Viel Schnee in Bayern: Eulen und Greifvögeln finden keine Nahrung mehr

LBV rät zu einfachen Hilfsmaßnahmen – Ställe und Scheunen für Mausejäger jetzt öffnen

Die starken Schneefälle der vergangenen Tage in Bayern sind nicht nur für Auto- und Bahnreisende eine große Herausforderung, sondern können auch für Eulen und Greifvögel ein ernstes Problem werden. Liegt über einen längeren Zeitraum eine dicke Schneedecke, kommen viele der Mäusejäger kaum noch an ihre Beute.

Steinkauz | © Dr. Christoph Moning © Dr. Christoph Moning
Besonders die Steinkäuze in Nordbayern finden aktuell weniger Mäuse wegen des vielen Schnees.

„Während Vogelarten wie Mäusebussard und Turmfalke vor Kälte und Schnee in weniger winterliche Regionen flüchten können, sind die meisten Eulen Standvögel, die den ganzen Winter in ihren angestammten Revieren bleiben. Fehlen schneefreie Flächen, drohen Hunger und in strengen Wintern sogar deutliche Bestandseinbrüche“, sagt Torben Langer, Eulenexperte des LBV. Der bayerische Naturschutzverband verrät, welche Möglichkeiten es gibt, den Eulen in dieser Jahreszeit zu helfen.  

Scheunen auf für die Eulen

Uhu | © Marcus Bosch © Marcus Bosch
Große Eulen wie der Uhu jagen bei Schnee und Mäuseknappheit auch schon mal kleinere Vögel.

In vielen Teilen Bayerns sind in den vergangenen Tagen mehr als 30 Zentimeter Neuschnee gefallen. Im Winter fressen Eulen normalerweise Mäuse. Werden diese knapp, versuchen sie auf Vögel auszuweichen. Erfolgreich sind dabei meist nur große Arten wie der Uhu. Kleinere Eulen und Käuze haben es deutlich schwerer, zumal alternative Beute oft nicht ausreichend verfügbar ist. „Besonders Schleiereulen und Steinkäuze in Nordbayern leiden aktuell stark unter den Schneemengen, vor allem dann, wenn ihnen der Zugang zu Scheunen oder Ställen fehlt, in denen sie auch im Winter jagen könnten“, erklärt Langer.

Der LBV bittet daher Landwirtinnen und Landwirte sowie Gebäudeeigentümer in verschneiten Regionen, Eulen den Zugang zu Ställen und Scheunen zu ermöglichen. Im Inneren der Gebäude können die Vögel auch bei geschlossener Schneedecke weiter auf Mäusejagd gehen und leisten damit zugleich einen wertvollen Beitrag zur natürlichen Regulierung von Nagetieren. „Früher waren aus diesem Grund sogenannte Eulenlöcher selbstverständlich“, so der LBV-Biologe. „Wo solche Einfluglöcher heute fehlen, genügt oft schon ein geöffnetes Fenster oder ein offener Spalt im Scheunentor, um die Vögel vor dem Verhungern zu bewahren.“

Weitere Schutzmaßnahmen für Eulen

Auch andere Flächen – etwa auf dem landwirtschaftlichen Hof oder im Wald – lassen sich mit wenig Aufwand in wertvolle Nahrungsräume für Mäusejäger verwandeln. Werden einige Bereiche geräumt, entstehen schneefreie Zonen. Wer hier mit entsprechendem Futter gezielt Kleintiere anfüttert, bietet auch den Eulen eine Winternahrung. Geeignet ist eine Mischung aus Wildvogelfutter, Weizen, gefetteten Haferflocken, Karottenstücken und Meisenknödeln. Auch Strohballen erhöhen die Attraktivität dieser Flächen für Mäuse und helfen so auch den Eulen und Käuzen.

Langfristig lässt sich die Nahrungsverfügbarkeit für Eulen und Greifvögel zudem durch sogenannte Mäuseburgen erhöhen. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Strohballen und Futterstelle, in der sich die Nagetiere verstecken und ansiedeln können. An einer trockenen und sonnigen Stelle fühlen sie sich besonders wohl. Profitieren können Eulen und Greifvögel vor allem dann, wenn sich in der Nähe ein geeigneter Ansitz wie ein Baum oder Zaunpfahl befindet.

Zurück

© Frank Derer, LBV-Bildarchiv

Wir kaufen wertvolle Biotope und schützen dadurch Lebensräume und seltene Tierarten. Unterstützen Sie uns!

Alle Nachrichten zum Naturschutz in Bayern