Admiral - Der wunderliche Wanderer

Anspruchsloser Edelfalter, der menschliche Nähe sucht

Admiral sitzt auf Blume | © Dr. Eberhard Pfeuffer © Dr. Eberhard Pfeuffer

Der Admiral hat keine spezifischen Reviere, wo er häufiger anzutreffen wäre. Wenn Sie Ihn in ihrem Garten beobachten können, ist dies ein gutes Zeichen für die Qualität Ihres Gartens. Er hat hohe Anforderungen an seine Nahrungsquellen, da er sich als sogenannter Wanderfalter jedes Jahr auf eine lange Reise gen Süden begibt und viel Energie benötigt. 

Der vanessa atalanta - so der wissenschaftliche Name - gehört wie auch das Tagpfauenauge zu der Familie der Edelfalter. Er ist überall in Europa verbreitet, manchmal traut er sich sogar bis in die Polarregionen vor. Mit einer Flügelspannweite zwischen 50 und 65 Millimeter gehört er zu den größeren Arten der Tagfalter. Die Flügeloberfläche kann von dunkelbraun bis schwarz reichen, wobei die Vorderflügel eine leuchtend rote "Binde" mit weißen Flecken an den Flügelspitzen aufweisen. Die Hinterflügel haben lediglich am unteren Rand einen roten Streifen. Vorder- sowie Hinterflügel haben zudem einen sehr dünnen weißen Rand, der dem Admiral eine Art Rahmen verleiht. Die Unterseite ist im Gegensatz zu der Oberseite bunt marmoriert.

Flieder, Fallobst und Brennnesseln

Raupe des Admirals an einer Brennnessel | © Oliver Wittig © Oliver Wittig
Raupe des Admirals an einer Brennnessel

Im Frühling und Sommer macht sich der Admiral vor allem über Sommerflieder und Brennnesseln her. Brennesseln sind besonders für die Eiablage wichtig, da sich die Raupen überwiegend von dem Kraut ernähren. Deswegen finden sich die meisten Admiral-Nachkommen an frischen und sonnigen Brennnesselbeständen, die man auch häufig im eigenen Garten finden bzw. anlegen kann.

Im Herbst ist er besonders gierig nach Fallobst, wobei er Pflaumen, Zwetschgen und Birnen bevorzugt, andere Früchte wie Kirschen oder Mirabellen jedoch eher weniger anrührt. Das Fallobst ist eine der wichtigsten Nahrungsquellen des Admirals. Sogar noch wichtiger als Blumen, an denen er sonst saugt. Denn: der Admiral ist ein Wanderfalter. Jeden Herbst wandert er in den Mittelmeerraum (z.B. Spanien) aus und benötigt für diese Reise eine Menge an energiereicher Kost.

Wanderung über tausende von Kilometern

Admiral an Fallapfel | © Fünfstück © Fünfstück
Beliebte Energiequelle für die bevorstehende Wanderung gen Süden: Fallobst

Die Wanderung der Gattung Admiral ist eine faszinierende Geschichte. Es beginnt mit dem jährlichen Einflug zwischen Mai und Anfang Juli aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa, wo er – je nach Lage - ein bis zwei Generationen an Nachkommen ausbildet. Im Herbst ziehen diese zurück nach Südeuropa und bilden weiteren Nachwuchs, der wiederum im Frühjahr gen Norden zieht. Da diese Schmetterlingsart nicht sehr langlebig ist bedeutet dies, dass jede Admiralgeneration nur einmal in ihrem Leben wandert: entweder nach Süden oder nach Norden.

Bisher ist man sich nicht sicher, warum die Falter diese eingeschriebene Verhaltensweise vollziehen. Die wissenschaftliche Hypothese besagt, dass der Admiral den Vegetationszonen hinterherwandert. Wenn es bei uns – beginnend mit dem Herbst – immer kälter und kahler wird, herrschen in den südlichen Gefilden mildere Bedingungen und üppige Vegetationen. Andersherum ist der Sommer in Südeuropa sehr heiß und trocken, weswegen es den Admiral nach Mitteleuropa zieht.

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