Bitte nicht alles wegräumen: Gartenvögel brauchen natürliche Futterquellen

LBV gibt Tipps für einen vogelfreundlichen Herbstgarten – Beeren, Samenstände und Laubhaufen jetzt erhalten

Wenn im Herbst die Tage langsam kürzer werden und die letzten Blumen nach und nach verblühen, machen sich viele Menschen Sorgen, ob die Vögel in ihren Gärten den Winter gut überstehen. Dabei lässt sich im Frühherbst einiges für die gefiederten Nachbarn tun. „Viele Vögel finden auch im Winter ausreichend Nahrung, wenn wir die natürlichen Futterquellen jetzt im Garten stehen lassen. Wer der Natur in seinem Garten Platz lässt und nicht alles abräumt, hilft den Vögeln in der kalten Jahreszeit am besten“, erklärt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. Hierbei spielen abgeblühte Stauden und andere samentragende Pflanzen wie Sonnenblume und Karde eine große Rolle. Auch Gräser bieten mit ihren Samen eine wertvolle Vogelnahrung. Sie sollten beim großen Herbstputz im Garten nicht abgeschnitten, sondern bis ins Frühjahr stehen gelassen werden.

Gimpel frisst Beeren | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
Ein Gimpel stärkt sich in der kalten Jahreszeit an Beeren.

„Wer jetzt zu gründlich aufräumt, der tut den Gartenvögeln keinen Gefallen und beraubt sie um viele natürliche Futterquellen im Winter“, so Nelson. Das gilt auch für Rosen und Wildobstgehölze. Für viele Vögel sind Hagebutten sowie die Früchte von Weißdorn, Liguster, Vogelbeere, Heckenkirsche oder Hartriegel energiereiches Superfood im Winter. Deshalb sollte man beim Heckenschnitt die fruchttragenden Zweige jetzt nicht entfernen. Wer Obstbäume im Garten hat, kann den Vögeln auch mit ein paar ungeernteten Äpfeln oder Birnen in den Baumkronen sowie Fallobst auf der Wiese eine Freude bereiten.

Wertvolle Laubhaufen im Garten

Igel im Herbstlaub | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Laubhaufen im Garten sind für Kleintiere wie den Igel ein ideales Versteck.

Laubhaufen im Garten bieten nicht nur ein ideales frostfreies Versteck für Insekten, Igel und Amphibien, sondern auch die Möglichkeit für Vögel, in der kalten Jahreszeit eiweißreiche Nahrung zu finden. Zudem ist welkes Laub als Mulchschicht auf den Beeten äußerst nützlich.

„Wenn bald die ersten Blätter fallen, sollte man sie nicht beseitigen, sondern im Garten als wertvollen Rohstoff weiterwenden. Es wäre gut, wenn es in jedem bayerischen Garten mindestens einen Laubhaufen gibt“, empfiehlt die LBV-Biologin. Beim Baumschnitt anfallende Äste und Reisig können ebenfalls zu einem Haufen als Wintersversteck für Gartentiere aufgeschichtet oder als Benjeshecke, eine Hecke aus Schnittgut und Totholz, angelegt werden.

Das Vogelbuffet fürs nächste Jahr pflanzen

Amsel in Hecke | © Rosl Rößner © Rosl Rößner
Eine Amsel bedient sich an Beeren einer Hecke.

Der Herbst ist die beste Jahreszeit, um neue Hecken und Sträucher im Garten zu pflanzen. Wer beim Kauf auf regionale Arten setzt, hilft Amsel, Drossel, Star und Rotkehlchen optimal. Zu den vogelfreundlichen Sträuchern gehören Haselnuss, Holunder, Liguster, Kornelkirsche, Schneeball, Schlehe und Weißdorn. „Die Früchte des Schwarzen Holunders werden von über 60 Vogelarten gefressen. Im Dickicht des Weißdorns fühlen sich 32 Vogelarten wohl und lassen sich die roten Früchte schmecken. Heimische Sträucher sind anspruchslos, widerstandsfähig gegen witterungsbedingte Einflüsse und häufig sehr pflegeleicht. Wenn man möchte, kann man sie im Winter etwas in Form schneiden“, erläutert Angelika Nelson.

Für Zugvögel wie Gartengrasmücke und Mönchsgrasmücke liefern die Beeren im Garten jetzt viel wertvolle Energie für den bevorstehenden Flug in den Süden. So verdoppelt etwa die Gartengrasmücke ihr Körpergewicht in kurzer Zeit mit Hilfe der Früchte von Holunder, Brombeere, Himbeere, Heckenkirsche und Hartriegel. Die zuckerhaltigen Beeren ermöglichen es ihr, in wenigen Wochen die nötigen Fettreserven für den anstrengenden Zugweg anzusammeln.

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