Rettung für die „Hufis“: LBV sichert Fledermausquartier in Waischenfeld
Millionenförderung für eines der letzten Vorkommen der Kleinen Hufeisennase in der Fränkischen Schweiz
Die Kleine Hufeisennase ist in der Fränkischen Schweiz fast ausgestorben. Seit über fünf Jahren setzt sich der LBV bereits für den Erhalt der kleinen Fledermaus in der Region ein. Dort saniert der LBV nun eines von drei Quartiergebäuden im Rahmen des mit EU- und Landesmitteln geförderten Projekts „Hilfe für Hufis – Umsetzung von Schutzmaßnahmen für die Kleinen Hufeisennasen in der Frankenalb“. Hierfür überreichte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber heute in Waischenfeld (Lkr. Bayreuth) den Förderbescheid und machte sich ein Bild vom aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten.
„Der Spatz unter den Fledermäusen“: So wurde die Kleine Hufeisennase aufgrund ihrer Häufigkeit früher genannt. Heute ist sie stark gefährdet, gebietsweise sogar vom Aussterben bedroht. Eine kleine Restpopulation hat in der Fränkischen Schweiz überlebt und zum Teil in einem Gebäude in der Stadt Waischenfeld ein Zuhause gefunden. Das sogenannte „Banzerhaus“ erwarb der LBV 2021 mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds und setzte erste Schutzmaßnahmen für die Fledermäuse um, wie zum Beispiel Einhausungen zum Schutz vor Marder und Siebenschläfer sowie warme Hangplätze an sicheren Orten im Gebäude. Auf eigens zur Überwachung der Tiere installierten Webcams konnten vergangenes Jahr die Geburten von zwei Jungtieren im Haus beobachtet werden. Doch das alte Gebäude wurde immer baufälliger: Regen drang durch die Dächer ein, der Putz bröckelte von der Fassade und eine Mauer stürzte teilweise ein. „Hufeisennasen sind unglaublich standorttreue Tiere. Uns war klar: Die beste Chance für den Erhalt der Art haben wir durch eine Sanierung des Gebäudes“, sagt LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer.
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte: „Fledermäuse sind wahre Superhelden unserer heimischen Tierwelt. Die Kleine Hufeisennase zählt zu den seltensten Fledermausarten in Bayern und ist auf geschützte, störungsarme Quartiere angewiesen. Für diese besondere Art schaffen wir mitten im Herzen der Fränkischen Schweiz ein langfristiges Zuhause. Dafür unterstützt der Freistaat das Projekt gemeinsam mit Fördermitteln des Bayerischen Naturschutzfonds und der EU. Das ist gelebter Naturschutz und ein wichtiges Signal für den Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt.“
Bauen und Sanieren für die Hufis
Bereits seit 2023 werden die nötigen Sanierungsarbeiten nun vom LBV im Rahmen eines vom Bayerischen Naturschutzfonds und der Oberfrankenstiftung geförderten Projekts geplant. Um die Bauarbeiten und Maßnahmen perfekt auf die Bedürfnisse der Fledermäuse abstimmen zu können, wurden die Tiere mehrere Jahre durch zahlreiche Infrarotkameras im gesamten Haus beobachtet und ihr Verhalten detailliert dokumentiert. Jetzt stehen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien (LNPR) 1,2 Mio. € für die aufwändige Sanierung des Anwesens mit seinen fünf Gebäudeteilen zur Verfügung.
„Die Hauptarbeiten führten wir seit November 2025 durch, während sich die Tiere für ihren Winterschlaf in Höhlen und Keller in der Umgebung zurückgezogen hatten. Die letzten Baumaßnahmen vor der Sommerpause, beschränken sich auf Bereiche, in denen die Fledermäuse sich tagsüber nicht aufhalten. So wollen wir die Störung für die Kleinen Hufeisennasen minimieren,“ erklärt LBV-Projektleiter Dr. Andreas von Lindeiner. Interessierte können die Entwicklung der Kleinen Hufeisennasen im Banzerhaus live auf den Webcams des LBV beobachten.
von Stefanie Bernhardt | lbv.de,