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Jahrhundertchance im Donaumoos nutzen

Weitere Solarpark-Pläne eingrenzen

Gemeinsam mit dem BUND Naturschutz in Bayern begrüßen wir das Moorrenaturierungsprojekt der Bayerischen Staatsregierung im Donaumoos. Zu unserem Ärger steht dort derzeit jedoch nicht die dringend notwendige Maßnahme gegen den Klimawandel und den Artenschwund im Mittelpunkt, sondern der Bau von Photovoltaikanlagen. Wir und der BUND Naturschutz betonen, dass die Grundwasseranhebung mit ihren positiven Wirkungen für Klima- und Naturschutz das zentrale Ziel für das Donaumoos sein muss.

Photovoltaikanlage | © Elisabeth Wölfl © Elisabeth Wölfl
Heute sind viele Moorlebensräume stark gefährdet sowie Tier- und Pflanzenarten, die Teil dieses Ökosystems sind.

Die Photovoltaik in der Freifläche kann grundsätzlich nur eine untergeordnete Rolle spielen und darf auf Niedermoorflächen nur mit der Anhebung des Grundwassers stattfinden. Angesichts der Vielzahl aktueller Solarpark-Planungen im Donaumoos fordern wir deshalb: „Die Erstellung eines Gesamtkonzeptes und die Reduzierung der Planungen auf ein natur- und moorverträgliches Maß sind dringend notwendig“, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. Solarparks müssen zudem zwingend mit effektivem Moorschutz verbunden sein. „Höchste Priorität muss stattdessen die beschleunigte Nutzung der immensen Potentiale für Photovoltaik an Gebäuden haben“, sagt der Vorsitzende des BUND Naturschutz Richard Mergner.

Entwicklung des Donaumoos besorgniserregend

Wir sehen im Donaumoos derzeit eine fatale Entwicklung: „Für uns steht in den Mooren ihre hohe Bedeutung für die Biodiversität im Vordergrund, dazu kommt die Wasserrückhaltung in der Fläche. Außerdem sind Moore stark gefährdet und leiden unter hohen Verlusten. Die im Donaumoos nötige Grundwasseranhebung hat zudem hohe Synergien mit dem Klimaschutz“, so Norbert Schäffer. Das altbayerische Donaumoos mit einer Fläche von 17.000 Hektar leistet allein schon durch den Solarpark Schornhof mit einer Gesamtfläche von 144 Hektar bereits jetzt einen überdurchschnittlich hohen Beitrag für die Freiflächen-Photovoltaik in der Region. Die Chance für effektiven Moorschutz wurde dabei nicht genutzt. „Für den dringend nötigen Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2040 auf 100 Prozent braucht es vor allem Photovoltaik an Gebäuden, die Abschaffung der 10-H-Regel für den Ausbau der Windkraft, die Förderung von Bürgerenergie und die Nutzung der erheblichen Energieeinsparpotentiale“, sagt Richard Mergner.

Gesamtkonzept für PV-Freiflächenanlagen

Freiflächen-Photovoltaik ist nach verschiedenen Berechnungsszenarien nur auf maximal einem Prozent der Landesfläche nötig und das bei konsequenter Nutzung der Energieeinsparpotentiale. Hierzu braucht es eine gute überregionale Planung, die Ausschlussgebiete wie aktuelle und ehemalige Wiesenbrütergebiete, Schutzgebiete, gesetzlich geschützte Biotope und extensives Dauergrünland beachtet. „Das gilt in besonderem Maß für das Donaumoos, in dem ja die Erhaltung des Moorbodens zur Verbesserung des Klima- und Naturschutzes das zentrale Ziel ist. Daher ist es dringend notwendig, ein Gesamtkonzept für die Errichtung von PV-Freiflächenanlagen zu erstellen. Und das, bevor es zu weiteren Planungen oder Entscheidungen kommt“, so Günter Krell und Ernst Haile Kreisvorsitzende vom Bund Naturschutz in Neuburg-Schrobenhausen und Aichach-Friedberg.

Moorrenaturierung zentraler Mittelpunkt

„Wir engagieren uns seit Jahrzehnten im altbayerischen Donaumoos für den Moor- und Artenschutz und sehen in der Initiative der Moorrenaturierung eine Jahrhundertchance für die ganze Region“, betont Norbert Schäffer. Richard Mergner ergänzt: „Wir brauchen hierfür aber dauerhafte und attraktive Perspektiven für die Umstellung der Landwirtschaft auf nasse Grünlandwirtschaft und erwarten daher die rasche Vorlage eines wirksamen bayerischen Moorbauernprogrammes.“

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