Auf Sommertour durch Bayern: Wo zeigt sich der Schwalbenschwanz?

LBV bittet um Meldungen des eindrucksvollen Tagfalters im Rahmen des Projekts „Falter im Fokus“

Mit den ersten sommerlichen Tagen ist in Bayern wieder einer der imposantesten heimischen Tagfalter regelmäßiger zu sehen: der Schwalbenschwanz. Der LBV bittet im Rahmen des Mitmachprojekts „Falter im Fokus“ aktuelle Sichtungen des auffällig schwarz‑gelb gefärbten Falters zu melden. „Der Schwalbenschwanz ist eine sehr mobile Art und kann so leicht neue Lebensräume aller Art besiedeln. Trotzdem nehmen seine Bestandszahlen wie bei vielen heimischen Schmetterlingen ab. Die Meldungen helfen uns, Veränderungen des Bestands und der Verbreitung besser zu verstehen“, erklärt LBV-Schmetterlingsexperte Simon Habermann.

Schwalbenschwanz | © Eberhard Pfeuffer © Eberhard Pfeuffer
Ein Schwalbenschwanz ruht sich auf einer Kratzdistelblüte aus.

Der Schwalbenschwanz gehört zu den größten Schmetterlingen Deutschlands. Darüber hinaus ist er nicht nur auffällig schwarz-gelb gefärbt – auch seine namensgebenden Flügelfortsätze, die an den Schwanz einer Schwalbe erinnern, machen ihn zu einem echten Hingucker. Die Art lebt unter anderem auf blütenreichen Wiesen, Trockenrasen Wegrändern und in naturnahen Gärten. „Die Schwerpunkte der gemeldeten Sichtungen haben sich zuletzt deutlich verschoben: 2024 wurde der Schwalbenschwanz vor allem in Südbayern beobachtet, 2025 kamen viele Meldungen auch aus Nordbayern und insbesondere Franken. Spannend wird sein, wie sich das Bild in diesem Jahr entwickelt“, erklärt der LBV-Schmetterlingsexperte.

Dass die Bestände des Schwalbenschwanzes abnehmen, kann verschiedene Ursachen haben. „Werden Wiesen zu häufig gemäht und gemulcht oder kommen vermehrt Pestizide und Dünger zum Einsatz, kommen dabei oft die Raupen, Eier und Puppen des Schwalbenschwanzes zu Schaden“, weiß Simon Habermann.  

Aufgrund des Klimawandels: Falter fliegen früher  

Schwalbenschwanzraupe | © Frank Derer © Frank Derer
Die Raupen des Schwalbenschwanzes sind auffallend grün-orange.

Für die Fortpflanzung ist der Schwalbenschwanz auf bestimmte Pflanzen angewiesen: Seine Eier legt er nur an Doldenblütlern wie Wilder Möhre, Pastinake oder Kleiner Bibernelle ab. Die grün-orangen Raupen fressen außerdem gerne an Fenchel oder Dill. „Wer dem Schwalbenschwanz im eigenen Garten helfen möchte, kann solche Pflanzen gezielt ansiedeln und sollte auf Pestizide sowie Kunstdünger verzichten“, sagt Simon Habermann.

Die Meldungen aus den vergangenen Jahren zeigen bereits spannende Entwicklungen: So wurde der Schwalbenschwanz zuletzt immer häufiger schon deutlich vor seiner eigentlichen Flugzeit ab Mitte April beobachtet. „Bereits im März gingen bei uns erste Beobachtungen des Schwalbenschwanzes ein. Das ist äußerst früh und zeigt, dass sich die Flugzeiten einiger Arten durch den Klimawandel zunehmend nach vorne verschieben“, erklärt der LBV‑Schmetterlingsexperte Simon Habermann.

Jetzt auch Taubenschwänzchen und Admiral melden

Taubenschwänzchen | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
Ein Taubenschwänzchen saugt an einer Eisenkrautpflanze.

Neben dem Schwalbenschwanz stehen im Projekt „Falter im Fokus“ auch die Wanderfalter Admiral und Taubenschwänzchen weiterhin im Blickpunkt und können gemeldet werden. Von Januar bis Ende April gingen besonders viele Meldungen zu den Arten ein. „Diese frühen Beobachtungen betreffen vor allem die Falter, die den Winter in Bayern verbracht haben. Mit den steigenden Temperaturen tauchen nun aber auch die Tiere auf, die in Südeuropa oder teilweise sogar in Nordafrika überwintert haben und jetzt wieder nach Bayern einfliegen“, erläutert Habermann.  

Haben Sie eine der drei Fokus-Arten gesehen? Hier können Sie sie melden.  

von Kristin Machmer | lbv.de,

Rebhuhn Kücken im Gras | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
© Ralph Sturm

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