Von Aspe bis Eiche: Heimische Baumarten sind echte Multitalente
Zum Tag des Baumes am 25. April: Naturnahe Wälder in Bayern sind fit für den Klimawandel
Zum Tag des Baumes machen wir auf das Potenzial Bayerns heimischer Baumarten aufmerksam. Viele von ihnen sind erstaunlich gut an unterschiedliche und sich verändernde Klimabedingungen angepasst und können eine zentrale Rolle für die Wälder der Zukunft spielen. „In unseren heimischen Baumarten steckt eine enorme Widerstandskraft gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels – wir müssen diese Vielfalt gezielt nutzen und fördern“, sagt der LBV-Waldreferent Dr. Christian Stierstorfer. Statt auf vermeintlich klimafitte, nicht heimische Arten zu setzen, plädieren wir dafür, die Stärken der heimischen Natur in den Mittelpunkt des Waldumbaus zu stellen.
© Thomas Stephan
Gerade auch weniger bekannte heimische Baumarten können beim Waldumbau eine wichtige Rolle spielen. „Arten wie Elsbeere, Spitz- und Feldahorn oder die Sommerlinde kommen mit Hitze und Trockenheit oft erstaunlich gut zurecht“, sagt LBV-Waldreferent Christian Stierstorfer. „Wenn wir sie gezielt fördern, machen wir unsere Wälder stabiler und vielfältiger zugleich.“ Auch die Weißtanne gehört zu den Baumarten, die wieder mehr Raum bekommen sollten. Sie wurzelt tief und übersteht Stürme und Trockenperioden, die im Zuge der Klimakrise zunehmen, oft besser als die Fichte. „Mit Stiel- und Traubeneiche haben wir weitere Arten, mit denen wir den Wald der Zukunft gestalten können. Auch die Rotbuche wird weiterhin eine der bestandsbildenden Arten sein“, erklärt Stierstorfer.
© Marcus Bosch
Eine besondere Rolle spielen die Zitterpappel, auch als Aspe bekannt und Baum des Jahres 2026, sowie die Birke. Sie gehören zu den ersten Bäumen, die auf geschädigten Flächen wachsen, etwa dort, wo der Borkenkäfer Fichtenbestände zerstört hat. „Diese Pionierbäume bereiten den Boden für andere Arten vor und helfen dem Wald, sich von selbst zu erneuern“, erklärt Stierstorfer.
Kritisch sieht der LBV dagegen den Trend, verstärkt auf nichtheimische Baumarten zu setzen. Sie gelten oft als besonders klimaresistent, bringen aber Probleme mit sich: Viele heimische Tiere und Pflanzen können mit ihnen wenig anfangen. „Unsere naturnahen Wälder sind über Jahrtausende gewachsene, eingespielte Ökosysteme. Wenn gebietsfremde Arten wie Douglasie, Roteiche oder Zeder Bestände dominieren, leidet die heimische Artenvielfalt“, sagt der LBV-Waldreferent. So wird das Laub der aus Nordamerika stammenden Roteiche beispielsweise deutlich langsamer abgebaut als das der heimischen Eichen. Das führt dazu, dass unter dem Laub kaum Waldkräuter wachsen können. Der LBV unterstützt daher ausdrücklich den in Bayern geltenden forstlichen Konsens, dass heimische Hauptbaumarten die tragende Basis eines klimagerechten Waldbaus sind.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, wie wichtig stabile, vielfältige Wälder sind. Vor allem Fichtenmonokulturen sind durch Trockenheit geschwächt und großflächig vom Borkenkäfer befallen worden. Mischwälder mit heimischen Baumarten kommen mit solchen Belastungen deutlich besser zurecht.
von Franziska Back | lbv.de,