Naturschutz & Rohstoffindustrie gemeinsam für Amphibien

Erster Vertragsabschluss zwischen LBV und Bayerischen Industrieverbandes Baustoffe, Steine und Erden (BIV)

Der LBV hat den ersten Kooperationsvertrag mit einem Rohstoffgewinnungsunternehmen und der Regierung von Schwaben geschlossen. Der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer, der Vorsitzende der Fachgruppe Sand und Kies des Bayerischen Industrieverbandes Baustoffe, Steine und Erden (BIV) Oliver Klauser sowie Alois Liegl von der Höheren Naturschutzbehörde Schwaben haben symbolisch mit einem Handschlag mit der Firma Thaler in Neusäß bei Augsburg einen ersten Vertrag geschlossen. Dieser ist ein Novum: „Mit ihm soll die Förderung und Erhaltung bedrohter Amphibien-Arten im Gewinnungsprozess gesichert und der laufende Betrieb auch bei schon existierendem Vorkommen bedrohter Arten in einer Win-Win-Situation gewährleistet werden“, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

Symbollischer Handschlag zum Vertragsabschluss zwischen LBV und Bayerischen Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden | © LBV © LBV

„Rohstoffgewinnung und Naturschutz sind heute keine Gegensätze mehr, gewährleisten die Gewinnungsstätten doch Lebensbedingungen, wie sie in der Landschaft heute kaum noch existieren“, so Dr. Norbert Schäffer. Auch der ebenfalls anwesende Amtschef Dr. Christian Barth und Oliver Klauser sehen einen Pilotcharakter in dem bisher einzigartigen Projekt. In der anschließenden Führung über das Gelände der Firma Thaler stellten Andreas Thaler und Brigitte Kraft von der LBV-Bezirksgeschäftsststelle Schwaben, Maßnahmen zum Erhalt, von Uferschwalben und der Kreuzkröte, vor.

Der LBV führt zusammen mit dem Bayerischen Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden (BIV) und der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Bergbau- und Mineralgewinnungsbetriebe e.V. (ABBM) das Projekt zur Sicherung und Optimierung von Lebensstätten für europaweit bedrohte Amphibienarten durch. Über die gesamte Laufzeit bis Ende 2021 wird das Projekt vom bayerischen Naturschutzfonds gefördert

Rohstoffgewinnungsstätten sind wichtige Ersatzlebensräume für Amphibien

Gelbbauchunke im Wasser | © Dr. Eberhard Pfeuffer © Dr. Eberhard Pfeuffer
Gelbbauchunke

Anlass für das gemeinsame Vorhaben ist ein aktueller Bericht der Bundesregierung über das europäische Schutzgebietssystem NATURA 2000. Dieser zeigt für sechs besonders bedrohte Amphibienarten mit europaweiter Bedeutung einen ungünstigen Erhaltungszustand und überwiegend einen negativen Gesamttrend der Vorkommen auf.

Daher besteht die dringende Notwendigkeit, diesen Trend umzukehren und Maßnahmen für die Bestandserholung dieser Arten einzuleiten. Die bedrohten Arten sind heute in großem Umfang auf Abgrabungsstätten angewiesen, da ihre natürlichen Lebensräume, naturnahe Wildflussauen durch Flussregulierungen weitgehend verschwunden sind. Rohstoffgewinnungsstätten von Lehm Sand, Kies und Gestein stellen daher wichtige Ersatzlebensräume für Amphibien dar. Die gefährdeten Arten sind Geburtshelferkröte, Gelbbauchunke, Kammmolch, Knoblauchkröte, Kreuzkröte und Laubfrosch. Der LBV hat deshalb ein Projekt ins Leben gerufen, in dem Naturschutz und Rohstoffindustrie in enger und vertraglich geregelter Zusammenarbeit Schutz- und Entwicklungsmöglichkeiten in Kiesgruben, Sandgruben, etc. gemeinsam umsetzen.

Der LBV und die Rohstoffgewinnungsunternehmen sind sich des besonderen Potenzials von Kies- und Sandgruben bewusst. Gemeinsam wollen sie deshalb durch gegenseitige Information und enge Zusammenarbeit die Chancen für den Erhalt der biologischen Vielfalt nutzen. Die Entstehung wertvoller Sekundärlebensräume und die Ansiedlung seltener Arten sollten nicht dem Zufall überlassen werden, sondern während der Gewinnungsphase, bei der Renaturierung und auch darüber hinaus gezielt gesteuert werden. So sollen bayernweit in mehr als 100 Rohstoffgewinnungsstätten aller Rohstofftypen beispielhafte Maßnahmen zur Umsetzung durchgeführt werden.

Ihre Fragen beantwortet Ihnen:

Bernd Raab

0 91 74 / 47 75 - 74 39

von Nicole Friedrich | lbv.de,

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