Flächenverbrauch in Bayern bleibt auch 2025 sehr hoch

Immer mehr Hitzesommer - LBV warnt vor den Folgen zunehmender Versiegelung

Das Landesamt für Statistik hat am 17.09.2026 die aktuellen Zahlen für den Flächenverbrauch in Bayern bekanntgegeben. Demnach lag der durchschnittliche Flächenverbrauch in Bayern 2025 bei 8 Hektar pro Tag. Verglichen mit dem Vorjahr (9,8 Hektar/Tag) ist der Wert damit weiterhin auf sehr hohem Niveau. Der LBV fordert die Staatsregierung einmal mehr auf, den Flächenverbrauch umgehend einzudämmen, auch im Blick auf den Klimawandel. „Die extreme Hitze im Sommer 2026 hat uns drastisch vor Augen geführt, wie wichtig es ist, Wasser in der Fläche zu halten. Feuchte Böden sind unerlässlich, um die Luft bei starker Hitze abzukühlen. Werden immer mehr Flächen versiegelt und verbaut, verschärft das die Folgen von Hitzewellen“, warnt Helmut Beran, Geschäftsführer Naturschutzpolitik im LBV.

Gewerbegebiet (Symbolbild) | © Thomas Staab © Thomas Staab
Bebaute Flächen verschärfen gerade in Hitzesommern die Folgen der Klimakrise.

Der LBV kritisiert die Bayerische Staatsregierung, die seit Jahren das selbstgesteckte Ziel von maximal 5 Hektar Flächenverbrauch täglich weit verfehlt. „Das Prinzip der Freiwilligkeit ist gescheitert“, so Beran. „Es braucht verbindliche Regelungen aber auch Unterstützung für Kommunen etwa bei der Nutzung von brachliegenden Flächen.“

Laut dem Landesamt für Umwelt war der Sommer 2026 mit 20 Grad in Bayern überdurchschnittlich warm. Es gab landesweit 26 Hitzetage mit Temperaturen von über 30 Grad. Somit wird klar: Die Folgen des Klimawandels werden auch im bisher eher kühlen Bayern immer gravierender. Zur extremen Hitze kamen lange Trockenperioden hinzu. Insgesamt hat es seit März in Bayern um ein Drittel weniger geregnet im Vergleich zum Referenzzeitraum 1971–2000.

Natürliche Klimaanlage fällt weg

Großflächiges Industriegebiet der Gemeinde Eberbach am Neckar | © Thomas Staab © Thomas Staab
Großflächig versiegelte Flächen nehmen der Natur immer mehr Raum.

Die Folgen des menschengemachten Klimawandels werden durch eine falsche Landnutzung zusätzlich massiv verschärft. Vor allem die großflächige Entwässerung der Landschaft führt dazu, dass Böden immer weniger Wasser speichern können. Damit geht eine wichtige natürliche Kühlwirkung verloren: Denn Wasser entzieht der Umgebung durch Verdunstung Wärme und trägt so dazu bei, die Luft abzukühlen. Trockene Böden können diese Funktion kaum noch erfüllen und fallen als natürliche Klimaanlage zunehmend aus. Besonders gravierend ist die Situation auf versiegelten Flächen, da dort Niederschläge gar nicht erst in den Boden eindringen können.

„Falsche Landnutzung und Flächenfraß setzen einen Kreislauf in Gang, der die Folgen des Klimawandels immer weiter anheizt. Nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch zum Schutz der Menschen muss der ungebremste ‚Verbrauch‘ von natürlichen Flächen gestoppt werden“, fordert LBV-Geschäftsführer Beran.

Staatswald schützen statt verbauen

Der LBV fordert seit Langem vom Freistaat, keine Staatswaldflächen mehr für die Ausweisung von neuen Gewerbegebieten zu veräußern. Ungeachtet einer erfolgreichen Klage des LBV will die Stadt Teublitz Landkreis Schwandorf an einem 21 Hektar großen Gewerbe- und Industriegebiet im Staatswald festhalten. Ebenfalls im Landkreis Schwandorf soll auf einer Staatswaldfläche ein privater Hubschrauber-Landeplatz in unmittelbarer Nähe zum zweitgrößten Naturschutzgebiet der Oberpfalz, dem Charlottenhofer Weihergebiet mit bedeutenden Vorkommen von Fisch- und Seeadlern, gebaut werden.

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