Weißrückenspecht

Dendrocopos leucotos

Weißrückenspecht an Baumstamm vor Spechthöhle | © Dr. Christoph Moning © Dr. Christoph Moning

Volkstümliche Namen

Der Name des Spechts rührt von seinem weißen unteren Rückenbereich. In der Literatur wird der Vogel auch kurz als 'Weißspecht' oder 'Elsterspecht' bezeichnet.

Kennzeichen

Der Weißrückenspecht ist mit einer Länge von 25 bis 28 cm der größte unter den schwarz-weiß gefärbten Spechten. Um den Weißrückenspecht von seinen Verwandten abzugrenzen, achtet man am besten auf die komplett schwarze Färbung des oberen Rückens. Im Gegensatz dazu erscheint der untere Teil des Rückens, welcher dem Specht seinen Namen gibt, rein weiß bis weiß-grau. Die Flügel sind schwarz-weiß gebändert; Brust und Bauch tragen dunkle Längsstreifen auf rahmfarbenem Grund.

Das Männchen trägt einen roten Scheitel, welcher beim Weibchen schwarz gefärbt ist. An der Stirn findet sich sowohl beim Männchen, als auch beim Weibchen ein gelber Fleck. Bei beiden Geschlechtern fällt die rosa Färbung der Schwanzunterfedern auf.

Der Ruf des Weißrückenspechts ist leiser und gedämpfter als der des Buntspechts („Kjük“, „Güg“).

Vorkommen

Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den Waldgürtel Skandinaviens, (Nord-) Osteuropas und Russlands bis nach Japan und Kamtschatka. Sowohl in den Alpen, als auch den Pyrenäen, am Balkan und am Kaukasus können Weißrückenspechte angetroffen werden.

Der Specht besiedelt bevorzugt aufgelockerte Mischwälder mit einem hohen Anteil an Tot- und Schadholz. Durch eine vereinfachte Zugänglichkeit (bspw. früheres Abschmelzen des Schnees) und ein vermehrtes Vorkommen seiner Nahrung (warme Insekten-Kinderstube im Totholz) werden südexponierte Lagen aufgesucht.

Der Weißrückenspecht ist per se kein Vogel, der montane oder alpine Lagen anderen vorzieht, ist allerdings vermehrt in diesen Gebieten anzutreffen, da sie die Voraussetzungen für sein Überleben erfüllen.

Nahrung

Typisch für Spechte, ernährt sich auch der Weißrückenspecht vor allem von Insekten und deren Larven, welche er aus der Rinde von toten oder geschädigten Bäumen hackt. Falls notwendig oder verfügbar, wird der Speiseplan durch pflanzliche Kost ergänzt. Während andere Spechtarten stehende Bäume zur Nahrungssuche bevorzugen, sucht der Weißrückenspecht gezielt liegende Bäume auf.

Fortpflanzung

Der Weißrückenspecht führt eine monogame Brutsaisonehe, bei der Wiederverpaarungen nicht selten sind und auch im Winter ein loser Zusammenhalt des Paares bestehen bleibt. Im Zeitraum von April bis Juni legt das Weibchen 3 bis 5 Eier, welche für 14 bis 16 Tage in einer Baumhöhle bebrütet werden. 27 bis 28 Tage nach dem Schlüpfen, der Fütterung und Pflege der Jungvögel sind diese flügge

Bedrohung

Sowohl die monotone Altersstruktur von forstwirtschaftlich genutzten Fichtenwäldern, als auch forsthygienische Maßnahmen nach Borkenbefall und die „Säuberung“ der Wälder, machen dem Specht zu schaffen, da somit Totholz und beschädigte Bäume fehlen. Letzteres benötigt seine Beute, und damit auch er selbst, jedoch als Nahrungsgrundlage.

Verhalten

Der Weißrückenspecht ist bspw. im Gegensatz zum Dreizehenspecht eher scheu und daher kaum außerhalb seiner Balzperiode zu beobachten. Zudem erschweren seine Lebensraumansprüche die Beobachtung des Vogels, da ihn diese vermehrt in unwegsames, entlegenes Gelände führen.

Der Flug zeichnet sich durch sein deutliches Bogenmuster aus. Am Boden oder auf waagrechten Bäumen hüpft der Specht beidbeinig, während er am senkrechten Stamm seinen Schwanz als Stütze verwendet und nicht kopfüber abklettert.

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