Hitze und Trockenheit: Wie geht es Bayerns Schmetterlingen?

Schwalbenschwanz, Taubenschwänzchen und Admiral: LBV bittet um Meldungen im Projekt „Falter im Fokus“

Bayerns Schmetterlingssommer läuft auf Hochtouren: Mit Schwalbenschwanz, Taubenschwänzchen und Admiral sind derzeit alle drei Arten aktiv, mit denen sich der LBV im Rahmen des Projekts „Falter im Fokus“ beschäftigt. Hitze und anhaltende Trockenheit könnten sich negativ auf die bunten Sommerflieger auswirken. Um das herauszufinden, bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger im Freistaat, um aktuelle Meldungen der Fokusarten.

Schwalbenschwanz | © Stephan Rudolph © Stephan Rudolph
Jetzt ist er noch zu beobachten, doch bald neigt sich die Flugzeit des Schwalbenschwanzes dem Ende zu,

„Im August und September lohnt es sich die Augen offen zu halten: Während sich die Flugzeit des Schwalbenschwanzes langsam ihrem Ende nähert, können Taubenschwänzchen und Admiral in den kommenden Wochen für gewöhnlich noch häufiger gesehen werden“, erklärt LBV-Schmetterlingsexperte Simon Habermann. Meldungen sind hier möglich.

Viele Arten, aber weniger Individuen

Ein Taubenschwänzchen, eine Schmetterlingsart, das gerade an einer Blüte trinkt | © Frank Derer © Frank Derer
Gerade das Taubenschwänzchen ist in den nächsten Wochen häufiger zu beobachten

Bereits im Frühsommer berichteten viele Fachleute aus verschiedenen Regionen Bayerns von – verglichen mit den Vorjahren – geringen Individuenzahlen zahlreicher Schmetterlingsarten. Die anhaltende Hitze und Trockenheit könnten sich nun zusätzlich auf Bayerns Schmetterlinge auswirken. „In vielen Regionen Bayerns scheinen momentan zwar viele verschiedene Schmetterlingsarten vorzukommen, allerdings teilweise nur in geringer Anzahl“, erklärt Simon Habermann.

Das könnte daran liegen, dass sowohl die Futterpflanzen der Raupen als auch die Blüten, aus denen die Schmetterlinge Nektar saugen, nicht wachsen oder vertrocknen, wenn es zu lange heiß ist und nicht regnet. Die Auswirkungen können dabei je nach Art, Lebensraum und Region unterschiedlich ausfallen.

Zudem sind viele tagaktive Falter bei heißen Temperaturen verstärkt in den kühleren Morgen- und Abendstunden unterwegs, sodass wir Menschen die Tiere tagsüber möglicherweise seltener wahrnehmen. Auch die im Rahmen von „Falter im Fokus“ erhobenen Daten deuten auf eine geringere Individuenzahl hin: Während im Juli 2025 mehr als 1.000 Meldungen der drei Fokusarten eingingen, wurden im Juli 2026 bislang weniger als 250 Individuen gemeldet

Fliegt eine dritte Generation des Schwalbenschwanzes?

Admiral an Fallobst | © Hans-Joachim Fünfstück © Hans-Joachim Fünfstück
Wenn das Obst beginnt zu fallen, finden Admirale darin eine gute Energiequelle.

Besonders spannend sind aktuell Meldungen des Schwalbenschwanzes. „Derzeit ist die zweite Generation des Schwalbenschwanzes in vielen Teilen Bayerns unterwegs. Das bedeutet, dass nun die Falter fliegen, die sich aus den Raupen des Frühsommers entwickelt haben“, erklärt der LBV-Schmetterlingsexperte. Ihre Flugsaison neigt sich nun eigentlich langsam dem Ende zu. „In besonders warmen Regionen oder Jahren kann jedoch noch eine dritte Generation schlüpfen, die bis weit in den September hinein aktiv ist“, erklärt der Schmetterlingsexperte. Darauf könnten Meldungen der nächsten Wochen einen Hinweis geben.

Admiral und Taubenschänzchen besonders aktiv

Die beiden Wanderfalter Taubenschwänzchen und Admiral zeigen sich aktuell besonders aktiv. „Das wärmeliebende Taubenschwänzchen profitiert von den Sommertemperaturen und kann derzeit häufig beim Blütenbesuch beobachtet werden“, weiß Simon Habermann. Wenn in den kommenden Wochen das Obst in den Gärten, auf Streuobstwiesen und an Wegrändern reif wird, ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch der Admiral wieder vermehrt zu sehen. „An gärendem Fallobst von Zwetschgen-, Apfel- oder Birnbäumen findet der Wanderfalter eine wichtige Energiequelle“, so der Schmetterlingsexperte.

Zum Projekt

Jede Meldung über Schwalbenschwanz, Admiral oder Taubenschwänzchen hilft dabei, die aktuelle Situation der drei Fokusarten besser zu verstehen und langfristige Veränderungen bei Bayerns Schmetterlingen zu dokumentieren. Gefördert wird das Projekt von der Lesser Stiftung für Naturschutz. Alle Schmetterlingsdaten werden anschließen an „Schmetterlinge in Bayern“ der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen e.V. (ABE) weitergeleitet, um sie bestehenden Daten zuzuführen und eine weitere Verwendung zu gewährleisten.

Mehr Infos zum Projekt

von Franziska Back | lbv.de,

Wiesenweihe im Feld mit fünf Jungvögeln im Dunenkleid | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
© Zdenek Tunka

Derzeit schützen wir die Gelege der Wiesenweihe. Unterstützen Sie uns!

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