LBV fordert den Wiedervernässungs-Turbo

Fünf Jahre nach der Ankündigung im Donaumoos braucht es bayern- und deutschlandweit eine Vorfahrt für die Wiedervernässung von Mooren – Moorschutz als überragendes öffentliches Interesse

Am 4. Mai jährt sich die Ankündigung von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, bis 2030 2.000 Hektar im bayerischen Donaumoos wieder zu vernässen und dafür 200 Millionen Euro zu investieren, zum fünften Mal. Zwar sind erste Schritte getan, allerdings resümiert der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz), dass die Geschwindigkeit bei den Maßnahmen deutlich erhöht werden muss. „Ohne die Wiedervernässung von Mooren, die riesige Kohlenstoffspeicher sind, werden wir in Bayern nicht klimaneutral. Dafür muss die Wiedervernässung von Mooren jetzt als ‚überragendes öffentliches Interesse‘, eingestuft werden“, so Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV.

Feuchtwiese im Donaumoos | © Frank Derer © Frank Derer
Der Schutz von Mooren hilft auch dem Klimaschutz, da Moore große Mengen an CO2 binden.

In den vergangenen Jahren wurde für zahlreiche Infrastrukturvorhaben ein „überragendes öffentliches Interesse“ festgestellt. Der LBV fordert daher auch die Moorwiedervernässung zukünftig gesetzlich festgelegt als überragendes öffentliches Interesse zu behandeln. „Hier geht es um nichts Geringeres als den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen“, so Norbert Schäffer. „Maßnahmen zum Moorschutz haben Synergieeffekte: Intakte Moore speichern CO2, sie sind Hotspots der Artenvielfalt und sie halten Wasser in der Landschaft zurück und schützen somit vor Hochwasser“, betont der LBV-Vorsitzende. Auch der Wissenschaftliche Beirat für Natürlichen Klimaschutz (WBNK) beim Bundesamt für Naturschutz hat genau diese Maßnahme in einer Stellungnahme von Anfang Februar 2026 eingefordert.

Wasser Marsch: Intakte Moore sind Natur-Hotspots

Großer Brachvogel | © Frank Derer © Frank Derer
Wiesenbrütende Vögel wie der Große Brauchvogel brauchen intakte Moore und Feuchtwiesen.

Der LBV sieht das Wasserrecht als große Herausforderung bei der Moorrenaturierung, da es häufig dafür sorgt, dass die Maßnahmen nicht beginnen können. „Wir brauchen eine Vereinfachung und Beschleunigung von Wasserrechts- und Flurbereinigungsverfahren“, so Schäffer weiter. Ein zu komplexes Wasserrecht darf das Ziel der Bayerischen Staatsregierung, Moore wieder zu vernässen, nicht torpedieren.

Jahrzehntelang war das Denken davon geprägt, Moore zu entwässern, um sie für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Trockengelegte Moore setzen jedoch riesige Mengen CO2 frei. Durch ihre Wiedervernässung wird Kohlenstoff gebunden und somit das Klima geschützt. In Biodiversitäts-Hotspots fordert der LBV darüber hinaus den konsequenten Schutz von Wiesenbrütern. Andere Flächen können landwirtschaftlich in neuen und zukunftsorientierten Formen der Landwirtschaft weiter genutzt werden, etwa durch extensive Beweidung oder Paludi-Kulturen. Würde der Torfboden hingegen weiterhin so stark absacken und sich zersetzen wie bisher, wäre auf vielen Flächen bald keinerlei Landwirtschaft mehr möglich.

von Stefanie Bernhardt | lbv.de,

Rebhuhn Kücken im Gras | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
© Ralph Sturm

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