Nachhaltig ins Leben: Fünf bayerische Kitas als „Kita im Aufbruch“ ausgezeichnet

LBV und Bayerisches Umweltministerium ehren nachhaltige Kindertageseinrichtungen

Gesundes Bio-Mittagessen, Beeren und Kräuter aus dem naturnahen Garten und ein Tauschschrank voller spannender Bücher: Dinge wie diese zeichnen eine „Kita im Aufbruch“ aus. Diesen Titel erhielten heute fünf Kindertageseinrichtungen im Freistaat für ihr Engagement, das Leben in der Kita nachhaltig zu gestalten. Der LBV und das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz würdigen die besondere Leistung der pädagogischen Teams in den vergangenen eineinhalb Jahren, Nachhaltigkeit langfristig und in der gesamten Kindertageseinrichtung zu verankern.

Kita im Aufbruch | © LBV © LBV
Mit der hölzernen Plakette "Kita im Aufbruch" werden Einrichtungen ausgezeichnet, die ihren Alltag nachhaltiger gestalten.

„Mit dem Programm ‚Kita im Aufbruch‘ setzen wir früh an und begleiten Kinder dabei, nachhaltiges Handeln ganz selbstverständlich zu erlernen. Gerade in den ersten Lebensjahren werden wichtige Grundlagen für Werte und Verhaltensweisen gelegt. Umso wichtiger ist es, Bildung für nachhaltige Entwicklung fest im Alltag der Kitas zu verankern. Das gelingt gemeinsam – getragen von dem großen Engagement der Pädagoginnen und Pädagogen, Leitung und Trägern, Kindern und Eltern. Das Umweltministerium fördert das Projekt mit rund 105.000 Euro. Dabei ist jeder einzelne Euro gut investiert“, sagt Dr. Christian Barth, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz.

Bei der heutigen Auszeichnungsveranstaltung überreichten Amtschef Dr. Christian Barth und der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer jeder Kita eine Urkunde sowie eine Holz-Plakette mit dem Titel „Kita im Aufbruch“. „Viele kleine Schritte machen am Ende einen großen Unterschied“, betont der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. „Die Kitas zeigen auf bemerkenswerte Art, wie sich Nachhaltigkeit ganz praktisch im Alltag integrieren lässt. Wenn Kinder Natur entdecken können und nachhaltiges Handeln hautnah erleben, prägt sie das langfristig.“

Wenn Kitas gemeinsam nachhaltiger werden

Nach erfolgreicher Bewerbung begleitet der LBV die teilnehmenden Kitas rund 18 Monate lang. In sechs Modulen arbeiten die Teams an zentralen Nachhaltigkeitsthemen: von Energie, Wasser und Abfall bis zu Gärtnern und Ernährung. Zwischen den Modulen unterstützt der LBV die Kitas bei der Umsetzung eigener Maßnahmen und fördert den Austausch untereinander. „Bildung für nachhaltige Entwicklung versteht sich als umfassender und langfristiger Wandlungsprozess. Aus diesem Grund beziehen wir sowohl die Kinder, Kita-Mitarbeiter*innen, Eltern und Träger mit ein – damit Nachhaltigkeit nicht ‚Projekt‘, sondern Standard wird“, so Alexandra Lindig vom LBV. In den Einrichtungen werden BNE-Beauftragte benannt, die das Thema Nachhaltigkeit auch in stressigen Phasen immer wieder auf den Tisch bringen und das pädagogische Team daran erinnern.

Vielfältige Veränderungen

Team der Evangelische Kindertagesstätte Geroldsgrün | © Birgit Schreier © Birgit Schreier
Das Team der Evangelische Kindertagesstätte Geroldsgrün präsentiert die 17 Ziele für nachhaltigen Entwicklung.

Mehr Nachhaltigkeit entsteht durch viele kleine Maßnahmen: Außengelände werden naturnah und insektenfreundlich gestaltet. Kinder erleben dort Biodiversität hautnah und lernen beim Anbau von Obst und Gemüse die Vielfalt von Arten und Sorten kennen. Kräuterspiralen, Beerensträucher und Hochbeete schaffen neue Lernorte rund um regionale und saisonale Ernährung. Im Innenbereich setzen die Kitas verstärkt auf nachhaltige Beschaffung – etwa durch natürliche Spielmaterialien, Recyclingprodukte sowie umweltverträgliche Reinigungs- und Hygieneartikel.

„Diese Vielfalt zeigt für mich ganz klar: ‚Kita im Aufbruch‘ setzt nicht auf einzelne Maßnahmen, sondern auf einen ganzheitlichen Ansatz. Nachhaltigkeit wird Schritt für Schritt in unseren Alltag integriert – in Routinen, Entscheidungen und Bildungsprozesse. Genau so funktioniert Bildung für nachhaltige Entwicklung: in kleinen, konkreten Schritten, die bei den Kindern wirklich ankommen“, sagt Kerstin Paul, stellvertretende Leitung der Evangelischen Kindertagesstätte Geroldsgrün.

Die ausgezeichneten Einrichtungen

  • Haus für Kinder „Der gute Hirte“, Illesheim
  • Evangelische Kindertagesstätte Geroldsgrün
  • Kitea Regensburg Gewerbepark, Regensburg
  • Evangelisches Haus für Kinder Messestadt West, München
  • AWO Haus für Kinder Regenbogen, Straubing

Über „Kita im Aufbruch“

Ziel des Projektes ist es, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) langfristig in den Kitas zu verankern. BNE ermöglicht es allen Menschen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. „Kita im Aufbruch“ besteht aus mehrere Teammodulen sowie einer engen Beratung und Begleitung der Einrichtungen. Rückenwind erhielt das Projekt bereits zweimal mit der „Nationalen Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Deutschen UNESCO-Kommission. Gefördert wird das LBV-Projekt „Kita im Aufbruch – Individuelle Prozessbegleitung Richtung Nachhaltigkeit“ vom Bayerischen Umwelt- und Verbraucherschutzministerium und der Minderleinsmühle GmbH & Co. KG in Neunkirchen mit ihrer Naturkostmarke Rosengarten.

Umweltbildung im LBV

Seit 40 Jahren betreibt der LBV Umweltbildung sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung und nimmt dabei bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das generationenübergreifende Bildungsangebot des LBV richtet sich an Kitas, Schulen, Familien und Seniorenheime. Während der LBV in seinen 17 bayernweiten Umweltbildungseinrichtungen jährlich über 130.000 Besucherinnen und Besucher begeistert, bietet das digitale Umweltbildungsprojekt „Naturschwärmer“ online zahlreiche, nachhaltige Aktionsideen für Familien. Kitas und Schulen können sich um die Auszeichnungen „ÖkoKids - KindertageseinRICHTUNG NACHHALTIGKEIT“ bzw. „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ bewerben. Die vielfältigen LBV-Bildungsprogramme vermitteln zukunftsrelevante Kompetenzen und Werte und leisten einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Die Umweltbildung des LBV ist mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Qualitätssiegel „Qualitätsnetzwerk BNE in Bayern“ und als Lernort und Netzwerk der deutschen UNESCO-Kommission.

von Stefanie Bernhardt | lbv.de,

Rebhuhn Kücken im Gras | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
© Ralph Sturm

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