Projekt Zitronenzeisig, Waldbirkenmaus und Co ("ZiWaCo")
Verbesserten Schutz seltener alpiner Tierarten
Sie kommen nur in den Alpen vor und sind auf intakte, vielfältige Lebensräume angewiesen: Zitronenzeisig, die Waldbirkenmaus und die Bayerische Kurzohrmaus. Bis Ende 2028 sollen ihre wertvolle Lebensräume im alpinen Offenland und lichten Waldbereichen untersucht, aufgewertet und langfristig gesichert werden. Ein gemeinsames grenzüberscheitendes Projekt von Alpenzoo Innsbruck, Tiroler Landesregierung, Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und der Regierung von Schwaben soll Abhilfe schaffen.
Unter der Abkürzung ZiWaCo (Zitronenzeisig, Waldbirkenmaus und Co) werden im bayerisch-tirolerischen Grenzraum über eine Förderung durch INTERREG VI-A bis Ende 2028 Schutzmaßnahmen in enger Abstimmung mit Grundeigentümern und Bewirtschaftern entwickelt und durchgeführt.
Zitronenzeisig unter Druck
Besondere Aufmerksamkeit verdient die die besorgniserregende Entwicklung des Zitronenzeisigs. Für die Art zeichnet sich im bayerischen Projektgebiet derzeit ein deutlicher Rückgang ab. Das Projekt soll helfen, Ursachen für Bestandsveränderungen besser zu verstehen, aber schon aufbauend auf Vorarbeiten der letzten beiden Jahre geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten.
Bei der Waldbirkenmaus können die Projektpartner auf Erfahrungen aus einem vorangegangenen INTERREG-Projekt aufbauen. Gemeinsam mit den Erkenntnissen zur Bayerischen Kurzohrmaus entsteht so eine wichtige Datengrundlage für den Schutz seltener alpiner Kleinsäuger.
Traditionelle Berglandwirtschaft als Schlüssel zum Artenschutz
Eine zentrale Rolle spielt die extensive traditionelle Bewirtschaftung von Almen und Alpen. Sie hält Flächen offen und schafft strukturreiche Übergänge zwischen Wiesen, Weiden und Wald – Lebensräume, von denen viele seltene Arten profitieren.
Bayerische Staatsforsten, die Österreichischen Bundesforste und die Alm- und Alpgemeinschaften haben ihre Unterstützung für das Projekt bereits signalisiert. Gemeinsam mit Grundeigentümern und Bewirtschaftern wollen wir klären, ob Maßnahmen bereits geplant sind, die schon Lebensraumverbesserungen bringen.
Zudem wird gemeinsam erarbeitet, wo Handlungsbedarf besteht und welche Unterstützung gewünscht wird. Dabei geht es auch um Herausforderungen durch Klimawandel und veränderte Nutzungsbedingungen. So gewinnt die Wasserversorgung angesichts zunehmender Trockenheit an Bedeutung.
Gleichzeitig verbuschen und verwalden offene Flächen zunehmend. Für den Zitronenzeisig spielen parkartige lichte Wälder mit Einzelbäumen zur Brut und blütenreiche Flächen zur Nahrungsaufnahme eine wichtige Rolle. Über das Projekt können geeignete Maßnahmen unterstützt und mit bestehenden Aktivitäten abgestimmt werden.
Projektdetails
- Projektname: BA0100473 – Zitronenzeisig, Waldbirkenmaus und Co. (ZiWaCo) - Schutz von Alpen-Endemiten im bayerisch-tirolerischen Grenzraum
- Projektziel: Erhalt und die Verbesserung von Lebensräumen des alpinen Offenlandes und lichter Waldbereiche.
- Projektpartner:
- Alpenzoo Innsbruck-Tirol
- Tiroler Landesregierung
- LEAD Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.
- Regierung von Schwaben
- Projektlaufzeit: 2026 - 2028
Das Projekt BA0100473 wird mit rund 822.000 Euro durch die Europäische Union im Rahmen von INTERREG VI-A Bayern-Österreich 2021–2027 gefördert. In Bayern kommt eine zusätzliche Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds und das Umweltministerium hinzu. Maßnahmen für die Zielarten kommen dabei zahlreichen weiteren Vogel- und Kleinsäugerarten zugute.
Ansprechpartner
Michael Schödl
Gsteigstr. 43, 82467 Garmisch-Partenkirchen
E-Mail: michael.schoedl@lbv.de
Telefon: 01523 4662506


Regierung von Schwaben

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