistplatz eignen sich auch Stängel: Sie können beispielsweise über 30 cm lange Brombeerstängel aufrecht und einzeln an den Zaun binden oder in die Erde stecken

Die zweite entscheidende Ressource sind geeignete Nistplätze. In einem reich strukturierten Naturgarten oder in einer vielfältigen Kulturlandschaft finden sich zahlreiche Mikrohabitate, die Wildbienen zum Nisten benötigen: Das sind beispielsweise offene Bodenstellen, Sandhaufen, Spalten im Mauerwerk oder in Steinhaufen, Totholz in unterschiedlichen Stärken, Zersetzungsgraden und von verschiedenen Baumarten sowie markhaltige Stängel in einem „wilden“, ungestörten Bereich.

Damit diese Nistplätze genutzt werden können, müssen sie unbedingt in direkter Nähe der Nahrungspflanzen liegen. Je weiter die Bienen fliegen müssen, desto höher ist ihr Energieaufwand – und desto weniger Nistzellen können sie mit Pollen und Nektar versorgen. Ideal ist ein Abstand von höchstens wenigen Hundert Metern.

Wichtige Niststrukturen und Maßnahmen für den Naturgarten:

  • Sandarium, Sandhügel, Sandsteilwand oder Trampelpfade
  • Sandbeet mit nur einzelnen angepassten Pflanzen, die bei Zuwuchern reduziert werden
  • Trockenmauer
  • Besonntes Totholz: Stehend, liegend, verschiedene Dicken, Zerfallsgrade und Laubbaumarten
  • Aufrechte markhaltige Stängel erhalten oder anlegen (siehe Foto)
  • Unberührte Ecken, „Unordnung“ im Garten

Darum sind Wildbienen in Gefahr

Über die Hälfte der in Deutschland heimischen Wildbienenarten gilt mittlerweile als bestandsgefährdet oder ist bereits ausgestorben. Nur rund 37 % der Arten gelten noch als ungefährdet. Die Ursachen für diesen Rückgang sind vielschichtig.

Lebensraumverlust und -zersplitterung:

Der Wandel unserer ehemals reich strukturierten, extensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft zählt zu den Hauptfaktoren des Wildbienenrückgangs. Großflächig intensiv genutzte Agrarlandschaften, wachsende Siedlungs- und Industriegebiete sowie der Ausbau von Infrastruktur lassen immer weniger geeignete Lebensräume übrig. Auch Flächen, die nicht mehr genutzt und so zunehmend von Gehölzen überwachsen werden, bieten häufig weder ausreichend Blütenpflanzen noch geeignete Niststrukturen. Dort, wo noch passende Lebensräume existieren, liegen sie oft weit voneinander entfernt – und es fehlen verbindende Korridore, die einen genetischen Austausch ermöglichen.

Umweltgifte:

Pestizide wirken sowohl direkt als auch indirekt auf Wildbienen. Herbizide beispielsweise reduzieren das Angebot an Blüten in der Agrarlandschaft, die für viele Arten eine unverzichtbare Nahrungsquelle darstellen. Insektizide wiederum treffen oftmals nicht nur die Zielinsekten, gegen die sie eigentlich eingesetzt werden, sondern auch zahlreiche andere Insektenarten. Bei Wildbienen können sie etwa zu Verlust der Orientierungsfähigkeit oder verringerten Vermehrungsraten führen. Mischungen verschiedener Pestizide sind noch kaum untersucht und können Effekte haben, die schwer vorherzusagen sind

Klimawandel:

Durch den Klimawandel geraten viele natürliche Abläufe aus dem Gleichgewicht. Zahlreiche Wildbienenarten finden ihre Futterpflanzen heute zu einem anderen Zeitpunkt vor als noch vor einigen Jahrzehnten: Viele Pflanzen blühen deutlich früher, während die Bienen oft noch nicht aktiv sind. Bleibt das Nahrungsangebot aus, fehlen den Tieren lebenswichtige Ressourcen. Hinzu kommt, dass Futterpflanzen in zunehmend trockenen Sommern frühzeitig welken oder vollständig vertrocknen. Besonders Arten, die auf eine lange und kontinuierliche Blühperiode angewiesen sind, geraten dadurch unter starken Druck.

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Eine Wildbiene sammelt Nektar von einer Blume, gefördert durch den LBV für den Naturschutz in Bayern. | © LBV © LBV

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