Von Vogeltrubel bis Flaute an der Futterstelle: Wetter bestimmt den Start der Zählung

Stunde der Wintervögel 2026: Zwischenfazit nach dem ersten Tag

Der erste Zähltag der 21. Stunde der Wintervögel zeigt ein sehr unterschiedliches Bild in Bayern: Während manche Teilnehmende von regem Betrieb an den Futterstellen berichten, begünstigt durch sonniges Winterwetter mit Schnee, blieben die Vögel in anderen Regionen eher im Verborgenen. Dort sorgten Sturm, Schneeverwehungen und winterliche Kapriolen durch Sturmtief Elli für ungemütliche Bedingungen.

Kohlmeise | © Christian Schöttner © Christian Schöttner
Die Kohlmeise flattert nach dem ersten Zähltag auf den zweiten Platz der Rangliste.

Trotz dieser großen Unterschiede haben bereits über 1.900 Teilnehmende aus mehr als 1.500 Gärten bis 19 Uhr ihre Beobachtungen gemeldet und dabei 45.400 Vögel gezählt. Auch dieses Jahr berichten einige Beobachtende, dass sich im Vergleich zu den letzten Tagen und Wochen weniger Vögel als gewohnt an den Futterstellen zeigten. Ein möglicher Grund dafür ist das wechselhafte Winterwetter: Bei kräftigen Windböen und Schneetreiben suchen sich auch Vögel lieber geschützte Rückzugsorte und besuchen die Futterstelle nur kurz, um das absolut Notwendigste zu fressen.

Wintergäste bisher noch nicht gesichtet

Haussperling | © @sc_wildlifephoto © @sc_wildlifephoto
Haussperlinge und andere Vögel plustern sich dick auf, um der Kälte zu trotzen.

An der Spitze der Beobachtungsliste zeigt sich aktuell ein altbekanntes Bild: Der Haussperling führt schon nach dem ersten Tag das Ranking an. Es folgen Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel. Bisher also keine großen Überraschungen – doch im Laufe des Wochenendes kann sich die Reihenfolge durchaus noch verändern.

Voriges Jahr haben große Trupps von nordischen Bergfinken mancherorts Beobachtende während der Zählstunden begeistert. Diese sind heuer bisher ausgeblieben. Auch andere Wintergäste wie Erlenzeisig oder Seidenschwanz machen sich aktuell rar oder wurden bisher noch gar nicht in Bayern gemeldet.

Kurzstreckenzieher bleiben vorerst in Bayern

Stare | © Gabriele Heckwolf © Gabriele Heckwolf
Auch bei Schnee und Kälte lassen Stare den Badespaß nicht zu kurz kommen.

Dafür tauchen bereits einige Kurzstreckenzieher auf, die den Winter wie in den letzten Jahren in Bayern verbringen. So zählen Mönchsgrasmücke, Star und Hausrotschwanz zu den gemeldeten „Daheimgebliebenen“. Aufgrund der tendenziell milderen Winter bleiben sie immer öfter das ganze Jahr über in Bayern. Frost und Schnee könnten sie jedoch in den nächsten Tagen veranlassen, in wärmere Gefilde auszuweichen.

Für das restliche Wochenende sagen die Prognosen in vielen Regionen Bayerns wieder kälteres Wetter und Schneefall voraus, der Wind soll sich allerdings beruhigen. Das könnte mehr gefiederte Gäste an die Futterstellen locken. Und wer bei Schnee und Glätte lieber im Warmen bleibt, kann ganz entspannt vom Fenster aus mitzählen.

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© Frank Derer, LBV-Bildarchiv

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