30 Jahre LBV-Kindergarten arche noah: Nachhaltigkeit von Anfang an leben
Deutschlands erster Kindergarten eines Naturschutzverbands feiert Jubiläum
Hip, Hip, Hurra: 1996 eröffnete der LBV im mittelfränkischen Hilpoltstein den Kindergarten arche noah. Damit wurden wir als erster Naturschutzverband Deutschlands Träger eines Kindergartens. Heute, 30 Jahre später, gilt die Einrichtung nach wie vor als Vorreiter für nachhaltige Bildung und gelebte Inklusion.
„Damals war uns schon klar, dass junge Menschen mehr über die Natur wissen müssen. Sie sollten zumindest so viele Arten kennen wie Automarken“, sagt der ehemalige LBV-Vorsitzende Ludwig Sothmann, unter dem der LBV-Kindergarten gegründet wurde. Besonders macht den LBV-Kindergarten, dass dort in jedem Bereich Nachhaltigkeit bis ins kleinste Detail gelebt wird.
Nachhaltigkeit an allen Ecken
Der sogenannte Whole-Kita-Approach verfolgt das Ziel, Nachhaltigkeit in allen Bereichen einer Einrichtung zu verankern. Das pädagogische Konzept sieht vor, dass Themen wie Upcycling, Konsum und Müllvermeidung mit den Kindern behandelt werden. „Kinder erfahren bei uns, dass sie Teil der Natur sind und dass ihr eigenes Handeln einen Unterschied macht. Gerade angesichts der großen ökologischen Herausforderungen unserer Zeit ist das wichtiger denn je“, betont Magdalena Buckreus, LBV-Referatsleiterin Bildung für nachhaltige Entwicklung. Doch damit nicht genug: Im Sinne des Whole-Kita-Approach verwendet der Kindergarten nur umweltfreundliche Reinigungsmittel sowie nachhaltige Spielmaterialien und arbeitet nach dem Grundsatz „Reparieren statt Wegwerfen“. Auch verfolgt der Kindergarten das Konzept der Partizipation. Kinder können bei vielen Dingen selbst mitentscheiden und erfahren so, dass ihre Meinung zählt.
Im Rhytmus der Jahreszeiten
Den Rhythmus den LBV-Kindergartenjahres bestimmen die Jahreszeiten. Gemeinsam erleben die Kinder die Veränderungen in der Natur, beobachten die ersten Frühlingsboten und feiern Erntefeste. Eine wichtige Rolle spielt dabei die unmittelbare Naturerfahrung. „Jeden Freitag verbringen die Kinder den gesamten Tag draußen – egal ob es regnet oder schneit. Wälder, Wiesen und Gewässer werden zu Lernorten, an denen sie Tiere und Pflanzen entdecken und Zusammenhänge selbst erleben können“, erklärt Svenja Hannich, Leiterin des LBV-Kindergartens.
Gelebte Inklusion
Neben der ökologischen Ausrichtung gehört die Inklusion zum Selbstverständnis der Einrichtung. Kinder mit erhöhtem Förderbedarf werden gemeinsam mit allen anderen Kindern begleitet. Unterstützt werden sie dabei unter anderem durch eine eigene Heilpädagogin. „Jedes Kind bringt eigene Stärken und Bedürfnisse mit. Unser Ziel ist es, allen Kindern die gleichen Chancen auf Entwicklung und Teilhabe zu ermöglichen“, sagt Hannich. Auch beim Essen setzt arche noah auf Nachhaltigkeit. Das Mittagessen wird täglich frisch von einem regionalen und inklusiven Caterer zubereitet und ist vollständig vegetarisch. So lernen die Kinder früh einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln kennen.
Mit dem Kindergarten arche noah hat der LBV bereits vor 30 Jahren gezeigt, dass Naturschutz, Nachhaltigkeit und Inklusion zusammengehören. An diesem Ort können Kinder Zukunftskompetenzen entwickeln, Natur mit allen Sinnen erleben und Nachhaltigkeit nicht nur lernen, sondern jeden Tag leben. Auch in Zukunft wird der LBV Kindergarten arche noah ein lebendiger Ort bleiben, an dem Kinder lernen, Verantwortung für sich, ihre Mitmenschen und die Natur zu übernehmen. Angesichts globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Artensterben und gesellschaftlicher Vielfalt gewinnt dieses ganzheitliche Bildungsverständnis weiter an Bedeutung. So wächst im Kleinen, was im Großen entscheidend ist: eine Generation, die mit Offenheit, Wissen und Empathie die Welt von morgen aktiv und verantwortungsvoll gestaltet.
von Kristin Machmer | lbv.de,